marianas-rest-the-bereaved-album Cover

MARIANAS REST: The Bereaved

MARIANAS REST schenken eine wärmende Umarmung in der Trauer: Auf „The Bereaved“ trifft nordeuropäische Melancholie auf innere Zerrissenheit.

Die Wärme, die MARIANAS REST auf dem Vorgänger „Auer“ (2023) für sich wiederentdeckten, ist keineswegs verloren gegangen. Doch schon der Titel des Nachfolgers lässt durchblicken: Die emotionale Schwere spielt weiterhin eine große Rolle im Schaffen der Finnen. „The Bereaved“ erkundet die Dimensionen der Trauer, den Schmerz der Hinterbliebenen und findet doch erneut immer wieder Augenblicke der Schönheit.

Präsent ist allerdings stets die Verletzlichkeit: „Eine Welt aus Schmerz befindet sich mit uns im Raum.“, erläutert Jaakko Mäntymaa zum Auftakt, bevor er sich mit seinen Kollegen in eine melancholisch-getragene Klanglandschaft stürzt. Die flächigen Synthesizer spielen erneut eine wichtige Rolle für die bedrückende Atmosphäre, während die Gitarren behäbig doch unaufhaltsam nach vorne trotten. Gerade das Riffing ist zu Beginn der Platte tendenziell simpel gehalten, entfaltet nach „Thank You For The Dance“ und „Rat In The Wall“, wo immerhin die Clean-Arrangements berühren, schnell mehr Tiefe.

Nordeuropäische Melancholie trifft auf innere Zerrissenheit: „The Bereaved“ fesselt bis zum Schluss

Das tut dem Werk als Ganzen ausgesprochen gut, so dass „The Bereaved“ letztendlich doch über fast eine Stunde Laufzeit fesseln kann. Ihre Melange aus Melodic Death und Doom Metal reichern MARIANAS REST überdies durch prägnant eingesetzten Klargesang an: Insbesondere „Diamonds In The Rough“ sticht durch Okko Solanteräs (HORIZON IGNITED) Gastbeitrag hervor, welcher dem Stück einen ungemein eingängigen Refrain schenkt.

Die typische nordeuropäische Melancholie sticht wiederum in „Divided“ hervor, wo sich das Sextett sicherlich nicht nur zufällig von den Melodiebögen INSOMNIUMs inspirieren ließ. Auf dieser Grundlage demonstiert Forntmann Mäntymaa eine beispiellose Zerrissenheit, indem er zwischen Growling und keifenden Screams wechselt – all das gebettet auf wehmütige Gitarren- und Keyboard-Arrangements.

MARIANAS REST schenken eine wärmende Umarmung in der Trauer

Auch innerhalb ihrer Komfortzone wissen MARIANAS REST weiterhin die richtigen Hebel in Gang zu setzen: „Again Into The Night“ und das ausladende „The Colour Of You“ zum Albenende vermengen Schwermut mit getragenen Soundscapes, die sich am besten mit Kopfhörern und geschlossenen Augen entfalten. Mit gewisser Gravitas wiederum schleppt sich „Burden“ nach vorne, nur um zur Hälfte in einer kraftvollen Eruption die aufgestauten Emotionen mit einem Schlag zu entfesseln.

Ob nun aber „Pity The Living“ die Doom-Death-Seite der Band ins Zentrum rückt, oder „Goodbyes And Good Intentions“ mit prägnanter Leadgitarre durch den Song führt, von ihrem bewährten Grundsatz weichen MARIANAS REST zu keinem Zeitpunkt ab. Daher fühlt sich auch „The Bereaved“ in der Schnittmenge aus innerer Zerrissenheit und geborgener Melancholie pudelwohl: eine wärmende Umarmung in der Trauer.

Veröffentlichungstermin: 16.01.2026

Spielzeit: 57:06

Line-Up

Vocals | Jaakko Mäntymaa
Guitar | Nico Mänttäri
Guitar | Harri Sunila
Bass | Niko Lindman
Keyboard | Aapo Koivisto
Drums | Nico Heininen

Label: Noble Demon

Homepage: https://www.marianasrest.com/
Facebook: https://www.facebook.com/marianasrestofficial
Instagram: http://instagram.com/marianasrestofficial
Bandcamp: https://marianasrest.bandcamp.com

MARIANAS REST “The Bereaved” Tracklist

  1. Thank You for the Dance
  2. Rat in the Wall
  3. Divided
  4. Again into the Night (Video bei YouTube)
  5. Burden
  6. Diamonds in the Rough (Video bei YouTube)
  7. Pity the Living
  8. Goodbyes and Good Intentions
  9. Tyhjä
  10. The Colour of You (Video bei YouTube)