TOTENMOND: Tonbergurtod

TOTENMOND: Tonbergurtod

Das neue und zugleich sechste Full-Length-TOTENMOND-Album rockt!

Und zwar – wie immer eigentlich – im positivsten wie fettesten Sinne.

Das mag zum einen am Mördersound bzw. der knackigen Produktion, mit der man Achim Köhler (u.a. ZAR, WIZO
PRIMAL FEAR, BRAINSTORM, SACRED STEEL, SINNER) beauftragte, liegen – aber natürlich auch und in erster Linie am tonnenschweren Songmaterial, das sich auf insgesamt zehn Songs verteilt und keinen einzigen Fan der Band ernsthaft enttäuschen dürfte.

Das Trio um Sänger/Gitarrist Pazzer leistet sich auch fünfzehn Jahre nach der Umbenennung in TOTENMOND (vorher zockte man knapp fünf Jahre in der Punk-Combo WERMUT) keine solchen, sondern agiert innerhalb des TOTENMOND-Stils relativ abwechslungsreich.

Beispiele? Gerne!

Der Opener Wurmerbarmend mutiert nach einem kurzen Intro zu einem brachialen Thrash-Brett und macht die Nackenmuskeln für die weiteren Songs schon mal locker.

Das folgende Heroin startet mit einer unüberhörbaren Punk-Attitüde, wird aber durch einen zwar kurzen, aber eher groovigen Mittelteil etwas aufgelockert.

Blutost wurde mit einem mehr stampfenden als flotten Tempo versehen (auch wenn zum Ende hin etwas Fahrt aufgenommen wird) und auch Samenroh –Wird Kein Leben beginnt eher verhalten, bevor dieser Track sich zu einem schnellen Thrash-Monster entwickelt.

Leider finde ich immer dann, wenn die Band das Gaspedal bis fast zum Bodenblech durchtritt, die Songs nicht wirklich gut, etwas zu stumpf und gewöhnlich. Für mich arten die Stücle dieser Art leider zu sehr in Gehacke aus. Ich stehe eher auf Tracks wie das schleppende Angstbeißer“, das beinahe schon doomig und durch den teilweise geflüsterten Sprechgesang fast schon bedrohlich wirkt, und Heidenfeuer, das von seiner BLACK SABBATH-artigen Schwere lebt und von längeren Instrumentalpassagen geprägt ist.

Deine Leiche ist nicht nur der längste Song des Albums, sondern musikalisch ein Zwitter aus Highspeed-Blastattacken und doomig-schweren Sounds. Interessant, aber sehr an den Nerven zerrend.

Im Schwarzen Kreis kann man als kurz-knackigen straighten Thrasher aus der SODOM-meets-SLAYER-Schule bezeichnen, der fast schon Rock’n’Feeling versprüht.

Erneut eine verdammt starke Scheibe, auch wenn das
deutsche Metalcore-Dreigestirn aus Backnang das Rad nicht neu erfindet.

Aber andererseits agiert das Trio auf so eigene Art und Weise, dass Querverweise zu anderen Bands irgendwie nicht so recht greifen wollen.

Auf Anhieb fallen mir da als artverwandte Bands nur WARPATH, RICHTHOFEN und mit Abstrichen noch SODOM ein.

Aber sonst? Habt ihr ’ne Idee?

Veröffentlichungstermin: 27.06.2005

Spielzeit: 42:56 Min.

Line-Up:
Pazzer – Vocals, Guitars

Senf – Bass

S.P. Senz – Drums

Produziert von Achim Köhler
Label: Massacre Records

Homepage: http://www.totenmond.de

Email: juhuhlia@aol.com

Tracklist:
Wurmerbarmend

Heroin

Angstbeißer

Blutost

Samenroh – Wird Kein Leben

Heidenfeuer

Deine Leiche

Im Schwarzen Kreis

Das Ewige Bluten – Faustrecht

Tonbergurtod – Kastrazion