Realitätsflucht, Therapie, Katharsis. Wir neigen dazu, der Musik alle möglichen Attribute zuzuschreiben. Weil sie uns hilft, weil sie uns gut tut, weil sie tiefgreifende Emotionen in uns auslöst. Ganz besonders berührt sie uns aber immer dann, wenn sich in ihr das eigene Seelenleben offenbart. Authentisch und ungeschönt legt auch "Scorched Earth" (2025) den Finger in die Wunde. Mit ihrem sechsten Studioalbum verarbeiten HARAKIRI FOR THE SKY persönliche Erfahrungen, stellen sich der eigenen Zerrissenheit und lassen uns ganz unverblümt am Schmerz teilhaben. Weil sich hinter den dynamischen wie ausladenden Kompositionen aber für gewöhnlich mehr verbirgt als nur die vordergründige Melancholie, haken wir bei Frontmann J.J. nach, um gemeinsam ein wenig tiefer zu graben.
Für ein Debüt war "Thrill Seeker" schon im Jahr 2005 erstaunlich ausgereift. Den charakteristischen Zug nach vorne bewahrt sich die Neuauflage genauso wie das kompromisslose Auftreten der Band.
ONI gehen kein Risiko ein und begehen auf "Genesis" die gleichen Fehler wie zuletzt. Eine eigene Identität kann die Band kaum formen, wenn man nur den Genre-Konsens zum Maßstab nimmt.
Anderthalb Stunden lang zelebrieren DARK FORTRESS ihren Abgesang: "Anthems From Beyond The Grave" überzeugt mit blitzsauberer Performance und einer abwechslungsreichen Setlist.
EIDOLA setzen weiter auf Kreativität, schlagen aber auf "Mend" eine andere Richtung ein. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, birgt aber unerwartetes Wachstumspotenzial.