BURDEN OF GRIEF: Destination Dystopia

Auch nach drei Dekaden im Geschäft bleiben BURDEN OF GRIEF hungrig. Mittels vieler belebender Ideen bleibt der Mix aus Melodic Death und Thrash Metal auch auf “Destination Dystopia” frisch.

Man darf durchaus spekulieren, was genau BURDEN OF GRIEF so befeuert, sind sie doch in gewisser Weise eine rare Spezies. Selbst nach drei Dekaden im Geschäft sind die Kasseler noch hungrig, streben nach neuen Gipfeln und erklimmen diese geradezu spielend. „Destination Dystopia“ macht diesbezüglich keine Ausnahme, lässt aber zugleich eine mögliche Antwort auf die soeben gestellte Frage durchblitzen. Wohin man blickt, scheint es mit der Welt mehr denn je den Bach runterzugehen – genug Stoff, um sich kreativ auszuleben.

So lässt es der Titel vermuten und so setzt es das Quintett in eigentlich gewohnten Bahnen um: Den flotten Melodic Death Metal der Göteborger Schule vermählen BURDEN OF GRIEF mit einer kompromisslosen Thrash-Kante, was den grundlegend melodiefixierten Stücken wie „World Under Attack“ oder „Fall Into Oblivion“ die nötige Portion Biss verleiht. Kein Fall von Altersmilde also: Die Band nutzt ihre Erfahrung lieber, um den einzelnen Kompositionen individuellen Charakter zu verleihen. Den ansteckenden Groove von „A Daydream of Sorrow“ veredelt das Duo Hanfland/Hellmuth beispielsweise durch eine abgebrühte Rock’n‘Roll-Attitüde, welche sich nicht nur im coolen Solo bemerkbar macht.

BURDEN OF GRIEF halten “Destination Dystopia” mittels vieler belebender Ideen frisch

Die Balance ist darüber hinaus gut gewählt: Schnelle Melodic-Thrash-Keulen à la „Downfall“ stehen neben reflektierten Momenten wie dem Refrain von „Exposed To The Dark“, der ein wenig an ABLAZE MY SORROW erinnert; zudem beweist das nach vorn drängende „Fevered Dreams“ ein effektives Gespür für Melodien. „Destination Dystopia“ geht auch aus diesem Grund schnell ins Ohr, ohne sich an zeitgenössische Trends anbiedern zu müssen. Das gilt gleichwohl für die Vocals Mike Huhmanns, dessen Screams nicht die größte Bandbreite im Genre aufweisen mögen, dafür jedoch stets gut verständlich bleiben.

Auch das schafft Charakter, weshalb „Destination Dystopia“ ohne Füllmaterial auskommt. Im Gegenteil bringt die Band selbst im markigen Titeltrack ein gefühlvolles Gitarrensolo unter – nur eine von vielen belebenden Ideen, welche das Album frisch halten. Ob das Geheimnis hinter dieser Kreativität daher ausschließlich im desolaten Zustand der Welt zu finden ist, wollen wir getrost bezweifeln. Die lyrisch thematisierten Missstände mögen zusätzlicher Ansporn sein, neue Höhen erreicht man langfristig allerdings nur, wenn zuvorderst die Leidenschaft für die Musik an erster Stelle steht – eine beneidenswerte Eigenschaft, die BURDEN OF GRIEF zum Ende des dritten Jahrzehnts weiterhin auszeichnet.

Veröffentlichungstermin: 24.11.2023

Spielzeit: 46:10

Line-Up

Mike Huhmann – Vocals
Philipp Hanfland – Gitarre
Dominik Hellmuth – Gitarre
Florian Bauer – Bass
Manuel Lüke – Drums

Produziert von Kristian „Kohl“ Kohlmannslehner und Daniel Claar

Label: Massacre Records

Homepage: https://www.burdenofgrief.com/
Facebook: https://www.facebook.com/burdenofgrief

BURDEN OF GRIEF “Destination Dystopia” Tracklist

  1. World Under Attack
  2. A Daydream Of Sorrow (Video bei YouTube)
  3. Exposed To The Dark
  4. Downfall
  5. Fevered Dreams (Video bei YouTube)
  6. The Devil’s Bride
  7. Mass Murder Society
  8. Destination Dystopia
  9. Fall Into Oblivion
  10. My Suicide
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