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INTER ARMA: Sulphur English

Würde man INTER ARMA nach ihrem Schaffensmotto fragen, könnte die Antwort „Der Weg ist das Ziel“ lauten.
Ordnete man ersten beiden Scheiben “Sundown” (2010) und “Sky Burial” (20113) problemlos dem Blackened Sludge/Post Metal zu, so wurden auf „Paradise Gallows“ (2016) neben Psychedelic Rock auch Progressive Death Metal erschlossen. So fand das Quintett aus Virginia nun endlich seine eigene Nische, um endgültig aus dem Schatten der großen Vorbilder treten zu können. Zieht man dies in Betracht, so sollte man eigentlich auf dem Nachfolger „Sulphur English“ kaum Neuerungen erwarten. Oder vielleicht doch?

“Sulphur English” ist vollkommen und einfach nur schön

Also grundsätzlich nein, denn „Sulphur English“ setzt offenbar dort an, wo man anno 2016 aufgehört hat. Auf der anderen Seite wird es unermüdlich an den Stellschrauben gedreht und der Sound weiter verfeinert. INTER ARMA ist eben eine der ganz wenigen Bands, die es schaffen, ihr nahezu grenzenloses Facettenreichtum mit monolithischer Homogenität zu verbinden.

„Sulphur English“ ist zwar kalt, heavy und technisch anspruchsvoll, jedoch gleichzeitig sehr atmosphärisch, zu jeder Zeit nachvollziehbar und einfach nur schön. Trotz der scheinbar ausufernden Komplexität ist die Scheibe gespickt mit Songs mit hohem Wiedererkennungswert, die im Volksmund auch als Hits bezeichnet werden. Sei es der verträumt-schwere „Stillness“, oder der von MASTODON und DEATHSPELL OMEGA beeinflusste „The Atavist‘s Meridian“, die blackened NEUROSIS Hommage „Howling Lands“ oder der erbarmungslos-brutale Titelsong – „Sulphur English“ weiß auf allen Ebenen zu überzeugen.

INTER ARMA lassen der Konkurrenz keine Chance

Wie es momentan aussieht, wird es im diesjährigen Album Of The Year-Rennen kaum Konkurrenz für INTER ARMA geben. Also kauft euch das Album, genießt den Moment und glaubt mir: Um diese Band werden uns die Nachfahren mit Sicherheit beneiden.

P.S.: An dieser Stelle wird es übrigens empfohlen, mindestens ein Vinyl Exemplar davon zu besorgen, damit man es an die Wohnzimmerwand hängen kann – so schön ist nämlich das Cover.

Veröffentlichung: 12.04.2019

Label: Relapse Records

Produziert von: Mikey Allred

Bandwebsite: https://interarma.bandcamp.com/

Facebook: https://www.facebook.com/INTERARMA

Line-Up:

Mike Paparo – vocals
T.J. Childers – drums
Steven Russell – guitars
Trey Dalton – guitars
Andrew Lacour – bass

INTER ARMA “Sulphur English” Tracklist

1. Bumgardner
2. A Waxen Sea
3. Citadel (Audio auf YouTube)
4. Howling Lands (Video auf YouTube)
5. Stillness (Audio auf YouTube)
6. Observances of the Path
7. The Atavist’s Meridian (Video auf YouTube)
8. Blood on the Lupines
9. Sulphur English