OYSTERBAND: The 25th anniversary concert [DVD]

Eine musikalisch und soundtechnisch zwar sehr hochwertige, aber leider etwas spartanisch ausgestattete DVD, die die Möglichkeiten des Mediums nicht wirklich ausnutzt.

Ihr fünfundzwanzigjähriges Bestehen feierte die britische Folkrock-Institution – wenn auch mit etwas Verspätung – mit einem speziellen Jubiläumskonzert, welches natürlich auch in Bild und Ton festgehalten wurde und nun als DVD vorliegt. Auf den ersten Blick hat diese nicht allzu viel zu bieten und macht einen ziemlich spartanischen Eindruck. Zum einen bekommt der Käufer der inklusive Bonusmaterial auf 122 Minuten Spielzeit kommenden DVD ausschließlich Dolby Stereo-Sound geboten, zum anderen lassen sich für den Dokumentationsteil keinerlei Untertitel auswählen. Hinzu kommt noch, dass das langweilig gestaltete Menü nicht sonderlich gut lesbar ist. Gemessen an den meisten anderen Musik-DVDs liegt man hier also deutlich unter der Standardausstattung. Immerhin ist der Sound selbst aber hervorragend, weil sehr transparent und räumlich ausgefallen, und auch an der Bildqualität gibt es nichts zu meckern.

Nun aber zum Inhalt der DVD, angefangen bei dem Konzert, das der DVD ihren Namen gab und in London in einem Club namens The Forum aufgenommen wurde. Viel passiert ja nicht, wenn die OYSTERBAND auf der Bühne ist. Wenn Sänger John Jones kerzengerade und etwas steif vor seinem Mikroständer steht, teils gar mit verschränkten Armen, und auch die anderen Bandmitglieder sich kaum von der Stelle rühren und man Gitarrist Alan Prosser fast nur an seinem typischen angedeuteten Seitwärts-Banging ansehen kann, wie sehr er in die Musik versunken ist, kann man eigentlich kaum von Stageacting reden. Das aber ist völlig in Ordnung so, würden diese Musiker wild auf der Bühne herumspringen, würden sie sich nur lächerlich machen. Die OYSTERBAND sind Vollblut-Musiker und keine Show-Leute, und Frontmann John Jones kann es sich leisten, mit verschränkten Armen am Mikroständer zu stehen, denn er hat einfach Charisma. Die Action ist nicht auf, sondern vor der Bühne, und das wird von den Kameras auch sehr gut eingefangen, denn wie das Publikum gerade bei den flotteren Songs abgeht, bleibt dem Zuschauer keinesfalls verborgen. Bei melancholischen Stücken wie The Lost And Found hingegen herrscht ehrfurchtsvolle Stille, und das Publikum lauscht gebannt dem tollen mehrstimmigen Gesang und den traurigen Geigen- und Pipe-Klängen von Ian Telfer und Immer-noch-Gastmusiker James O´Grady. Kamera-Schwenks und Schnitte sind, passend zur Musik und der nicht vorhandenen Action auf der Bühne, ruhig und zurückhaltend. Abgerundet wird das Konzert durch einige Gastauftritte von June Tabor und Chumbawumba. Tabor singt unter anderem White Rabbit, was sicherlich für den einen oder anderen Metalfan, der das Stück bisher nur von SANCTUARY kannte, interessant ist. Beeindruckend ist das mithilfe von sämtlichen Gastmusikern a capella gesungene Bright Morning Star, mit dem das Konzert beendet wird und bei dem wirklich jede einzelne Stimme herauszuhören ist.

Nach gut 90 Minuten ist leider auch schon alles vorbei. An Bonusmaterial gibt es noch den kultigen Videoclip zu New York Girls aus dem Jahr 1989 inklusive der etwas kuriosen Entstehungsgeschichte sowie eine Behind the Scenes betitelte Dokumentation, welche die Vorbereitungen des Auftritts zeigt und neben den Bandmitgliedern auch einige Konzertbesucher zu Wort kommen lässt. Immer wieder eingeblendet werden währenddessen mal mehr, mal weniger interessante Fakten über die OYSTERBAND. Alles in allem ist diese Dokumentation zwar ganz nett, mehr aber auch nicht.

Alles in allem ist The 25th anniversary concert eine musikalisch und soundtechnisch zwar sehr hochwertige, aber leider etwas spartanisch ausgestattete DVD, die die Möglichkeiten des Mediums nicht wirklich ausnutzt. Da wäre mehr drin gewesen.

Veröffentlichungstermin: 15.02.2005

Spielzeit: 122:00 Min.

Line-Up:
John Jones – vocal, melodeon

Alan Prosser – guitars, vocal

Chopper – bass, cello, vocal

Ian Telfer – violin, concertina, vocal

Lee Partis – drums, vocal

Gäste:

June Tabor – vocal

Chumbawamba (Acoustic) – vocals

James O´Grady – uillean pipes, violin, whistles, vocal
Label: Westpark Music

Hompage: http://www.oysterband.co.uk

Tracklist:
1. Native Son

2. Uncommercial Song

3. If You Can´t Be Good

4. The Lost And Found

5. The Bishop Of Chester

6. Molly Bond

7. Mississipi Summer

8. White Rabbit

9. 20th Of April

10. Everywhere I Go

11. Blackwaterside

12. This Is The Voice

13. When I´m Up I Can´t Get Down

14. The Road To Santiago

15. Blood Wedding

16. The Shouting End Of Life

17. Put Out The Lights

18. Bright Morning Star

+ Behind The Scenes

+ New York Girls video 1989

+ discography

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