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FLUISTERAARS: Bloem

Nachdem ich neulich schon von TURIA schwärmen durfte, sind nun ihre Freunde von FLUISTERAARS dran. Es ist interessant, dass die Bands nach ihrer wunderbaren gemeinsamen Split “De Oord” nun auch ihre Alben fast gemeinsam veröffentlichen, und es macht auch hier viel Freude, beide Werke hintereinander laufen zu lassen. Dabei wirkt es, als hätten FLUISTERAARS sich von der Dualität der Split-LP inspirieren lassen: Wie schon auf dieser changiert “Bloem” seinem Thema entsprechend – die Blume als Symbol für Geburt und Regeneration, aber auch für Verfall – gekonnt zwischen Epik und Raserei, wobei in der ersten Albumhälfte die Raserei und in der zweiten die Epik dominieren.

Erstaunlich viel Farbe auf dem Cover

Das für ein Black-Metal-Werk ungewohnt farbenfroh gestaltete Opus beginnt wie ein wütender Sturm, erreicht dabei aber leider nicht die Brillianz von TURIA, so dass die ersten Minuten nicht auf ganzer Linie überzeugen können – zu dünn klingt’s irgendwie, zu beliebig. Das ändert sich zum Glück bald, denn immer dann, wenn FLUISTERAARS ihre getragene, hymnische Seite ausspielen, öffnet sich der Himmel, Verzeihung, die Blüte auf dem Cover, und lässt Licht in die schwarze Seele. Diese Seite dominiert wie gesagt mindestens die Hälfte des Albums und erinnert dabei sehr an den Beitrag der Band zu “De Oord”, ohne freilich dessen Genialität erreichen zu können: Einen so epochal euphorischen Moment wie den Einsatz des Chores dort suche ich auf “Bloem” dann nämlich vergebens – was ich finde, wirkt eher wie der Versuch einer Wiederholung dessen und kann dabei nur verlieren. Meckern auf hohem Niveau, okay, aber es zieht sich durch das gesamte Album.

“Bloem” ist ein Highlight des künstlerisch wertvollen Black Metal

Denn auch als FLUISTERAARS die Blechbläserei für sich entdecken, sorgt dies zwar am Ende für einen überraschenden und wunderbar melancholischen Moment, ich hätte ihn mir – wie das gesamte Album – allerdings noch ein bisschen weiter ausgearbeitet und variiert gewünscht. Man verlässt sich letztlich zu sehr auf die großen Harmonien, wiederholt sie permanent und vergisst dabei ein wenig, sich noch ein bisschen mehr zu trauen. Trotzdem oder, je nach Geschmack, gerade deshalb ist “Bloem” sicherlich ein Highlight des künstlerisch wertvollen Black Metals neuerer Prägung; von dieser Band haben wir noch Großes zu erwarten, wenn die Blüte schließlich ganz aufgegangen ist.

Veröffentlichung am 28.2.2020 auf Eisenwald

Spielzeit: 33:41 Min.

FLUISTERAARS „Bloem“ Tracklist

1. Tere Muur (5:28)
2. Nasleep (7:45) ((Audio bei YouTube)
3. Eeuwige Ram (6:21)
4. Vlek (7:02) (Audio bei YouTube)
5. Maanruïne (7:05)

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