DEATH YELL: Descent Into Hell

DEATH YELL: Descent Into Hell

Südamerika ist weit weg, so dass man dortige Strömungen und Underground-Entwicklungen hierzulande erst spät, wenn überhaupt mitbekommt. Und vor 25 Jahren drang da noch weit weniger über den Atlantik. Es sei denn, man hatte eine Split mit einer damals etwas gehypten europäischen Band wie BEHERIT in der Hinterhand. Dies war bei DEATH YELL der Fall, einer chilenischen Band, die Ende der 80er- / Anfang der 90er-Jahre ihr Unwesen trieb. Ein Vierteljahrhundert später meldet sich die Band in fast vollständiger Originalbesetzung zurück: und das mit ihrem ersten Album: „Descent Into Hell“.

Alleine die Vorgeschichte lässt es erahnen, dass DEATH YELL die Old-School-Keule auspacken, um Black / Death / Thrash Metal zum Besten zu geben. Dass da Erinnerungen an SARCOFAGO, alte SEPULTURA oder ANAL VOMIT wachgerufen werden, ist klar. Und musikalisch lassen die Chilenen auch nichts aus: insbesondere das Gitarrenspiel von Pulga und Pollo kann sich hören lassen mit den vielen Leads sowie den kurzen und knackigen Soli. Das hat einfach spaßiges Old-School-Up-Tempo-Flair. Hinzu kommt der etwas höher angesetzte Growl-Gesang von Galleta, der den Tracks einen leicht diabolischen Stempel aufdrückt.

Kein Innovationspreis für „Descent Into Hell“

Selbstredend gewinnt „Descent Into Hell“ keinen Innovationspreis und Metal-Veteranen werden schon die eine oder andere ganz ähnlich klingende Langspielplatte aus den frühen 90ern bei sich stehen haben, doch haben rassige Tracks wie „Cries of the Nazarene“ einfach Potenzial. Weiterhin täte man DEATH YELL unrecht, würde man sie als bloße Old-School-Kapelle abstempeln. Denn hin und wieder tauchen schon groovende, zerfahrene („Will Never Enjoy“) und ja, sogar atmosphärisch entschleunigte („Thy Will Be Done“) Elemente auf, die man so vor 25 Jahren noch nicht gehört hatte. Demnach eine unterhaltsame und kurzweilige Scheibe, die aber keinen Pflichkauf darstellt.

 

Veröffentlichungstermin: 15.08.2017

Spielzeit: 48:00 Min.

Line-Up:
Pulga – Gitarre
Pollo – Gitarre
Guatiu – Bass
Galleta – Gesang
Marco Antonio Irribarren – Schlagzeug

Label: Hells Headbangers

Homepage: https://deathyell.bandcamp.com/

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/deathyell/

DEATH YELL „Descent Into Hell“ Tracklist:

1. Soulless
2. Descent into Hell
3. Cries of the Nazarene
4. Bluffer
5. Betryed Chastity
6. Purging Demons
7. Thy Will Be Done
8. Will Never Enjoy
9. Healing by Blood
10. Macabre Fuckfeast
11: Back From The Depths (Bonus-Track)

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge