DREAM THEATER: live am 31. Januar 2004 in der Stadthalle Fürth

DREAM THEATER: live am 31. Januar 2004 in der Stadthalle Fürth

„Ein Abend mit Dream Theater“ heißt das Motto in der sehr gut besuchten Fürther Stadthalle. Die Fans erwartet ein fast dreistündiger, minutiös durchdesignter Triumphzug durch das Schaffenswerk der 1985 als Majesty gegründeten Formation: Ohne Vorband, ohne große Pausen und – sehr lässig – ohne den einzigen großen Hit der Gruppe, „Pull Me Under“.

Fakt ist, dass der US-Fünfer 2004 härter denn je klingt. Metal für Mathematiker, bei dem das Erbe alter Progressive-Rock-Helden wie Yes mit der Durchschlagskraft von METALLICA aus den Boxen bläst. Handwerklich ist das musikalische Feuerwerk, das die Absolventen des ruhmreichen „Berklee College Of Music“ abbrennen, ohnehin nicht von dieser Welt. Referenzklasse in Sachen Hardrock-Technik – eine beängstigend perfekte Achterbahnfahrt mit unbändiger Lust an filigranen Kabinettstückchen und ellenlangen Konzeptsongs. Eitel und selbstverliebt bis zum Anschlag, manchmal kitschig und kurz vor der Überdosis, jedoch stets voller Ideen und Überraschungen.

Zwischen all ihren virtuosen Rasereien streuen die Akteure des Traumtheaters immer mal wieder ein paar erdige, nachvollziehbare Momente ein, bevor die nächste Abfahrt, das nächste Gitarre-Keyboard-Duell in Lichtgeschwindigkeit ansteht. Und: DREAM THEATER nehmen sich Zeit! Kaum eine Geschichte, die unter acht Minuten erzählt wird. Wie es die New Yorker schaffen, mit diesem Sound, der auf den ersten Blick in kein gängiges Format passen mag, seit Jahren erfolgreich zu sein, gibt freudige Rätsel auf.

Live in Fürth ist es immer dann am coolsten, wenn Sänger James LaBrie (seit jeher der Schwachpunkt der Formation, an diesem Abend jedoch prima in Form) die Bühne verlässt und seine vier Mitstreiter sich minutenlang ins Nirwana frickeln. Dann beschleicht einen regelmäßig das Gefühl, dass die Songs doch alle nur getarnte Solistenausflüge sind. Und man ist froh, dass sich dieses Dream-Team nicht nach Noten bezahlen lässt!

setlist:

Intro

As I Am

Honor Thy Father

Through My Words

Fatal Tragedy

Endless Sacrifice

Jordan Rudess´ solo spot

Erotomania

Voices

The Silent Man

Finally Free

(15 Minuten Pause)

The Glass Prison

This Dying Soul

Another Day

Only a Matter Of Time

Vacant

Stream Of Consciousness

In The Name Of God

Metropolis Part 1

gnadiator
Stef (aka “gnadiator”) steuert seit 2002 immer wieder Konzertberichte, Interviews, Reviews oder Filmkritiken bei.