LUSCA: Exodus [Eigenproduktion]

LUSCA: Exodus [Eigenproduktion]

Wer mehr als nur gerne Musik hört und nicht nur den Guten Morgen-Mix der unsäglichen Lokalradioshow, wird die folgende Situation sicherlich schonmal erlebt haben: Platte gekauft, aber zuhause angekommen, beschleicht einen das Gefühl, dass man für die Platte gerade nicht den richtigen Kopf hat und das obwohl hier einiges an Potential vorliegt. Besonders dann, wenn die Atmosphäre des Albums spezieller ist, ist so ein Silberling schnell mal auf die Seite gelegt, um später wieder hervorgeholt zu werden.

So ging es mir mit LUSCA zu Anfangs. Die Mischung zwischen NEUROSIS, GODFLESH und NINE INCH NAILS, die LUSCA auf ihrem zweiten Longplayer Exodus an den Start bringen, ist düster, beklemmend aber genauso fesselnd. Doch die Platte musste erst ein paar Tage auf dem Stapel reifen, bis ich dafür bereit war. Der Fatalismus mit dem LUSCA Exodus gewürzt haben, schlägt sich in der Instrumentierung und dem Stimmung der Platte extrem nieder. Die regelrecht starr programmierten Drums, die trocken den Ton angeben, gefolgt von stark verzerrten, tiefgestimmten Bässen, könnten bei anderen als zu einfach, wenn nicht gar dilettantisch durchgehen, aber sind interessanterweise durch ihre stellenweise Monotonie gerade das, was ich in diesem Fall als stilbildend bezeichnen würde. Gerade das macht den Flair der Scheibe aus und liefert das mechanische Gerüst, stampfend und wuchtig, für diese CD.

Bestimmt nichts für die sonnigen Tage ist das, was LUSCA mit Exodus vorlegen. Im Gegenteil, eher die Reise in eine Welt der Misanthropie, des Fatalismus, der von riesigen Maschinen angetriebenen Endzeit. Der Auszug von unserer verdorbenen, verlorenen Welt steht an. Gewitter und Stürme toben über den Gerippen der von Bomben und Katastrophen heimgesuchten Metropolen, wenn die letzten verbliebenen das Raumschiff besteigen, auf eine Reise ins Unbekannte, vielleicht sogar in den Tod. Einer Reise der wir hiermit gebannt folgen.

Veröffentlichungstermin: 14.03.2011

Spielzeit: 63:32 Min.

Line-Up:
M. Schwer: High End Bass, Vocals
I. Meitzler: Low End Bass
K. Robin: Gitarre (Exodus)

Produziert von LUSCA
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.lusca.de

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/luscamusic

Tracklist:
1. The Sleeping Fields
2. A Kingdom Torn Asunder
3. Lead Into Gold
4. Last Miles Of The Read
5. Pilgrim
6. Ghost Net
7. Exodus