MOUNTAINS OF DEATH 2007: Berge, Brotsandwich und (Brutal) Death Metal

Das MOUNTAINS OF DEATH gehört seit 2001 zum festen Inventar der Schweizer Death Metal-Szene. Jedes Jahr pilgern die Krachfanatiker ins idyllische Muothatal, wo in verträumter Bergkulisse der gepflegten gutturalen Brutalität gefrönt wird.

Das MOUNTAINS OF DEATH gehört seit 2001 zum festen Inventar der Schweizer Death Metal-Szene. Jedes Jahr pilgern die Krachfanatiker ins idyllische Muothatal, wo in verträumter Bergkulisse der gepflegten gutturalen Brutalität gefrönt wird. Das Organisatorenteam legt Wert auf Authentizität, stilistische Kompromisse – schnöder Kommerz wird abgelehnt. Und so behauptet sich das MOUNTAINS OF DEATH als einziges extremes Metalfestival der Schweiz. Da es auch diesen August wieder so weit ist, also Grund genug, bei den Organisatoren Stefan, Reti und Stephan T. virtuell anzuklopfen und sie über die genaueren Umstände der siebten Runde auszufragen.

2007, das siebte Mal MOUNTAINS OF DEATH und noch immer ist euer Festival in vielerlei Hinsicht einzigartig. Zum einen ist es noch immer das einzige Festival, das ganz für den extremen Death Metal und für Grindcore reserviert ist. Anders als viele Festivals, die vom Spartenfestival zum breiter angelegten Event wurden, bleibt ihr dem ursprünglichen Konzept erfolgreich treu. Warum beschränkt ihr euch bei der Bandauswahl fürs Festival bewusst auf Truppen aus dem Death Metal und Grindcore-Bereich?

Reti: Weil wir genau diesen Sound am liebsten hören und sehen! Das hat anno 2001 so angefangen und wir stehen immer noch voll dahinter.
Es gibt viele Open Airs, die Bands aus der ganzen Metalszene zusammentrommeln, um die Zuschauerzahl zu vergrößern. Bei uns ist das anders, wir wählen die Bands gezielt aus, um ein Death/Grind Open Air zu präsentieren, von Fans für Fans sozusagen. Sicherlich gibt es auch Bands, die vom Geschmack vieler Festivalbesucher her in Frage kämen, aber wir bleiben unserem Motto treu, darum diese einseitige Auswahl an Bands.

Stephan T: Das MOD ist mit Sicherheit in der Schweiz das einzige Openair Festival im Bereich von Death Metal und Grindcore. Verglichen mit dem Ausland aber sicherlich nicht, wenn man etwa ans DEATHFEST oder das OBSCENE EXTREME denkt. Die Limitierung auf die beiden genannten Musikstile hat schlicht und einfach mit den Präferenzen derjenigen zu tun, die für das Festival verantwortlich sind. Es ist aber klar festzuhalten, dass es sich hierbei nicht um eine Ausgrenzung von Musikstilen handelt, sondern um eine bewusste Fokussierung.

Stefan: Genau…und vielleicht liegt ja gerade eben im Erfolg auch ein klein wenig der Grund dafür, weshalb wir nicht wie viele andere Festivals einfach kreuz und quer durch die Metallandschaft Bands buchen (müssen), um genügend Leute ins Muotathal locken zu können. Auf der anderen Seite gibt es sicher viele Leute, die sich ob dem Billing nicht ans MOD trauen und lieber einen Anlass besuchen mit einem breiteren Spektrum an harter Musik…

Diese bewusste Fokussierung führte wohl auch zu dieser Sage, dass sogar SLAYER nicht am MOUNTAINS OF DEATH spielen dürften, weil sie eben weder Death Metal noch Grindcore machen. Ist das wahr?

Reti: Ja, das ist auf meinem Mist gewachsen. Ich sagte das, weil am MOD eben nur Death Metal und Grindcore-Truppen spielen. SLAYER ist ja nur ne Thrash-Band, darum haben sie keine Chance am MOD zu spielen – und wenn sie bettelnd auf den Knien vor mir wären, haha.

Stephan T: Haha. Na ja, sagen wir einfach mal so, dass Slayer sowohl finanziell, wie logistisch schlicht und einfach eine Band sind, die zu groß für das MOD ist. Wie bei jedem Festival und gerade für das MOD in seiner Größe kann nicht alles gebucht werden. Außerdem darf ich anfügen, dass ich persönlich SLAYER nicht mag, haha.

