MONSTER MAGNET: Mindfucker Tour 2018, Garage Saarbrücken

Warum man sich manche Entscheidungen nicht ganz leicht macht, ist oft im Nachhinein schwer zu verstehen. Die Idee bei schönstem Sommerwetter an einem Maiabend auf ein Dorffest zu gehen hätte beinahe einen der bisher besten Konzertabende dieses Jahres ungeschehen gemacht. Glücklicherweise haben wir die richtige Entscheidung getroffen und uns am 9. Mai 2018 auf den Weg in die Saarbrücker Garage gemacht. Es war schon eine Weile her, dass MONSTER MAGNET die alte Fordgarage in der Saarbrücker City bespielt haben. War also mal wieder Zeit! Als wir gegen 19 Uhr die Garage betraten, dröhnte schon die Supportband aus den Boxen der Venue. Im Foyer war, wie meistens, der Merch Booth aufgebaut. Wer sich noch schnell neu einkleiden wollte oder musste, hatte hier durchaus die Qual der Wahl.

Mit Trompete und Flachmann: ¡PENDEJO! rockten!

Ohne jede Erwartung und ohne eine Vorahnung wer die Vorgruppe sein könnte, gingen wir rein. Drinnen hatten sich bereits zahlreiche Fans vor der Bühne versammelt. Das erste was ins Auge stach, waren der bärtige mit Trompete bewaffnete Frontman und der Mann mit der Posaune.
Wie sich später herausstellte, handelte es sich um ¡PENDEJO! Auch wenn einem das spanisch vorkam und der Sänger eine Mischung aus Englisch, Deutsch und Spanisch sprach, standen wir vor einer niederländischen Rockband. Kurz gegoogelt übersetzte mir der Translator den spanischen Bandnamen mit „Arschloch“. Danach sah die Band weder aus, noch hörte sich die Musik so an. Nun ja. El Pastuso gab alles und rockte mit Flachmann und/oder Trompete bewaffnet die Show.

Es wurde umgebaut. Die hinten abgetrennte Garage hatte sich nun doch ganz ordentlich gefüllt. Fasziniert beobachtete ich, wie grüne Leuchtstreifen ca. 20 Zentimeter vom Bühnenrand entfernt auf den Boden geklebt wurden. Weil MONSTER MAGNET sonst von der Bühne fallen? Diese Überlegung musste ich abrupt beiseite schieben.

MONSTER MAGNET auf „Mindfucker“ Tour!

Es war viertel nach acht. Das Licht wurde gedämmt, laute Pfiffe waren hörbar. Es ging los: „Dopes to Infinity“ vom gleichnamigen Album eröffnete die Show. Anschließend rockten MONSTER MAGNET „Rocket Freak“, „Soul“ und „Mindfucker“ vom aktuellen Album „Mindfucker“, nach dem auch die Mindfucker-Tour benannt worden war. Daran, dass bereits bei drei neuen Titeln in Folge deutlich Bewegung in die Menge kam, konnte man erkennen, dass der ein oder andere schon „Mindfucker“- infiziert war. Frontman Dave Wyndorf gab stimmlich alles und riss sein Publikum mit. Da der Sound in den vorderen Reihen nicht überzeugte, ließen wir uns den Rest der Show von etwas weiter hinten aufs Gehör knallen. „Radiation Day“ von „Monolithic Baby!“ donnerte aus den Boxen, Drummer Bob Pantella tropfte bereits ordentlich. Und auch der Mann am Viersaiter zeigte was er drauf hat.

MONSTER MAGNET auf Hit-Kurs! Alles was Fans glücklich macht!

Mit „Look to your Orb for the Warning“ und „When the Hammer comes down“ dröhnten zwei weitere Klassiker durch die bereits deutlich aufgeheizte Garage, wobei die schwitzende Menge gut mitging. Beim anschließenden „Negasonic Teenage Warhead“ kochten die vorderen Reihen fast über. Und an dieser Spaßstimmung konnte auch das kariert-orange beleuchtet etwas merkwürdig aussehende Backdrop nichts ändern. Nun folgte ein Highlight dem nächsten. Nachdem der „Space Lord“ seine Fans hüpfen lies, gab es vom bis dahin mit gesprochenen Worten sehr zurückhaltenden Frontman doch noch ein kurzes: “It`s good to see you“ und mit einem „Thank you!“ verließen MONSTER MAGNET die Bühne. Gutgelaunt kehrten die Jungs nach einigen „One-more-song“-Rufen und Pfiffen zurück.

Back on stage gab es endlich die von vielen langersehnten Zugaben. „Ejektion“, „End of Time“ und  “Powertrip” ließen Temperatur und Stimmung weiter steigen! Der Abend endete mit Jubelgeschrei, Pfiffen, Klatschen und einem Blick in viele glückliche Gesichter!

Fotos: Anke Braun/ vampster.com