BORN OF OSIRIS: Angel Or Alien

BORN OF OSIRIS ist mit “Angel or Alien” im Prinzip eine Blaupause des modernen Metalcore gelungen, die einerseits fordert, aber gleichzeitig auch etwas kompakter sein könnte.

Metalcore im Jahr 2021 Starterkit

☒ druckvolle Produktion
☒ transparenter Mix
☒ brachiale Screams
☒ markige Breakdowns
☒ eingängige Refrains
☒ technische Riffs
☒ dosierter Klargesang
☒ catchy Melodien
☒ flächiger Synthesizer-Einsatz
☒ Djent-Riffing

Auf dem Papier ist „Angel or Alien“ faktisch der Archetyp des modernen bzw. progressiven Metalcore. Sogar vor Saxofon-Samples schrecken BORN OF OSIRIS nicht zurück und verpassen so dem starken Opener „Poster Child“ und dem Abschluss „Shadowmourne“ eine zusätzliche Ladung Charakter.

An Abwechslung mangelt es dem Album ohnehin nicht: „Echobreather“ sorgt mit seinem klar gesungenen Refrain für das genreübliche Hitpotenzial, der Titelsong verleiht seiner poppigen Struktur dank verspielter Leadgitarren Tiefe, „Lost Souls“ fischt mit seinen Keyboards zum Auftakt kurzzeitig im Industrial und „Crossface“ durchbricht den Flow der Platte gezielt durch seine markanten Djent-Riffs.

BORN OF OSIRIS haben offenbar an alles gedacht

Zuvor gab es da schon in „White Nile“ den Kahlschlag im Moshpit, während „Oathbreaker“ zwischen futuristischen Synths und spannender Gitarrenarbeit die richtige Balance aus Härte und Zugänglichkeit findet. Diese Beobachtung können wir eigentlich auf das ganze Album anwenden, egal ob das Gitarrenduo McKinney/Rossi dezente IN FLAMES– und DARK TRANQUILLITY-Referenzen einfließen lässt oder die Vocals im Spannungsfeld von Death-Growls und Fry-Screams mit Dynamik punkten.

Spätestens wenn die Tech Death-Nummer „You Are The Narrative“ sowie das brutale „In For The Kill“ mit rhythmischen Spielereien locken, dürfte klar sein, dass BORN OF OSIRIS auf ihrer neuen Platte offenbar wirklich an alles gedacht haben. Und tatsächlich gibt es auf dem Papier nur wenig anzukreiden: „Angel Or Alien“ ist eine Blaupause für den Metalcore im Jahr 2021, der anfangs allerdings etwas einschüchternd wirken kann und sich dann nicht immer deutlich genug von etablierten Konventionen emanzipiert. 14 Songs bei 55 Minuten verspricht die Vollbedienung, die wir letzten Endes auch bekommen – auch wenn uns eine etwas kompaktere Scheibe am Ende des Tages vermutlich nicht weniger gefordert hätte.

Veröffentlichungstermin: 2.7.2021

Spielzeit: 55:12

Line-Up

Ronnie Canizario – Vocals
Lee McKinney – Guitars
Nick Rossi – Bass, Guitars
Joe Buras – Keyboards, Synthesizers, Vocals
Cameron Losch – Drums

Label: Sumerian Records

Homepage: http://bornofosiris.com/
Facebook: https://www.facebook.com/bornofosiris

BORN OF OSIRIS “Angel Or Alien” Tracklist

01. Poster Child (Video bei YouTube)
02. White Nile (Video bei YouTube)
03. Angel Or Alien (Video bei YouTube)
04. Waves
05. Oathbreaker
06. Threat Of Your Presence
07. Love Story
08. Crossface
09. Echobreather
10. Lost Souls
11. In For The Kill
12. You Are The Narrative
13. Truth And Denial
14. Shadowmourne