Beim MOUNTAINS OF DEATH wird immer wieder klar, dass hinter dem Festival einerseits absolute Liebhaber dieses Musikgenres stehen und andererseits viel Herzblut darin steckt. Wie kamt ihr ursprünglich zu diesen sehr harten Klängen des Metals? Welche Band hat euch sozusagen dazu gebracht?

Stephan T: Dies ist eine sehr persönliche Frage und hat an sich mit dem MOD nichts zu tun. Es war einfach eine musikalische Entwicklung hin zu jenem Stil. Als ich vor langer Zeit mit Metal begonnen habe, waren Größen wie DEATH und SUFFOCATION angesagt.

Reti: Bei mir war es ganz krass. Ich hörte MICHAEL JACKSON und so (ich war jung und naiv, haha), dann bekam ich von einem Kumpel ein DEICIDE-Tape und seither höre ich fast ausschließlich Death Metal.

Stefan: Mir gefiel handgemachte Musik schon immer. Als mir ein Kumpel mal Ride the Lightning von METALLICA unterschob, war ich begeistert ob der ungebändigten Energie in der Musik… Als ich dann Metal zu suchen und hören begann, waren all die alten Thrash-Metal-Kapellen grad hoch im Kurs (CORONER, KREATOR, SLAYER etc.) Etwas später entdeckte ich DEATH und war hin und weg… Von da an wars – wie schon erwähnt – einfach eine Entwicklung.

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Faschos haben Eintrittsverbot, das symbolisieren wir auch mit dem Banner ´Metalheads against Racism´. – klare Ansage auf dem MOUNTAINS OF DEATH.

Was war anno 2001 der Grund, das Festival ins Leben zu rufen? Schließlich gibt es in der Schweiz nichts Vergleichbares und es war ja auch nicht so, dass ihr schon seit Jahren anderweitig Festivals etc. organisiert hattet…

Reti: Bevor ich mich an das MOD heranwagte, hatte ich etwa fünf kleine Konzerte im Death und Black Metal-Bereich organisiert. Die Idee zu einem Open Air kam einfach so über Nacht. Ich besprach die Sache mit einigen Freunden, vor allem Muotathaler Metalfreaks. Alle fanden es eine geile Idee! Es war sehr zeitaufwendig und vor allem fehlte uns die Erfahrung. Aber rückblickend gesehen verlief alles super fürs erste Mal. Zwar kamen nur etwa 250 Leute, wohl auch weil die Werbung nicht so toll war, doch war es eine geile Party, die uns dann dazu veranlasste, das MOD in die zweite Runde zu führen. Einige Sachen haben sich seitdem geändert. Die wichtigste Änderung ist wohl, dass das Open Air mittlerweile von einem Trägerverein organisiert und durchgeführt wird. Die Verantwortung und Verpflichtungen im Allgemeinen sowie im Speziellen (z.B. im finanziellen Bereich) konnte ich nicht mehr alleine tragen. Die Entwicklung in den letzten Jahren zeigt auch, dass unsere Arbeit bei den Leuten sehr gut ankommt. Das Open Air hat im Muotathal einen festen Platz im Jahresgeschehen eingenommen.

Die Location des MOUNTAINS OF DEATH ist ja eher ungewöhnlich. Statt auf einem riesigen Platz findet es in Muothatal statt, inmitten idyllischer Berge und Weiden, gerade neben dem Zeltplatz hat es noch dazu einen Bach. Wie seid ihr ursprünglich auf diese Location gekommen?

Reti: Ganz einfach, wir suchten das ganze Muotathal nach einem geeigneten Platz ab. Als wir dann auf dem Platz standen und die Felswand empor schauten, wussten wir, dass dieses Gelände optimal ist für das MOUNTAINS OF DEATH. Es wirkt wie der Death Metal im Allgemeinen, sehr mächtig und brachial. Von der Infrastruktur her ist es ebenfalls sehr geeignet, da wir Strom und Wasser von der benachbarten Sanitärfirma und der Autogarage beziehen können.

Die Felswand ist in der Tat imposant… Allerdings wird eine idyllische Berglandschaft meistens mit Ruhe und Wanderern gleichgesetzt. Wie hat die Bevölkerung von Muothatal auf euer Festival reagiert? Haben sie sich inzwischen daran gewöhnt? Oder gab es jemals ernsthafte Beschwerden?

