KISS: Rum-Kollektion “Black Diamond” und “Detroid Rock”

Die Rum-Serie von KISS präsentiert uns zwei gelungene Abfüllungen

Ha, ein Rum-Tasting bei vampster, das ist doch mal irgendwie anders, als über Musik zu reden. Aber Metal und alkoholische Leckereien geht ja schon lange gemeinsame Wege. Bedenkt man allein, was es alles unter dem Banner MOTÖRHEAD gibt mit Wein, Rum, Whisky… Kürzlich erst gab es hier den “Iron Fist”-Bourbon. Nicht wirklich beeindruckend, aber doch süffig und angenehm. Die Erstauflage des MOTÖRHEAD Shiraz 2018 war dann doch eher nix, da kam jeder Discounter-Wein mit. Anyway, auch KISS mischen jetzt im wörtlichen Sinne mit und präsentieren eine eigene Rum-Serie. BRANDS FOR FANS hatten die Herren Simmons/Stanley angesprochen, und diese fanden das mit dem Rum wohl am besten. Nun also präsentieren uns KISS eine eigene Rum-Kollektion. Diese bietet uns, angelehnt an Bandklassiker, den “KISS Black Diamond Premium Dark Rum” und den “KISS Detroit Rock Premium Dark Rum”.

KISS servieren ihre eigene Premium Dark Rum-Kollektion

Seine Finger im Spiel hat auch hier der von der “Brands For Fans”-Reihe bekannte Master Blender Daniel Henriksson. Der Schwede kreierte bereits edle Tropfen für u.a. MÖTORHEAD, die SCORPIONS, Gin für IN FLAMES und GHOST, Vodka für HAMMERFALL, Drinks für das SWEDEN ROCK-Festival und viele mehr. Mit ihren Kreationen liegt die Götene Vin & Spritfabrik gut im Rennen. 2019 wurde die Destillerie in Vänersbord ordentlich aufgerüstet. Nicht lange her, dass uns ihr Mackmyra Jaktlycka fruchtig beglückt hat.

Nun denn, heute steht also alles im Zeichen von KISS, Zeit mal wieder ihre Klassiker auf den Plattenteller zu holen. Und sich näher mit ihrer Rum-Serie zu befassen.

Den Auftakt macht der “Black Diamond” Blend. Der zeigt sich als ein sanfter Held aus verschiedenen karibischen Sorten und wurde 15 Jahre in Fässern gelagert. Das Label wurde inspiriert von den Anfangstagen der Band, ihren Kostümen und dem ikonischen Make-Up.

KISS’ “Black Diamond” zeigt sich als sanfter Held

“Black Diamond” präsentiert sich mit schöner dunkler Farbe, die bereits gefällt und Lust macht auf Spielchen mit dem Glas im Kerzenschein. In der Nase zeigt sich unaufdringlich eine holzige Note, die Eichenfässer kommen etwas durch. Man denkt an eine Tüte Trockenobst, an Kekse, ein Hauch Vanille und Haselnüsse tauchen auf. Breit macht sich der Duft von Arrak, der sich etwas zurückzieht, wenn man den Rum eine Weile ruhen lässt.

Im Geschmack treten erstmal eine angenehm dezente Süße und etwas Eiche hervor. Auch hier macht sich der Arrak breit, lässt dann Raum für getrocknete Früchte oder auch eine frische Aprikose. Auch im Geschmack machen sich Haselnüsse breit, ein Hauch Vanille oder eher Vanillegebäck und dezent Wintergewürz (?) und Schokolade. Ein echtes Geschmacksfeuerwerk, wie man es von so manchem Scotch kennt, gibt es hier nicht. Dennoch ist der “Black Diamond” weitaus interessanter als die üblichen Standardabfüllungen der großen Anbieter.

