FUNERALIUM: Funeralium

FUNERALIUM: Funeralium

Frankreich! Gedanken an ein romantisches Bistro, der Kerzenschein funkelt im schweren Rotwein, die zarte Mademoiselle knabbert Gedankenversunken am Baguette, dass einem ganz schwindelig wird… Äh, Frankreich? Vergiss es! Bei den Franzosen FUNERALIUM gibt es Wahnsinnsausbrüche in modernden Kellerräumen, der Kerzenschein wird zur brennenden Flamme auf deiner Haut, das Baguette mutiert zum rostigen Dolch, den die Band um Marquis und Berserk, beide auch aktiv bei den Doom-Deathern ATARAXIE, langsam durch deinen Unterleib zieht. Mit ihrem 2004 veröffentlichten Demo Ultra sick doom konnte die 2003 gegründete Band bereits auf sich aufmerksam machen. Mit dem Debüt Funeralium bringen sie ihre Vorstellung vom ultra sicken Doom nun schmerzhaft auf den eiternden Punkt.

Platz für positive Emotionen, große Melodien, doomiger Epic oder gar romantische Melancholie findet man hier nicht. Vom ersten Ton an herrscht Hysterie und Leid. Marquis schreit sich die verzweifelte Seele aus dem Leib, jammert, grunzt und lässt nichts anderes zu als Mitleid. Krass, wahnsinnig, klasse! Die Songs leben vom Spiel harter SAINT VITUS-Riffs auf halber Geschwindigkeit und unverständlich zarten, zerbrechlichen Parts, die letztendlich aber im Zusammenspiel mit den kranken Vocals einfach wehtun. Sicher findet man haufenweise Parallelen zu den bekannten Funeral-Doom-Kollegen, aber durch diese morbide Irrenhausatmosphäre, gepaart mit teils wirklich schönen Momenten, drängen FUNERALIUM tatsächlich in eine ganz extreme Ecke – halt in den selbsternannten Ultra Sick Doom, was den Sound der Franzosen treffend umschreibt. Songs zwischen 15 und 20 Minuten sprechen für sich, das zur Musik passende 16-seitige Booklet rundet das Gesamtbild ab. Eine lange CD, die man nicht oft hört, sich dann aber dem kranken Sound voll hingibt.

Extremster Funeral-Doom für Leute, denen Bands wie SHAPE OF DESPAIR, NOVEMBERS DOOM oder MORGION zu romantisch sind.

Veröffentlichungstermin: 10.07.2007

Spielzeit: 76:55 Min.

Line-Up:
Marquis – Vocals, Guitars
Berserk – Guitars
Toxine – Bass
Ys – Drums

Produziert von Berserk
Label: Totalrust Music

Homepage: http://www.funeralium.com

Email: order@funeralium.fr.st

Tracklist:
1. First symtoms
2. Transcendence N°26
3. Funarium
4. Light crisis
5. Let people die
6. Nearly the end

Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!