Reti: Ernsthafte Beschwerden gab es nie. Am Anfang war es einfach so, dass viele Einwohner das MOD für ein satanistisches Treffen von Arbeitslosen, Drogenkonsumenten etc. hielten. Wie es halt so ist mit den Vorurteilen gegenüber der Metalszene. Das Positive ist, dass sich diese Haltung geändert hat! Da auch Einheimische am MOD mithelfen, etwa bei der Feuerwehr, den Samaritern, den Zeltbauern, beim Verkehrsdienst oder als Getränkelieferanten, bekamen die Einheimischen durch eben diese Helfer ein wahres Bild von den Festivalbesuchern. Vor allem fiel den Einheimischen auf, dass es unglaublich friedlich und fröhlich zu und her geht am Festival, so was hatte man im Muotathal vorher nicht für möglich gehalten. Die Einheimischen sahen also, dass es ganz normale Menschen sind, die das MOD besuchen. Dazu führten sicher auch die vielen Gespräche der Besucher mit den Helfern. Wie gesagt gehört das MOD für die meisten Muotathaler mittlerweile zum Jahresgeschen im Muotathal dazu!

Da das Muothatal nicht gerade den Bekanntheitsgrad des Schweizer Matterhorns hat: Wie kommt man am besten hin? Und wie sieht´s mit Parkplätzen aus?

Reti: Parkplätze hat es nicht so viele, weswegen wir auch ein Besuchermaximum von etwa 1200 Leuten haben. Es lohnt sich also, den Vorverkauf zu beachten. Wir sind am Ausbauen des Geländes und der dazugehörenden Infrastrukturen, aber es wird eng. So oder so: Man kann das MOD mit dem Autor erreichen, aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man ebenfalls gut zu uns ans Festival!

Und wenn man von weiter her kommt?

Stefan: Also, wenn du mit dem Flieger anreisen willst, landest du am besten in Zürich. Basel geht auch… ist einfach noch zusätzlich etwa eine Stunde mit der Bahn. Danach gilt es für alle – egal ob du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto anreist – die Stadt Schwyz (Hauptort des gleichnamigen Kantons, knapp 15`000 Einwohner) anzupeilen. Von Schwyz aus ist der Weg ins Muotathal denkbar einfach zu finden, da nur eine Straße dorthin führt und die Wegweiser kaum zu übersehen sind. Vom Bahnhof in Schwyz aus fährt mindestens alle Stunde ein Bus hoch ins Muotathal. Ab Dorfausgang Muotathal ist der Weg aufs Festivalgelände signalisiert. Auf der Festivalhomepage unter Info hat es ebenfall einen kleinen Wegbeschrieb.

Da die öffentlichen Verkehrsmittel nicht bis in die Nacht fahren, übernachten die meisten Festivalbesucher ja gratis im Zelt auf der zum Festivalgelände gehörigen Wiese. Wie sieht es bei eurem Festival mit sanitären Anlagen aus? Und für die älteren Semester oder Rückengeplagten: Gibt es in der Nähe Hotels, wo man als Festivalbesucher übernachten kann? Habt ihr da einige Tipps?

Reti: Es stehen WCs und Waschbecken mit fließendem Wasser zur Verfügung. Ich denke, die sind einiges angenehmer als die Dixiklos. Duschen hat es keine, dafür kann man gerne auf eigene Gefahr in den Fluss Muota springen. Der ist zwar ein bisschen kühl, bietet aber bestimmt eine tolle Erfrischung. Nicht weit vom Gelände, im Dorf Muotathal, hat es einige Hotels. Ganz in der Nähe des Zeltplatzes steht das Huskycamp, dort hat es auch Übernachtungsmöglichkeiten in speziellen Hütten. Einige Tipps in Sachen Hotels sind bestimmt: Alpenblick, Tell und Pragelpass. Man kann sich auch bei muotathal.ch unter Tourismus ein bisschen schlau machen.

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SLAYER ist ja nur ne Thrash-Band, darum haben sie keine Chance am MOD zu spielen – und wenn sie bettelnd auf den Knien vor mir wären, haha. – DAS ist kompromisslos.

Tatkräftige Unterstützung bekamt ihr bei der ursprünglichen Organisation damals von den inzwischen leider aufgelösten Death Metallern von AMBROSSIA. Sie und noch einige andere Schweizer Formationen aus dem Death Metal und Grindcore-Bereich waren in den Jahren ja bereits auf dem Billing des MOUNTAINS OF DEATH vertreten. Auf welche Schweizer Bands darf man sich dieses Jahr freuen?