Im Abgang füllt der “Black Diamond” kurz den Rachen aus, wird mit seinen 40% nicht aufdringlich. Sehr angenehm, lecker, aber auch sehr kurz. Einen Keks hinterher, und abgesehen von einem Hauch Arrak ist der Geschmack weg.

Den “Black Diamond” kann man als gelungenen, geschmeidigen Rum bezeichnen, der die typische Leichtigkeit der Karibik mit sich bringt. Lecker, weitaus besser als die Rum-Kollegen anderer Bands. Ein schöner Rum, den man gerne mal gemütlich genießen kann, auch wenn gerade nicht das KISS-Debüt auf dem Plattenteller liegt. Es gibt den “Black Diamond” als 500ml-Flasche zum Preis von 39,90€.

 

Der Kollege “Detroit Rock Rum” entreifte einer Selektion dominikanischer Reserve Rum-Sorten, man hat diesen Rum 8-15 Jahre in dunklen Fässern reifen lassen. Der Premium Dark Rum hat bereits eine Auszeichnung durch das schwedische Monopol Systembolaget in der Blindverkostung gewonnen. Die Gestaltung der Flasche ist eine Hommage an das legendäre KISS Doppel-Platin Album “Destroyer” bzw. dessen Opener Song “Detroit Rock City”.

“Detroit Rock Rum” präsentiert sich ausdrucksstärker

Auch hier zeigt sich eine schöne, etwas dunklere Farbe, die Erwartungen steigen bei diesem appetitlichen Anblick. In der Nase präsentiert sich der “Detroit Rock” dann auch weitaus kraftvoller als der schwarze Diamant. Die Eiche kommt merklich deutlicher heraus, auch wieder der Arrak, eine angenehme Würzigkeit macht sich breit. Auch hier treten getrocknete Früchte zutage, vielleicht Rosinen, Rohrzucker und Schokolade.

Auch im Geschmack präsentiert sich der “Detroit Rock” ausdrucksstärker. Wieder mit angenehmer Süße und dem deutlichen Arrak macht sich hier ein cremiges Stück Schokolade breit. Und auch hier präsentieren sich Haselnüsse, wobei ich hier eher an die Schale der Nüsse denke. Die ich aber noch nie gegessen hab, so ein Tasting weckt ungeahnte Ideen. Nun denn, auch hier treten Früchte hervor, wieder die Aprikose und ein frischer Hauch Orange. Ein keksiger Moment rundet das Bild ab.

Mit seinen 45% Vol. wird der “Detroit Rock” etwas kräftiger als sein Kollege, präsentiert sich als mundfüllender und hat einen ebenfalls eher kurzen, aber doch kräftigeren Abgang. Der stärker als beim “Black Diamond” den Wunsch hinterlässt, das Glas nochmals aufzufüllen. Gerade beim “Detroit Rock” macht sich auch ein Kühlstein gut, da entfaltet sich der stärkere Kollege auch nochmal ausdrucksstärker als der milde “Black Diamond”. Den “Detroit Rock” bekommt man als 700ml-Flasche für 49,90€.

Die Rum-Serie von KISS präsentiert uns zwei gelungene Abfüllungen

Sei es der mildere “Black Diamond” oder der ausdrucksstärkere “Detroit Rock”, beide brauchen sich nicht verstecken. Da gibt es weitaus teurere Rum-Sorten, die weitaus geschmacksneutraler sind oder einen mit klebriger Süße überfallen. Natürlich zahlt man den KISS-Stempel mit. Aber die Herren Simmons/Stanley können berechtigt stolz sein auf ihr neues Baby. Mag man auf das KISS-Sternchen hören? “Der meisterlich gemischte Rum präsentiert deutlichen Individualismus und die einzigartigen Nuancen machen beide genial – straight up genossen oder zum Abrocken in einem Cocktail”. Zum Mixen ist er zu schade, besser zu genießen leicht gekühlt, und da für meinen Geschmack klar eher der “Detroit Rock Rum”.