So klingt es also, wenn Punkrocker erwachsen werden. Der Opener „Nothing“ dröhnt wuchtig aus den Boxen, in den Strophen wird ein bisschen mit Pro-Tools gespielt (ja, damit werden gewöhnlich die Songs von Ricky Martin und Britney Spears produziert), ehe die verzerrten Gitarren wieder einsetzen. Moderne, harte Rockmusik eben, der Sänger Jason Perry von Anfang an seinen Stempel aufdrückt. Trotz seiner rauen Stimme bemüht er sich immer wieder melodische Akzente zu setzen.
Dieses Trademark unterscheidet A von der Konkurrenz, wobei ich das Gefühl nicht loswerde, dass Ronnie Atkins hier heimlich im Studio aktiv war. Wäre es einen Tick langsamer gespielt, würde „Something’s Going On“ zum Beispiel ohne weiteres als PRETTY MAIDS-Song durchgehen! Auch „Took It Away“ und „Pacific Ocean Blue“ kommen äußerst melodisch und eingängig daher, und haben durchaus ihren Reiz. Bei mir will der letzte Funke zwar nicht überspringen, doch gute Laune können die genannten Stücke problemlos verbreiten.
„Hi-Fi Serious“ ist eine gut produzierte Punk-/ Pop-/ Alternative-Platte
Natürlich gibt es auch etwas härtere Songs und eine Ballade („The Springs“), die für Abwechslung sorgen, wodurch sich A deutlich von der allgemeinen Poppunk-Konkurrenz unterscheiden. Allerdings ist mit dem abschließenden Titelsong auch ein Totalausfall auf der CD, da auf einmal Sprechgesang und RAGE AGAINST THE MACHINE-lastigen Rhythmen das Bild bestimmen.
Warum die Band einen Keyboarder hat, ist mir jedoch nicht ganz klar, denn man hört wirklich nichts von ihm. Dies ändert nichts daran, dass „Hi-fi Serious“ eine sehr gut produzierte Punk/Pop/Alternative-Platte ist. Allerdings steht und fällt sie mit dem Gesang, der weder richtig aggressiv noch klar und melodisch klingt. Wem das nichts ausmacht, der sollte A mal ein Ohr schenken (nein, bitte nicht wörtlich nehmen!).
A können auch gute Hooklines schreiben
Mein persönlicher Lieblingstrack ist „Starbucks“, das mit einer schönen Hookline und einem lesenswerten Text ausgestattet ist. Überhaupt muss ich an dieser Stelle lobend erwähnen, dass es im Inlay zu jedem Text einen kurzen Kommentar von Jason Perry gibt. Wen sowas nicht interessiert, der braucht es nicht zu lesen, doch ich habe jedenfalls mit Interesse seine Worte gelesen.
Spielzeit: 45:37 Min.
Line-Up:
Jason Perry: vocals
Mark Chapman: guitars
Daniel P. Carter: bass
Giles Perry: keyboards
Adam Perry: drums
Produziert von Al Clay
Label: London Records / EastWest Records
A „Hi-Fi Serious“ Tracklist
1. Nothing
2. Something’s Going On
3. 6 O’clock on A Tube Stop
4. Going Down
5. Took It Away
6. Starbucks
7. The Springs
8. Shut Yer Face
9. Pacific Ocean Blue
10. The Distance
11. W.D.Y.C.A.I.
12. Hi-fi Serious