BASANOS: Cracking The Sledge

PANTERA-Metal nach Wiener Art. Etwas fettig. Etwas stumpf.

Basanos? Ist das Spanisch beziehungsweise sowas wie Los Tios oder Papacitos? Oder ist das griechische Wort für Sklavenfolter gemeint? Denn Google spuckt dies als einzig sinniges Ergebnis aus. Nun gut, dann hat sich das Wiener Quartett eben nach einer griechischen Unannehmlichkeit benannt. Es kommt erfahrungsgemäß ja viel Unannehmliches aus Griechenland, und aus Wien sowieso. Gestern zum Beispiel speiste ich Wiener Backhendl, verführerisches Zeug, die unbestrittene Königsklasse der Hendlzubereitung. Jedoch weiß ich nun, was das Wort Blutfette wirklich bedeutet und welche Tragweite es besitzt. Blutfette, jaja, passt schon, denkt man sich und winkt ab, und dann merkt man, wie die eigenen Blutkörperchen paniert und frittiert werden, keinen Sauerstoff mehr transportieren und man sachte in ein Hendlkoma hinübergleitet.

Ja, und dann ist der-Tag-nach-dem-Hendl, man hat einen schlimmen Fettkater, das Hirn von der Lipidvergiftung buttermatt, und muss eine Rezi verfassen. Da macht man es sich einfach und schreibt bissle vom Promozettel ab, denn: er hat ja recht. BASANOS sind mit PANTERA groß geworden, mit DOWN erwachsen, mit HATEBREED alt – das hört man überdeutlich. Midtempo-Kracher, Grooven, Moshen, Fetteinsaufsmaul. (Der Promozettel formuliert es etwas dezenter.)

An die musikalische Klasse und spielerische Präzision der leuchtturmgroßen PANTERA kommen BASANOS nicht heran, klar, zudem gilt hier oft stumpf ist Trumpf. Machen wir uns nix vor: BASANOS gehören auf die Bühne, um live zu toben und zu dröhnen. Aber lieber nur als Vorband. Für höhere Weihen ist es halt doch zu wenig smooth, zu stumpf, und leider halt auch zu atzig, um es mehr als 25 Minuten ertragen und unter einem anderen Gesichtspunkt als den der Erheiterung betrachten zu können.

Hartnäckige Genre-Fans sind mit dem PANTERA-Back-Catalogue oder den Schwaben UNDERTOW vielleicht besser beraten. Vielleicht. Aber das ist wie mit Wiener Backhendl. Man muss es ausprobiert haben, um sich über Vorzüge und Schattenseiten ein Urteil bilden zu können.

Veröffentlichungstermin: 26.09.2011

Spielzeit: 45:35 Min.

Line-Up:

Jochen Hagl – Vocals
Roman Skomar – Gitarre
Wolf-Dieter Vogl – Bass
Moritz Rauter – Drums

Label: Noise Head Records

Homepage: http://www.basanos.net/

Tracklist:

1. The Challenge
2. Control
3. Feed Us
4. Impressions
5. Break The Oath
6. Now
7. On My Way
8. Cracking The Sledge
9. Warfare
10. See The Truth
11. Aggressor