CHTONIC: Takasago Army

Fernost fetzt! Die Tigerstaaten holen in Sachen Metal auf.

Der Asiate, er ist ein verrückter Hund! Erst zeigt er uns, wo im Frauenfußball der Hammer hängt – nämlich in Japan -, und nun, dass made in Taiwan kein Label ist, das für Minderqualität steht. Auch und gerade nicht in Sachen Metal.

Nach vorauseilendem Spott, noch vor dem ersten Anhören von Takasago Army, der mir Es gibt Reis, Baby! als Eröffnungssatz für die Rezension einflüstern wollte, mache ich mich nun zum Anwalt dieses Quintetts und nehme es gegen Vorwürfe in Schutz, es sei nur ein CRADLE-OF-FILTH-Klon. Mitnichten! rufe ich den Klangbestandsbewahrern zu. Und wo ich mich mit COFs Rüpel-Rumpel-Anleihen alter Schule oft schwer tue, da galoppieren CHTONIC auf oft schlichterem Dark-Metal-Riffing (DARK AGE!) durch meine Gehörgänge, eingängig, melodisch, wirkungsvoll. Aber nie beliebig. Im Gegenteil, CHTONIC haben ein Händchen für rundes und schlüssiges Songwriting. Takao, die gefühlte Single-Auskopplung, zu der es auch ein Video gibt, legt davon Zeugnis ab, wird auf dem Album jedoch von deutlich interessanteren Songs umrahmt.

Die Gitarren matschen ein wenig, die Drums sind übermäßig fett, die Synthies dominant, aber dafür entschädigen die dezenten asiatischen Klangeinsprengsel und ein angenehm unpathetisches Pathos.

Jetzt bräuchte man nur noch ein Booklet mit den Lyrics, um herauszufinden, ob CHTONICs Geschichte um die Takasago Army, die den Japanern im Zweiten Weltkrieg zur Hand ging, nicht zuviel von Heldentum und Patriotismus kündet. Abseits von Fußballweltmeisterschaften ist man da ja etwas sensibel.

Veröffentlichungstermin: 22.07.2011

Spielzeit: 40:37 Min.
Label: Spinefarm Records

Homepage: www.chthonic.tw

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/chthonictw