BONG: Bong

Dein Soundtrack für die nächste Bewusstseinserweiterung.

Als Bong wird eine bestimmte Art von Wasserpfeife bezeichnet, in der zumeist Cannabis, Cannabis-Tabak-Mischungen, aber auch andere rauchbare Drogen oder auch einfach nur Tabak geraucht werden. So zumindest die Aussage des deutschprachigen Wikipediaauftritts. Was man dort nicht weiß, BONG ist auch eine hochgradig psychedeliche Doom-Band aus Großbritannien, zu deren Konsum das gleichnamige Rauchgerät bei einigen Hörern wohl durchaus Verwendung finden könnte. Denn das Gebotene ist extrem repetitiv und durch den mantraartigen Aufbau der Lieder leicht bekömmlich zum Abdriften in andere, dunkle Dimensionen.

Grob lässt sich der Sound des selbstbetitelten Jam-Album zwischen SLEEP, den damit verwandten OM und einer handzahmen Version von UFOMAMMUT kategorisieren. Doch wer nun auf entfesselnde Nackenbrecher-Riffs und/oder auf schwer groovenden Schlagzeugparts wartet, wird bei BONG nicht fündig. Sie gründen ihr Fundament mehr auf psychedelichen Boden und lassen sich auch viel Zeit bei der Errichtung ihrer Songs. Allein die Titellängen der drei Songs (keiner endet unter 17 Minuten) spricht Bände. Hier wird sehr behutsam gearbeitet und nur sehr zögerlich stoßen neue Elemente auf den Hörer ein – in Angst man könnte ihn womöglich überfordern und aus dem erzeugten Sog reißen. Die Hauptverantwortlichen für diesen Strudel sind dabei der allgegenwärtige Sitarklang und der fast schon schamanisch rituelle Gesang, die von einem Gerüst aus bratzelnden Basstönen und extrem meditativen Drumtakten gestützt werden. Ab und zu ruft sich der Gitarrist, welcher sonst nur sehr hintergründig die Rhythmusfraktion unterstützend agiert mit spacigen Soundeffekten in die Erinnerungen des Konsumenten zurück und steigert den Tripfaktor weiter. Allerdings sprechen wir hier nicht von fröhlichen und leichtbekömmlichen Eskapaden, sondern vielmehr strahlt die Musik eine unterschwellige Bedrohung aus, die an SUNN O))) erinnert.

Doch mehr als die eben beschriebenen Elemente haben BONG nicht zu bieten und damit auch schon ihr Pulver verschossen. Überraschungen sind schlicht Fehlanzeige. Unter den Bewertungskritieren für normale Musik würde man den Songs, besonders The Starlit Grotto, welcher geschlagene achteinhalb Minuten benötigt um den ersten Snareschlag zu platzieren und mit einem Spoken Word Abschnitt aufwartet wohl Langatmigkeit, fehlende Kompaktheit und schlicht Ideenarmut vorwerfen. Aber so funktioniert die Welt von BONG nun einmal nicht und der geneigte Grünliebhaber wird Ritual Productions für diesen CD-Release der vergriffenen Vinylausgabe sicherlich danken. Neben den extra langen und ungekürzten Versionen der Erstveröffentlichung findet sich mit Asleep auch noch ein neuer Track auf dem Silberling. Dieser steht den anderen Songs in nichts nach und reiht sich ohne Probleme als Schlusspunkt ein.

Veröffentlichungstermin: 08.10.2012

Spielzeit: 61:46 Min.

Line-Up:
Mike Smith – Drums
Dave Terry – Bass, Vocals
Ben Freeth – Sitar, Shahi Baaja
Mike Vest – Guitars, Effects
Label: Ritual Productions
Mehr im Netz: http://www.myspace.com/landbong

Tracklist:
1. Wizards of Krull
2. The Starlit Grotto
3. Asleep