Stephan T: Für dieses Jahr wurden von seitens Booking, wie auch in den vergangenen Jahren, vier Schweizer Bands gebucht: EMBALMING THEATRE: Ich sag einfach Baby in the Fridge. Die Grindcore-Götter aus der Schweiz. Daneben werden AMAGORTIS spielen, welche durch ihren neuen Sänger stärker in den Bereich des Brutal Death Metal gehen und ihren letzten Gig mit ihrer aktuellen Bassistin spielen werden. Dazu kommen zwei neue, junge Schweizer Bands: BLOODY BUTCHERY aus dem Kanton Jura, welche einen technisch versierten Brutal Death spielen und MIASMA aus dem Tessin, welche in eine ähnliche Kerbe schlagen.

Es sind also sozusagen alle Landessprachen der Schweiz durch die vier Bands abgedeckt.

Welche internationale Acts bereichern anno 2007 das MOUNTAINS OF DEATH?

Stephan T: Das MOD kann dieses Jahr mit Freude mitteilen, dass die US-Death Metal-Götter von IMMOLATION und DYING FETUS als Headliner verpflichtet werden konnten. Neben ihnen werden extra aus den US die Brutal Death Metaller von GORGASM eingeflogen. Daneben spielen CEPHALIC CARNAGE, SEVERE TORTURE, die Spanier AVULSED (erster Gig seit über zehn Jahren in der Schweiz), die Schweden DEGRADE (erster Gig überhaupt in der Schweiz), die Briten INGESTED (erster Gig überhaupt in der Schweiz), die Franzosen BLOCKHEADS, die Tschechen von JIG-AI und ihre Landsmänner MALIGNANT TUMOUR, die Franzosen GORYPTIC, die Deutschen von DEFEATED SANITY, die Slovaken ETERNAL BLEEDING und die Holländer CLITEATER sowie natürlich die bereits erwähnten Schweizer Acts.

Das hört sich schon mal sehr lecker an. Jetzt gibt es ja immer einen sogenannten Traum-Act, den man unbedingt mal für sein Festival buchen möchte. Ihr habt ja mit SUFFOCATION, SPAWN OF POSSESSION, ABORTED oder NECROPHAGIST schon namhafte internationale Truppen verpflichten können in der Vergangenheit. Gibt es eine sogenannte Traumband, die es noch nicht ans MOUNTAINS OF DEATH geschafft hat? Wenn ja, welche? Und warum war sie noch nicht da?

Stephan T: Träume für Bands gibt es immer, aber als Booker sieht man auch die finanziellen, wie infrastrukturellen Möglichkeiten. Es wäre aber sicher einmal super Bands wie CANNIBAL CORPSE, BRUJERIA oder CARCASS am MOD begrüßen zu dürfen. Mein persönlicher Traum wären natürlich NAPALM DEATH.

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Die Organisatoren sind mit Herzblut bei der Sache

Reti: Unser Traum, den wir anfangs nicht zu träumen wagten, war SUFFOCATION, aber dies ist ja seit 2006 kein Traum mehr!
Ansonsten glaube ich stehen uns alle Türen offen für die geilsten Bands des Genres. Teuer sind halt immer die Flüge aus den USA und leider kommen von da die meisten geilen Bands. Mal schauen, was die Zukunft bringt. Meine Wunschband ist GORGASM, dieser Traum wird ja, wenn nichts mehr dazwischen kommt, dieses Jahr in Erfüllung gehen! Hell yeah!

Stefan: Na klar! Natürlich SLAYER haha! Spaß beiseite: Ich denke, dass wir uns auf einem guten Weg befinden, weitere bekannte und auch zugkräftige Acts ins Muotathal holen zu können. Doch das soll nicht alles sein. Es ist uns ebenfalls ein Anliegen, nicht nur den einen (oder wie in diesem Jahr zwei) zugkräftigen Headliner zu finden, vielmehr müssen/sollen auch die weiteren Bands nicht ohne sein. Natürlich sind da die Geschmäcker verschieden.

Seit einiger Zeit werdet ihr ja auch von den Konzertorganisatoren der METAL DIE HARD FRONT unterstützt. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande und was vereinfacht sich dadurch?

Reti: Dies ist jetzt schon das dritte Jahr, wo die MDHF das Booking macht. Früher machte ich das Booking, sprich die ganze Organisation, alleine. Irgendwann wollte ich mich ein bisschen entspannen und habe das Booking abgegeben. Die Frage an wen, war schnell geklärt. Die MDHF hat einen sehr ähnlichen Musikgeschmack wie ich, sie sind mit vielen Bands vertraut und haben jahrelange Erfahrung mit Booking, darum habe ich sie ausgewählt. Sie waren sofort mit Begeisterung dabei!

