CIRITH UNGOL: Servants Of Chaos [Re-Release]

CIRITH UNGOL: Servants Of Chaos [Re-Release]

Diese Raritäten-Compilation der kultigen CIRITH UNGOL – auf deren Reunion wohl immer noch das gesamte KIT-Publikum sowie die komplette Epic Metal-Szene, insbesondere die italienische warten – erschien ursprünglich 2001, ist anscheinend allerdings nicht mehr ganz einfach zu bekommen. Daher haben Metal Blade das Teil noch mal veröffentlicht und zu den, mit insgesamt einunddreißig Songs randvollen, zwei CDs gleich noch eine Bonus-DVD dazu gepackt, die eine Live-Aufnahme aus dem Jahr 1984 enthält. Zu den Songs der ursprünglichen Version von Servants Of Chaos hat Fierce in seiner damaligen Rezension ja eigentlich schon alles gesagt. Es handelt sich teilweise um alternative Versionen bekannter Songs, unveröffentlichtes Material und Live-Aufnahmen.

Die merkwürdigen 80er-Synthies, die man bei vielen der Songs auf der ersten CD hört, finde ich eher befremdlich, die jeweiligen Album-Versionen ohne das Gefiepse klingen deutlich besser und vor allem weniger anstrengend. Es ist ja nicht so, dass CIRITH UNGOL mit ihrem deutlich Seventies-beeinflussten Kauz-Metal nicht schon eigen genug wären, woran sicher auch Tim Bakers Organ einen großen Anteil hat. Auch die Soundqualität an sich ist zum Teil nicht wirklich der Bringer, aber es handelt sich ja nun mal zum Teil auch um Demo-Aufnahmen und davon abgesehen, klangen CIRITH UNGOL auch auf ihren Alben noch nie nach Hochglanz-Produktion. Allerdings haben die Album-Versionen von beispielsweise Frost And Fire doch eine ganze Ecke mehr Bumms und vor allem keine dämlichen Synthies.

Für all jene, die bei CIRITH UNGOL der Gesang stört, gibt es auf der ersten CD auch diverse Instrumental-Songs. Hier ist besonders das ruhige, fast schon etwas trippige Maybe That´s Why hervorzuheben, welches sich zwar lediglich soundtechnisch etwas von der ebenfalls instrumentalen Version auf Frost And Fire unterscheidet, aber einfach nur ein wunderschönes Stück Musik ist. Ein großer Teil der Instrumentale klingt allerdings tatsächlich, wie Fierce schon anmerkte, eher nach Ideensammlung als nach ausgearbeitetem Song.

Auf der zweiten CD befinden sich unter anderem weitere Demo-Versionen, diesmal von Songs des Paradise Lost-Albums, die sich schon ein Stück weit von den ersten Alben unterscheiden und – vom Gesang mal abgesehen – etwas zugänglicher und weniger 70ies-lastig, dadurch auch etwas gewöhnlicher, aber keinesfalls schlecht klingen. Vor allem Chaos Rising gefällt mir ziemlich gut. Dazu gesellen sich mit Fire und Secret Agent Man auch zwei Cover-Songs und Live-Versionen von fünf Songs der ersten beiden Alben.

Die Bonus-DVD mit dem Live-Konzert liegt uns zur Bewertung leider nicht vor, den Aussagen von Drummer Robert Garven im Bandinfo zufolge wird es sich hierbei aber eher um eine Aufnahme in Bootleg-Qualität handeln. Da aber bisher so ziemlich kein Live-Material von CIRITH UNGOL existiert, wird das Teil für Die Hard-Fans sicherlich eine interessante Dreingabe sein. Neben der Doppel-CD plus DVD-Version im Digipack erscheint dieser Re-Release standesgemäß auch als Dreifach-LP. Alles in allem ist Servants Of Chaos auf jeden Fall eine verdammt umfangreiche und interessante Sammlung, dies aber wohl vor allem für Die Hard-Fans der Band. Einsteiger sind mit den regulären Alben zum Einstieg deutlich besser beraten, da diese schon eine Weile für ziemlich kleines Geld zu haben sind.

Veröffentlichungstermin: 18.11.2011

Spielzeit: 70:01 + 76:00 + DVD Min.

Line-Up:
Tim Baker – vocals
Jerry Fogle – guitar
Michael Flint Vujea – bass
Robert Garven – drums

Label: Metalblade

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/cirithungol

Tracklist:
CD 1
01. Hype Performance
02. Last Laugh
03. Frost And Fire
04. Eyes
05. Better Off Dead
06. 100 MPH
07. I´m Alive
08. Bite Of The Worm
09. The Twith
10. Maybe That´s Why
11. Ill Met In Lankhmar
12. Return To Lankhmar
13. Darnkess Weaves
14. Withdance
15. Feeding The Ants
16. Obsidian

CD 2
01. Death Of The Sun
02. Fire
03. Fallen Idols
04. Chaos Rising
05. Fallen Idols
06. Paradise Lost
07. Join the Legion
08. Before The Lash
09. Atom Smasher (live)
10. Master Of The Pit (live)
11. King Of The Dead (live)
12. Last Laugh (live)
13. Cirith Ungol (live)
14. Secret Agent Man
15. Ferrari 30SQV

DVD
Live at Wolf & Rissmiller´s Country Club, 09.11.1984:
01. I´m Alive
02. The Black Machine
03. Master of the Pit
04. King of the Dead
05. Death of the Sun
06. Finger of Scorn
07. Frost & Fire
08. Cirith Ungol

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.