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IN THE WOODS…: Omnio

"Omnio", das ist großartige Musik fernab jeglicher Klischees, das sind brilliante, irritierende Texte, und das ist ein phantastisches Artwork – zusammengefaßt schlicht und einfach ein großes Meisterwerk.

Not long ago – in mind

we picked our choice

and we gathered together

– greeted nature by storm

our bodies layed down

as we fell…

Mit diesen Worten beginnt “Omnio”, das Jahrhundertwerk der norwegischen Ausnahmekünstler IN THE WOODS… Anläßlich der Auflösung der Band vor ungefähr einem Jahr und dem Abschiedskonzert Ende letzten Jahres empfinde ich es als meine längst überfällige Pflicht, diesem Werk einen Platz in der Hell Of Fame zu sichern. Wer es bereits kennt, sollte es jeden Tag mindestens einmal hören, wer es noch nicht kennt, muß diesen Zustand auf der Stelle ändern – denn „Omnio“ ist meisterlich.

Nach der Abkehr vom Pagan Metal, der bei IN THE WOODS… zunächst im Vordergrund stand und in Form von „HEart Of The Ages“ manifestiert wurde, begannen die Norweger sich 1996 neu zu orientieren und mit ihrem neuen Werk eine Wende hin zum melancholischen Art Rock zu machen, was später, bei ihrem letzten Album „Three Times Seven On A Pilgrimage“, in einen Tribut an den 70er Jahre Psychedelic Rock gipfelte. Doch bei „Omnio“ war es noch nicht soweit – zwar hört man an allen Ecken und Enden, daß IN THE WOODS… Bands wie PINK FLOYD oder KING CRIMSON verehrten, aber hinzu kam noch die rauhe Wildheit des Metals und die dunkle Träumerei des Gothic Rocks. Natürlich ist „Omnio“ keinem dieser Stile zuzuordnen, nein, es handelt sich vielmehr um eine Melange aus psychedelischer Phantastik und ungestümer Emotion, dargeboten auf dem Fundament der atmosphärischen Rockmusik. Jedes Stück, angefangen beim fünfzehnminütigen Opener „299 796 km/s“ bis hin zum sechsundzwanzigminütigen Höhepunkt „Omnio?“, wissen durch überwältigende Tiefe zu beeindrucken, zu ergreifen, zu verstören und zu trösten. Ersterer Song beginnt sanft mit den Klängen eines Streichquartetts, wird dann bombastisch von Gitarren und von weinerlichem, aber niemals klischeehaftem Gesang abgelöst, steigert sich in Raserei, fällt dann wieder zurück in einen wunderschönen Traum… ähnlich ist es bei allen anderen Stücken. Die Melodien entfalten ihre wahre Schönheit erst nach mehrmaligem Hören, aber das ist ein Garant für lange Freude daran, und in der Tat, selbst nach einhundert Durchläufen wird der Musikliebhaber dieses Werk noch in sein Herz aufnehmen, es wird ihn aufrütteln, ihn bewegen und ergreifen. Wenn Synne Soprana ihre zauberhafte Stimme in unerreichte Höhen hinaufschwingt („to reach Omnio…“), dabei aber immer glasklar bleibt, wenn man im Mittelteil von „Omnio?“ eine ergreifende musikalische Steigerung über mehrere Minuten von ruhiger Gelassenheit bis hin zu bombastischem Geschrei vernimmt, wenn kurz darauf eine der schönsten, melancholischsten und träumerischsten Gesangspassagen, die ein Mensch jemals gesungen hat, erklingt, dann fragt man sich doch, warum nur so wenige diesem unsterblichen Stück Musikgeschichte verfallen sind. „Omnio“, das ist großartige Musik fernab jeglicher Klischees, das sind brilliante, irritierende Texte, und das ist ein phantastisches Artwork – zusammengefaßt schlicht und einfach ein großes Meisterwerk.

Erschienen ist „Omnio“ 1997 bei Misanthropy Records.

Produziert von IN THE WOODS… und Hans Eidskard

IN THE WOODS… spielten auf “Omnio” in folgender Besetzung:

X-botteri, oddvar A.M., Björn H., jan-ovl, s.-tranceTH, a. Kobro, synne D., C.M. botteri

Spielzeit: 63:13

Tracklist:

1. 299 796 km/s

2. I am your flesh

3. Kairos!

4. Weeping Willow

5. Omnio? – pre

6. Omnio? – bardo

7. Omnio? – post

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