DEREK SHERINIAN: Molecular Heinosity

Wie gehabt! Technisches Instrumentalgefrickel auf musikalisch höchstem Niveau, leider aber nicht immer mit Inspiration

Der ex-Traumtheater Tastenmann DEREK SHERINIAN beehrt uns auch mal wieder mit einem neuen Album, selbstverständlich wie gehabt rein Instrumental. Im Info wird die wesentlich metallsichere Ausrichtung im Vergleich zum Vorgänger Blood Of The Snake angepriesen, ob das verkaufsstrategische Gründe hat oder den Tatsachen entsprechen soll kann ich nicht sagen, ich widerspreche aber einfach mal – zumindest teilweise.
Es ist Fakt, dass Molecular Heinosity im Durchschnitt härter klingt und vielleicht war gerade das gemeint, ich finde das Album aber stilistisch offener und obwohl natürlich wieder gefrickelt wird ohne Ende, ist es doch rein was einzelne Harmonien angeht doch ab und an mal eher im Fusion als im Prog Metal beheimatet.
Gleich geblieben ist der Projektcharakter zumal ein konstantes Line Up bei Mitgliedern wie Zakk Wylde oder Virgil Donati wohl eh nicht machbar wäre, trotzdem klingt Molecular Heinosity aber homogen genug, um als Bandalbum durchzugehen.
Sicherlich werde ich nie der größte Fan von DEREK SHERINIAN werden, dafür fehlt mir schlicht Gefühl und ein leichtes Durchatmen innerhalb der Stücke, trotzdem gefällt mir das aktuelle Album aus den o.a. Gründen besser als Blood Of The Snake.
Ein paar kleine Verschnaufpausen mehr wie z.B. in Ascension hätten Molecular Heinosity trotzdem gut getan und über die komplette Distanz von 40 Minuten wird mir die Chose zu eintönig. Dieser hört, wie gut und schnell ich zocken kann-Touch ist allgegenwärtig und das, obwohl mittlerweile doch wirklich jeder mitbekommen haben sollte, dass DEREK SHERINIAN ein ganz toller Hecht ist. Ein Stück wie Wings Of Insanity klingt wie ein ganz normaler, technischer Prog Metal-Song bei dem kein Sänger greifbar war und der deswegen zugenudelt wurde, das braucht im Prinzip kein Schwein! Das ruhige The Lone Spaniard klingt da einfach gelöster und ungezwungener, wie überhaupt die ruhigeren Momente für mich mehr Sinn machen. Ebenfalls erwähnen sollte man vielleicht, dass das abschließende So Far Gone von Zakk Wylde mit Gesang veredelt wurde, klingt jetzt aber auch nicht berauschend und endet dann irgendwann wieder im totalen Technik-Overkill!
Letzten Endes ist Molecular Heinosity mal wieder ein Stück Jazz für Nicht-Jazzer! Wer also die Aggressivität und den Drive im Metal haben möchte, aber technisch komplexen Instrumentalkram liebt, der mag hier mal wieder sein Glück finden. Wer bereits einen klitzekleinen Schritt weiter ist und mit TRIBAL TECH, PAT METHENY oder dem MAHAVISHNU ORCHESTRA erste zarte Bande geknüpft hat, der braucht wahrscheinlich weder dieses Album von DEREK SHERINIAN noch seine Arbeiten mit PLANET X!

Veröffentlichungstermin: 20.03.2009

Spielzeit: 39:50 Min.

Line-Up:
Derek Sherinian – keys
Zakk Wylde – guitars, vocals
Tony Franklin – fretless bass
Virgil Donati – drums
Brian Tichy – drums, guitar

Produziert von Derek Sherinian
Label: Inside Out

Homepage: http://www.dereksherinian.com

MySpace: http://www.myspace.com/dereksherinian2008

Tracklist:
01. Antarctica
02. Ascension
03. Primal Eleven
04. Wings Of Insanity
05. Frozen By Fire
06. The Lone Spaniard
07. Molecular Intro
08. Molecular Heinosity
09. So Far Gone