IN FLAMES: Subterranean [EP]

In ihren Anfangstagen waren IN FLAMES geradezu unermüdlich. Zwischen dem Debüt „Lunar Strain“ (1994) und dem frühen Meisterwerk „The Jester Race“ (1996) fanden die Göteborger sogar noch Zeit für eine EP. Vielleicht ist der überbordende Output auch in Teilen den zahlreichen Besetzungswechseln geschuldet, „Subterranean“ bietet dennoch melodischen Death Metal erster Güte.

Zugegeben, musikalisch sind IN FLAMES hier näher am Debüt und von der bedingungslosen Klasse ihres Zweitwerks „The Jester Race“ noch ein Stück entfernt. Und trotzdem nimmt uns „Stand Ablaze“ mit seinem charakteristischen Riffing sofort mit. Bereits hier können wir die markante Handschrift von Jesper Strömblad, der hier sein Debüt an der Gitarre gibt, erkennen, welche die Skandinavier über Jahrzehnte prägen sollte. Seinen einstigen Posten am Schlagzeug übernehmen mit Anders Jivarp (DARK TRANQUILLITY) und Daniel Erlandsson (ARCH ENEMY) aus heutiger Sicht keine Unbekannten – dem Material auf „Subterranean“ schadet das treibende Spiel der Studiogäste jedenfalls nicht im Geringsten.

Das Zusammenspiel der Gitarren ist das Herzstück von “Subterranean”

Wie schon auf „Lunar Strain“ experimentieren IN FLAMES mit Akustikgitarren, um den Arrangements etwas mehr Profil und Abwechslung zu verleihen. „Everdying“ wartet so mit einem schönen Intermezzo auf, wenngleich dann der Übergang vom Melodic Death Metal-Brecher zum melancholischen Akustik-Outro etwas hart vollzogen wird.

Die latenten Folk-Einflüsse von „Lunar Strain“ (1994) finden sich passagenweise in der Melodieführung der Gitarren („Biosphere“) wieder, wohingegen der Titeltrack im Midtempo mit wunderbaren Harmonien aufwarten kann. Das Zusammenspiel von Ljungström und Strömblad ist quasi das Herzstück dieser EP, obschon Sänger Henke Forss einen mehr als ordentlichen Job erledigt. Die beißenden Screams versetzen vielleicht keine Berge, sind aber dafür überraschend gut verständlich.

“Subterranean” ebnet den Weg für den ersten großen Geniestreich

Dass der gute Herr nach diesem Kurzauftritt bereits wieder den Posten räumte, ist Geschichte. Mit frischem Blut gelang den unermüdlichen Schweden kurz darauf ihr erster großer Geniestreich: „The Jester Race“ (1996) mag bis heute das Frühwerk von IN FLAMES in den Schatten stellen. Doch war es womöglich ausgerechnet „Subterranean“, das dem Magnum Opus den Weg geebnet hatte. Immerhin durfte sich Mastermind Jesper Strömblad hier erstmals an seinem Lieblingsinstrument so richtig austoben.

Veröffentlichungstermin: 15.6.1995

Spielzeit: 21:38

Line-Up:

Henke Forss – Vocals
Jesper Strömblad – Gitarre, Akustikgitarre
Glenn Ljungström – Gitarre
Johann Larsson – Bass

Daniel Erlandsson – Drums (Tracks 1 und 2)
Anders Jivarp – Drums (Tracks 3 und 5)

Produziert von Fredrik Nordström und Staffan Olofsson (Mastering)

Label: Wrong Again / Regain Records (Re-Release)

Homepage: https://www.inflames.com/
Facebook: https://www.facebook.com/inflames/

IN FLAMES “Subterranean” Tracklist

01. Stand Ablaze
02. Everdying
03. Subterranean
04. Timeless
05. Biosphere