BEHEMOTH: Opvs Contra Natvram

Zum zwölften Mal holt Polens Extrem-Metal-Export BEHEMOTH zum Rundumschlag aus. Mit “Opvs Contra Natvram” hat man ein zehn Tracks umfassendes Album am Start, das die Osteuropäer nur ein Jahr nach ihrem 30-jährigen Bandjubiläum veröffentlichen. Dazu steht eine Tour mit ARCH ENEMY an, die die Konzerthallen gut füllen sollte. Denn Frontmann Adam “Nergal” Darski spielt mit der Wut im Bauch, denn der destruktive Zustand der Welt macht ihn unglücklich, religiöse Hetzer aus Polen versuchen immer wieder, seine Band an den Pranger zu stellen.

Mit Wut im Bauch ab in extreme Gefilde

Deshalb ist es nicht so weit hergeholt, wenn sich Nergal mit dem Rebellen Spartacus identifiziert und ihm einen Song widmet: In “Neo-Spartacvs” heißt es “I am Spartacus and so are you”. Auch das dreiminütige Intro “Post-God Nirvana” umschreibt mit seinen düsteren Soundcollagen und Nergals Schlachtrufen die wütende Stimmung des Polen gut und mündet in messerscharfem Blackened Death Metal, nämlich dem Titel “Malaria Vvlgata”. Das Tempo ist hoch, der Sound roh und mit gut zwei Minuten hält sich die Spielzeit in Grenzen.

Das darauffolgende “The Deathless Sun” ist nicht nur auf der Vorab-EP “Thy Becoming Eternal” zu finden, sondern zählt zu den stärksten Momenten des Albums. Die Leadgitarre zündet ein wahres Feuerwerk mit ihren im hohen Tempo gehaltenen und präzise umgesetzten Läufen. Nergal predigt nahezu die Lyrics, was dem Song eine gewisse Epik verleiht. BEHEMOTH zeigen einmal mehr, dass sie mit Atmosphäre den Spannungsbogen stark strapazieren, aber es dabei zu keinem Zeitpunkt übertreiben.

Noch einen Tick epischer und düsterer kommt “Ov My Hercules Exile” daher. Das liegt wohl am mäßigen Tempo und den im Hintergrund (spärlich) eingesetzten Chor. Abermals fällt das enorm virtuose Drumming von Inferno auf, das jeden Song bereichert und hin und wieder auch Percussions einsetzt. Die Nummer “Off To War!” behandelt das – in diesen Tagen – heikle Thema Krieg. Militante Zeiten bringen eben militante Musik und deshalb wurde das Tempo erhöht, der Song klingt stellenweise fast punkig und endet mit einem Extrem-Metal-Part.

Harte Klänge in harten Zeiten: BEHEMOTH pendeln zwischen Black Metal und Death Metal

Das sechseinhalbminütige, abschließende “Versvs Chtistvs” ist nicht nur der längste Titel, sondern auch sehr abwechslungsreich und eigenständig. Dunkle Piano-Klänge gepaart mit Nergals Stimme machen den Anfang und kreieren eine düstere, bedrohliche Stimmung. Nach gut zwei Minuten machen Blast-Beat-Attacken klar, dass der Titel zwischen ruhigen und wilden Passagen wechselt. Doch je länger der Song dauert, desto bestimmender werden die harten Parts und zeigen, wofür BEHEMOTH bekannt sind. Nämlich für extremen Metal, der zwischen Black- und Death-Elementen hin und her pendelt.

Stellvertretend für den Sound der Band kann man getrost “Disinheritance” erwähnen. Sowohl Neulinge als auch Fans werden ihre wahre Freude mit diesem schnellen, extremen Stück haben. “Once Upon A Pale Horse” hingegen überzeugt mit stampfenden Beats und Drummer Inferno begeistert einmal mehr mit tollen Double-Base-Salven und gekonnten Fills. Einzig “Thy Becoming Eternal” lässt etwas zu wünschen übrig – man vermisst etwas die Durchschlagskraft, die bei allen anderen Titeln Programm ist.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass “Opvs Contra Natvram” ein durch und durch gelungenes Album geworden ist. Vergleiche mit den Vorgängern hinken ein wenig, denn BEHEMOTH wollten nicht nur etwas Neues kreieren, sondern es ist ihnen auch gelungen. So bleibt von meiner Seite aus lediglich die Empfehlung, in den Release reinzuhören – der Rest ergibt sich von selbst.

Veröffentlichungsdatum: 16.09.2022

Label: Nuclear Blast

Spieldauer: 43:28

Line Up:
Nergal – Vocals (lead), Gitarre
Orion – Vocals (backing), Bass
Infern – Drums, Percussions

BEHEMOTH “Opvs Contra Natvram” Tracklist

Post-God Nirvana
Malaria Vvlgata
The Deathless Sun (Video bei YouTube)
Ov My Herculean Exile (Video bei YouTube)
Neo-Spartacvs
Disinheritance
Off To War! (Video bei YouTube)
Once Upon A Pale Horse
Thy Becoming Eternal (Video bei YouTube)
Versvs Christvs

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