OLD MOTHER HELL: Old Mother Hell

OLD MOTHER HELL: Old Mother Hell

OLD MOTHER HELL entstanden 2015 aus der Asche der Mannheimer Thrash Metal-Band HATCHERY. Die Band veröffentlichte ihr selbstbetiteltes Debüt im September letzten Jahres in Eigenregie. Inzwischen haben Cruz Del Sur Records einmal mehr ihren hervorragenden Geschmack bewiesen, sich die Band gekrallt “Old Mother Hell” erneut veröffentlicht. Die Band bezeichnet ihren Stil als Epic Power Doom, was ich ehrlicherweise als ziemlich unzutreffend empfinde, denn mit Doom hat der Sound von OLD MOTHER HELL eigentlich wenig am Hut. Klar, die erste Hälfte des mächtigen Openers “Mountain” zitiert schon recht deutlich “Iron Man” von BLACK SABBATH und auch im weiteren Verlauf streuen OLD MOTHER HELL die eine oder andere langsame, schleppende Passage ein. Aber insgesamt hat die Band den Fuß doch deutlich zu fest auf dem Gaspedal, um wirklich als Doom-Kapelle durchzugehen.

Epic Power Doom? OLD MOTHER HELL sind eher im Heavy Rock und Metal beheimatet

Für mich klingt das eher nach klassischem Heavy Rock und Metal. Schon mit der zweiten Hälfte von “Mountain” rocken OLD MOTHER HELL alles weg. Wirklich schwache Songs gibt es unter den sechs Stücken keinen einzigen. “Narcotic Overthrow” und “Another War” sind treibende Rocker während der über acht Minuten lange Titelsong das Album episch beendet. Wer sich also vom “Doom”-Etikett hat abschrecken lassen, sollte der Band auf jeden Fall eine Chance geben – denn OLD MOTHER HELL haben mit ihrem Debüt eine verdammt gute Scheibe eingespielt – heavy, rau und kantig, gleichzeitig aber mit packenden Melodien.

Auch klanglich gibt es an “Old Mother Hell” nichts zu kritisieren. Die Scheibe wurde von der Band fast komplett live eingespielt – lediglich der Gesang und die Soli wurden nachträglich eingefügt. Das Ergebnis ist eine großartige, natürliche, raue und ordentlich drückende Produktion, die manch größere und etabliertere Band peinlich berührt zurücklassen müsste.

Bernd Wener könnte mir auch das Telefonbuch vorsingen – schreibt aber richtig gute Texte

Frontmann Bernd Wener klingt mit seinem rauen Gesang häufig nach Blackie Lawless von W.A.S.P., was natürlich immer eine gute Sache ist. Eine Freundin sagte mal folgendes über Chris Birx von MOTORJESUS: “Ist eigentlich egal was der singt, mit der Stimme könnte der mir auch das Telefonbuch vorlesen”. Mit Bernd Wener geht mir das ganz ähnlich. Wer dann auch noch Texte gegen Faschos und dumpfe Panikmache schreibt, der hat bei mir sowieso gewonnen. Und wo ich gerade schon völlig willkürlich den Namen MOTORJESUS ins Spiel gebracht habe – mit einer Band wie dieser könnte ich mir OLD MOTHER HELL deutlich besser auf einer Bühne vorstellen, als inmitten eines Doom Metal-Packages.

OLD MOTHER HELL haben auf ihrem Debüt einfach alles richtig gemacht und überzeugen mit einer guten halben Stunde purer Riff-Power und packendem, eindringlichen Gesang. Ein mehr als hoffnungsvoller Newcomer, von dem wir hoffentlich noch viel hören werden. Neben der überall erhältlichen Cruz Del Sur-Version könnt ihr “Old Mother Hell“ auch über die Bandcamp-Seite zu sehr fairen Preisen direkt über die Band beziehen.

Veröffentlichungsdatum: 23.02.2017

Spielzeit: 34:15

Line Up:
Bernd Wener – guitars, vocals
Ronald Senft – bass
Ruben André – drums

Produziert von: Jens Siefert @ Rama Studio

Label: Cruz Del Sur

Bandhomepage: https://www.oldmotherhell.de
Facebook: https://www.facebook.com/oldmotherhell
Bandcamp: https://oldmotherhell.bandcamp.com/

Tracklist:
01. Mountain
02. Narcotic Overthrow
03. Another War
04. Howling Wolves
05. Kneel To No God
06. Old Mother Hell