MUCUPURULENT: Horny like Hell

Musik in der Schnittfläche von Schweinerock und GrindCore? Klingt seltsam? Hier gibts Klarheit!

Als ich den Titel hörte und dann noch das Cover sah, dachte ich, dass die Platte einfach kicken muss wie die Sau. “Horny like hell” und dazu noch eine leicht bekleidete Puppe auf dem Cover, da denkt man(n) doch fast automatisch an Bonanza-Fahrräder, Herforder von der Tanke und an einen Macho-Griff an die Familienjuwelen. Straßenrock as Straßenrock must be, oder was?

Naja, MUCUPURULENT nennen ihren Sound Stereophonic Sounds of Devilish Grind’n’Roll. Alles klar? Ist schon ok, denn genauso widersprüchlich wie sich die Sache anhört, ist sie dann schließlich und endlich auch. Denn irgendwie bleibt das ganze zwischen Fleisch und Fisch hängen, ohne einen eigenen überzeugenden Guss zu ergeben. Ist nix so direkt mit NAPALM DEATH meets HELLACOPTERS. Einerseits rockige Riffs werden hier grindtechnisch bearbeitet zu einem Klangteppich, der zwar oft recht angenehm zunoist, dabei aber nur selten Haken im Trommelfell des geneigten Hörers hinterlassen kann. Auf kurze Sicht sogar ganz nett, aber auf Dauer gerät die Kiste damit eher auf ein Abstellgleis. Schade, denn wenn sie sich mal klar werden, auf welcher Seite sie gerade mehr stehen wollen, kann das Ganze sogar recht lustig werden. Gerade die kürzeren Grindcore-Nummern können richtig Spaß machen.

Der Gesang auf “Horny Like Hell” ist nicht jedermanns Fall

Ein weiterer Kritikpunkt, der absolut subjektiv ist, den ich aber nicht unerwähnt lassen will (natürlich auch nicht kann), ist der hohe (eher comicfigurartige) Gesang von einem der beiden Trällerherzchen. Ich komm’ damit absolut nicht klar, das ist für mich der Hauptschwach- und Kritikpunkt der CD, er reißt sie ins untere Mittelfeld meines Geschmackes. Ich will deswegen jetzt auch die CD nicht grundlos runtersauen, da es ja durchaus Leute da draußen geben kann, die genau darauf stehen. Gibt ja so einige Bands, die mir in der Hauptsache wegen des Gesanges nicht gefallen.

Produktionstechnisch ist dafür dann wieder alles im grünen Bereich, da kann man nicht klagen – so soll’s sein, rockig trocken (trockig), aber die Drums eher dumpf in den Hintergrund. Daumen hoch in diesem Sektor.

MUCUPURULENT lassen zu viel liegen

Unterm Strich bleibt ein, leider, reichlich durchschnittliches Album, viele Möglichkeiten wurden nicht hinreichend genutzt. Das fängt beim eher nervigen, denn abwechselnden zweistimmigen Gesang, geht über die nur teilweise witzigen und auf die Dauer eher ausgelatschten Hörspiel-(Hörgeräusch)-Einsprengsel und hört bei den manchmal eher ziemlich lustlosen Songs auf. Hätte MUCUPURULENT viel mehr raus machen können.

Spielzeit: 31:52 Min.

Line-Up

Timo Reichert – Gesang & Gitarre
Ralph Gläser – Gesang & Schlagzeug
Serafino Scarvo – Gitarre

Produziert von Mucupurulent & Ecki Erleneusch

Label: SubZero/ZYX

Homepage: http://www.mucupurulent.de

MUCUPURULENT “Horny Like Hell” Tracklist

1.) Punishment
2.) Cum in my Face
3.) Horny like hell
4.) Bondage Fingers
5.) The Guzzler
6.) Zombie Squad 69
7.) Goatfuck
8.) Little Pink Examine Room
9.) Vulva Shut
10.) RIP Funny Master
11.) Hellshelter Babe