NOMAD SON: The Eternal Return

NOMAD SON: The Eternal Return

Ich weiß noch gut, wie erfreut NOMAD SON-Basser Albert war, dass ich den super guten Rotwein, den er mir mit seinen Kollegen FORSAKEN geschenkt hatte, erst mal noch zwei Jahre ruhen ließ, bevor ich ihn genossen hab. Wow, das ist auch schon bald vier Jahre her. Aber wie mit einem gepflegten Wein ist es auch mit dem Doom auf dem Inselstaat Malta, er wird seit Jahren immer besser. Beleg dafür waren natürlich FORSAKEN und sind aktuell ganz klar NOMAD SON. Mit ihrem zweiten Album The Eternal Return lassen sie da keinen Zweifel aufkommen.

Die Mischung aus klassischem Heavy-Rock und traditionellem Epic-Doom-Metal des starken Debüts First Light haben die sympathischen Knaben beibehalten, hier kommt alles aber weitaus runder und fetter. Ein kurzes Intro, ein schrille Schrei Richtung frühe JUDAS PRIEST, und ab geht der Pogo. Wie kaum eine andere Band sind NOMAD SON oft viel zu schnell für Doom, viel zu energisch, und doch kauzig genug und mit direkten, respektvollen Verbeugungen vor ihren Vorbildern, dass ihnen eben gerade die traditionelle Doom-Szene spätestens jetzt zukünftig aus der Hand fressen dürfte. Die größten Helden sind weiterhin die Gottväter des Dooms BLACK SABBATH, vor allem aber die Großmeister der zweiten Doom-Generation, CANDLEMASS. Mag der kurze Opener noch heroisch in die flotte True-Metal-Ecke drücken, ab Sigma Draconis wird die Begeisterung für die Schweden überdeutlich. Beeindruckend ist dabei, dass sie nicht, wie fast üblich, nur bei deren Meilenstein Nightfall klauen. Das epische Can´t Turn The Tide (Lange kein so cooles Yeah mehr gehört!) erinnert an das sträflich unterbewertete Chapter 6-Album von CANDLEMASS, andere Songs klingen, nicht nur durch die Keyboards, nach deren Dactylis Glomerata und From The 13th Sun bzw. entsprechend nach Leif Edlings Nebenprojekt KRUX. Trotz der Nähe zu den Vorbildern hat man nie das Gefühl, eine bequeme Kopie vorgesetzt zu bekommen, es steckt viel zu viel Malta-Blut in den Songs. Herrlich, wenn die Jungs dem Doom komplett freien Lauf lassen wie beim zähen Comatose Souls oder dem 11-Minuten-Epos Winds Of Golgotha, hier und da wird eine BLACK SABBATH-Bridge mit amtlich rührenden Drumläufen eingebaut, um dann doch mit ihrer ureigenen Energie abzuhotten. Wer die Malta-Doomer, egal ob FORSAKEN oder NOMAD SON, schon mal auf der Bühne gesehen hat, der findet dieses energische Gewusel hier wieder. Ich kenne kaum Bands dieses Genres, die live so viel Energie bei sich und dem Publikum freisetzen wie diese kleinen Metaller von der Mittelmeer-Insel. Noch stärker ist, dass sie dies auch auf dem Album rüber bringen. Selbst wenn sie zäh grooven, haben sie mehr Power, als so manche Power-Metal-Band. Der Titelsong hebt sich etwas ab, bei der ruhig beginnenden Halbballade verbeugt man sich anfangs deutlich vor RONNIE JAMES DIO. Natürlich hat Jordan nicht die Stimme dafür, aber er setzt es super um. Sein Metier ist der raue, kauzige Gesang, seine Stimme klingt oft etwas wie ein gewürgter Seeteufel. Schön ist anders, braucht auch keiner, Jordan hat genau das Organ, das zu diesem Sound passt und ihm einen zusätzlichen eigenen Stempel aufdrückt. Auch nicht selbstverständlich, dass im Metal die Keyboards so viel Raum bekommen. Immer wieder mal drückt sich Julian in den Vordergrund, wer ihn mal live hinter seinem Keyboard hat abfeiern sehen, der erkennt auch das hier wieder. Der Bass brummelt direkt und songdienlich, die Gitarren überzeugen ebenso wie der gute Sound.

NOMAD SON haben die Energie ihrer Liveperformance auf CD gepackt, eingebettet in starken traditionellen Doom und Starke-Männer-Metal, mit spürbarer Leidenschaft für ihren Sound und einer witzig-kauzig-liebevollen Ausstrahlung. The Eternal Return lässt mich unentwegt mal heavy, mal flotter durch die Bude moshen, jede rote Ampel mitsingend und mit gereckter Faust genießen, keine andere CD hat meine CD-Player so hartnäckig besetzt wie dieses Prachtstück. Für Doom-Metaller ein Pflichtkauf, aber auch Freunde vom True-Metal, klassischem Heavy-Rock und einfach guter harter Musik sollten unbedingt rein hören oder gleich zugreifen. 

Veröffentlichungstermin: 14.07.2010

Spielzeit: 53:53 Min.

Line-Up:
Jordan Cutajar – Vocals
Chris Grech – Guitar
Albert Bell – Bass
Julian Grech – Keyboards
Edward Magri – Drums

Produziert von David Vella und Nomad Son
Label: Metal On Metal Records

Homepage: http://www.nomadson.com

MySpace-Seite: http://www.myspace.com/nomadsonmalta

Tracklist:

1. The Vigil
2. Sigma Draconis
3. Comatose Souls
4. Can´t Turn The Tide
5. Guilty As Sin
6. Winds Of Golgotha
7. The Eternal Return
8. Throne Of Judgement

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Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!