CRYSTAL VIPER: Possession

CRYSTAL VIPER: Possession

Nachdem mich CRYSTAL VIPER mit ihrem letzten Album Crimen Excepta positiv überrascht haben, war ich auf das neue Album richtig gespannt. Bei Possession handelt es sich um ein Konzeptalbum. Die Story handelt von einem Mädchen namens Julia. Cover und Songtitel verraten schon, dass es in Richtung Horror geht. Mit Bonustrack kommt Possession auf neun Songs plus Intro. Dabei halten sich typische Up Tempo-Gallopper wie Voices In My Head oder Julia Is Possessed mit Mid Tempo-Hymnen wie Why Can´t You Listen? oder We Are Many die Waage. Besonders in der zweiten Albumhälfte kommt bei mehreren Song eine Orgel zum Einsatz, ansonsten verzichten CRYSTAL VIPER auf Keyboards und ähnliches. Bei zwei Songs haben die Polen sich Gastsänger zur Verstärkung geholt. Zum einen wäre da Julia Is Possessed, bei dem sich Sataniac, der Frontmann der deutschen Black Thrash-Institution DESASTER ein Duett mit Marta Gabriel liefert, dabei im Hintergrund allerdings meiner Meinung nach ein wenig verheizt wird.

In einer anderen Liga spielt da der zweite Gastbeitrag, handelt es sich dabei doch um niemand geringeren als JAG PANZER und TITAN FORCE-Sänger Harry The Tyrant Conklin, der bei Fight Evil With Evil eine Strophe singt. Auch wenn er sich dabei nicht verausgabt gilt ganz klar: Jeder Song wird besser, wenn Harry Conklin singt! Der Track geht auch musikalisch am ehesten in Richtung US Metal und gehört mit seinem sehr geilen Hauptriff für mich zu den Highlights des Albums. Als weiterer Höhepunkt kommt You Will Die You Will Burn dazu, bei dem sich erhabenes Mid Tempo und schnelle Passagen abwechseln. Ebenfalls sehr gelungen ist das Cover des US Metal Oldies Thundersteel aus dem Hause RIOT. Mit Respekt und nah am Original zollen CRYSTAL VIPER hier einer weiteren genialen Band Tribut.

Aber auch der Rest des Songmaterials ist erste Sahne, lediglich Why Can´t You Listen? haut mich nicht so richtig vom Hocker, auch wenn der kurze mehrstimmige Gesangspart a la SAVATAGE im Mittelteil aufhorchen lässt. Den Abschluss des offiziellen Teils bildet der Song Prophet Of The End, zu dem die Band einen Videoclip gedreht hat. Der Rausschmeißer ist ein Mid Tempo-Epos, bei dem erneut die Orgel zum Einsatz kommt. Eine epische Power Ballade, bei deren Refrain man fast ein wenig schunkeln möchte. Ganz knapp am Schlager vorbei, CRYSTAL VIPER. Aber eben doch ein schöner, gemächlicher Abschluss für Possession.

Die trockene Produktion von Martas Ehemann Bart Gabriel geht in Ordnung, das Cover ist mir persönlich etwas zu bunt für ein Konzept-Album mit Horror-Story – aber das ist wohl Geschmackssache. Insgesamt haben CRYSTAL VIPER mit Possession erneut ein sehr gutes Album abgeliefert, mit dem kein Fan der Band unzufrieden sein wird. So stark wie der Vorgänger Crimen Excepta ist das fünfte Album der Band meiner Meinung nach nicht geworden, keiner der Songs kommt an einen Oberhammer wie Witch´s Mark ran. Macht aber fast gar nichts, denn Possession ist wie gesagt trotzdem richtig gut. Schlecht können CRYSTAL VIPER eh nicht. Die True Metal-Legionen wissen also was zu tun ist!

Veröffentlichungstermin: 13.12.2013

Spielzeit: 45:07 Min.

Line-Up:
Marta Gabriel – vocals, guitars
Andy Wave – guitars
Michal Badocha – bass
Golem – drums

Produziert von Bart Gabriel
Label: AFM Records

Homepage: http://www.crystalviper.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/crystalviperofficial

Tracklist:
01. Zeta Reticuli
02. Voices In My Head
03. Julia Is Possessed
04. Fight Evil With Evil
05. Mark Of The Horned One
06. Why Can´t You Listen?
07. You Will Die You Will Burn
08. We Are Many
09. Prophet Of The End
CD bonus track:
10. Thundersteel (RIOT-cover)