ARCHGOAT: All Christianity Ends [EP]

Ein halbes Jahr nach „Worship The Eternal Darkness“ legen ARCHGOAT vier neue Songs nach. Aber ist das konservative, stumpfe Geprügel auf „All Christianity Ends“ auch wirklich unverzichtbar?

OK, das Konzept von ARCHGOAT muss nicht groß erklärt werden. Deshalb kommt schon mal das Lachen auf, wenn es heißt, dass „All Christianity Ends“ die Debüt-EP „Angelcunt (Tales Of Descecration)“ aus dem Jahr 1993 fortführt. Es wird natürlich schnell klar, dass es hier nicht um die stets präsente konzeptuelle Kritik an organisierten Religionen geht, sondern um die Musik. Und die kann sich hören lassen – wenn man es immer wieder mal stumpf und recht ursprünglich braucht. Denn im Vergleich zu ihrem letzten Album zeigen sich ARCHGOAT auf „All Christianity Ends“ deutlich traditioneller.

Viermal Halleluja! ARCHGOAT bieten mit „All Christianity Ends“ einen sinnvollen Nachschlag zu „Worship The Eternal Darkness“.

Vier neue Songs, und das kein halbes Jahr nach dem letzten, richtig guten Album „Worship The Eternal Darkness“. ARCHGOAT finden den Mittelweg aus dem frühen Sound und der Neuzeit. Nachdem das Trio zuletzt auch Einflüsse aus Grind, Crust und Doom in der Musik hatte, sind die vier Songs auf „All Christianity Ends“ purer und roher als zuletzt. Das Geholze ist zwar deutlich reifer als auf der EP von 1993 und nicht so fragmentiert und so chaotisch wie „Jesus Spawn“, aber ähnlich schnörkellos und absolut kompromisslos. Auch das spielerische Niveau ist naturgemäß höher, weil einfach tighter. Und auch das Songwriting ist souveräner, hat aber noch den gleichen Assi-Underground-Charme wie damals.

„All Christianity Ends“ ist so stoisch traditionell, dass es erfrischend wirkt. Sägende Riffs, begleitet von Gegurgel und Geröchel und hektischen Blast Beats dominieren die vier Tracks – da zwischen bremsen ARCHGOAT immer wieder und lockern die Songs mit schleppenden Grooves auf. „Ascension Towards The Promethean Fire“ und „Nightside Prayer“ sind dabei so urtypisch für ARCHGOAT, dass sie perfekte Einstiegshilfen in die Welt der Band darstellen, „Crown Cloaked With Death“ fungiert als schwer groovendes Midtempo-Stück, das immer wieder in Richtung Uptempo und Blasts schielt und „The Semen Of Anti Mastery“ beendet die EP beschwingt mit einem thrashigen Finale. Viermal Halleluja!

Trotz traditioneller Ausrichtung ist „All Christianity Ends“ sehr facettenreich – ARCHGOAT sind in ihrem Bereich eben Champions

Nach „Angelcunt (Tales Of Desecration)“ vor knapp dreißig Jahren lösten sich ARCHGOAT zum ersten Mal auf. Dass ein neuerlicher Split bevorsteht, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Das Trio klingt so vital und spielfreudig wie immer in den letzten Jahren. „All Christianity Ends“ ist bestens geeignet für konservative Black / Death Metal-Fans, die neben Terror auch ein Quäntchen Atmosphäre in der Musik brauchen. Diese vier Songs zeigen erneut, dass ARCHGOAT in ihrem Bereich Champions sind – ein sinnvoller Nachschlag zu „Worship The Eternal Darkness“ also. Wer hiervon spielerische Finessen und Innovationsfreude erwartet, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

VÖ: 22. April 2022

Spielzeit: 17:37

Line-Up:
Ritual Butcherer – Guitar
Lord Angelslayer – Vocals & Bass
Goat Aggressor – Drums

Label: Debemur Morti Productions

ARCHGOAT „All Christianity Ends“ Tracklist:

1. Ascension Towards The Promethean Fire (Official Audio bei Youtube)
2. Crown Cloaked With Death
3. Nightside Prayer
4. The Semen of anti Mastery

Mehr im Netz:

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