Nicht eine Organisation, aber eine Initiative ist ja ebenfalls konstanter Begleiter von eurem Festival und mit dem Logo auf euren Flyern und Plakaten vertreten: METALHEADS AGAINST RACISM. Nun assoziiert man mit Death Metal nicht unbedingt das Rassismusproblem. Warum findet ihr es wichtig, ein so klares Statement abzugeben?

Stephan T: Ich erachte es als wichtig, dass sich das MOD von klar rassistischen und Menschen-diskriminierenden Positionen distanziert und solchen Leuten keinen Zutritt zum MOD gibt. Wie hätten sich wohl SUFFOCATION letztes Jahr gefühlt, wenn solche Personen im Publikum gewesen wären?

Reti: Faschos haben Eintrittsverbot, das symbolisieren wir auch mit dem Banner Metalheads against Racism. Rassismus hat in der Metalszene nichts zu suchen, weil er einfach nicht hineinpasst, denn Metal ist multikulturell!

Stefan: Die drei Statements von metalheadsagainstracism.org finden ich gut. Mit der Publikation des Logos wollen wir dies praktisch zum Ausdruck bringen und ganz nebenbei unterstützen wir so auch die Initiative unseres Kollegen. Das Logo soll daneben auch ein Zeichen setzen und so prophylaktisch wirken und informieren.

Was offenbar auch funktioniert. Erfreulicherweise sieht man am MOUNTAINS OF DEATH jeweils keine rechtsgesinnten hirnfreien Fleischkappen. In einem anderen Bereich ist Fleisch allerdings wichtig, ich spreche vom berühmt-berüchtigten Brotsandwich, welches vom FLEISCHCLUB INNERSCHWEIZ kreiert wurde. Für die Unwissenden: Was ist ein Brotsandwich? Wie kam die Zusammenarbeit mit dem FLEISCHCLUB INNERSCHWEIZ zustande? Und wird ihr Stand auch dieses Jahr für Verpflegung sorgen am Festival?

Reti: Ein Brotsandwich ist das umgekehrte von einem Schnitzelsandwich, zweimal Fleisch mit einem Stück Brot dazwischen. Es hat sich zum Mahlzeitenhit am MOD gemausert! Zur Zusammenarbeit kam es, weil ich selbst beim Fleischclub dabei bin, da habe ich sie einfach angefragt, ob sie Lust hätten, die Vereinskasse ein bisschen aufzubessern. Sie sagten prompt zu. Leider war letztes Jahr das letzte Mal wo der Fleischclub am MOD die Besucher mit feinen Fleischlis verwöhnt hat. Sie hatten jeweils Mühe die nötige Anzahl Helfer aufzutreiben. Dieses Jahr übernimmt eine einheimische Metzgerei die Fleischversorgung der Besucher mit einem Stand. Die Rechte des Brotsandwiches konnten überschrieben werden, somit muss in Zukunft kein Besucher auf die köstliche Spezialität verzichten!

Da werden die Fleischfans aufatmen. Nun gibt es ja nicht nur Fleischliebhaber auf dieser Welt, sondern auch Besucher, die etwas anderes essen möchten oder Vegetarier sind. Wie sieht die sonstige Verpflegungssituation aus? Und könnt ihr schon etwas über die Trink- und Esspreise sagen?

Reti: Neben dem Fleischstand wird es auch wieder einen Kebab- und Falafelstand haben. Neu wird in diesem Jahr das erste Mal ein Mah-Meh-Stand vor Ort sein. Die Getränkepreise bleiben gleich wie jedes Jahr, 3dl Bier für 4 Schweizer Franken (etwa 2.50 Euro), Longdrinks 10 Schweizer Franken (etwa 6 Euro 20). Die Essenspreise kann ich noch nicht genau beziffern, aber auch die werden sich in der unteren Preisregion halten. Wir versuchen die Preise möglichst niedrig zu halten, aber uns ist klar, dass für Besucher aus dem Ausland die Preise als hoch empfunden werden. Tja, die Schweiz ist halt ein teures Land. Landesintern sind wir jedoch bestimmt eines der günstigsten Open Airs.

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Vor allem fiel den Einheimischen auf, dass es unglaublich friedlich und fröhlich zu und her geht am Festival, so was hatte man im Muotathal vorher nicht für möglich gehalten. – Schweizer Bergidyll bleibt Schweizer Bergidyll

Frei nach dem Motto Wein, Weib und Gesang haben wir ein Thema noch nicht angeschnitten. Wenn ich mich recht erinnere, gab es Vor zwei Jahren nach Mitternacht noch eine spezielle Erotikperformance, welche mich entfernt an die Hell Show vom 2004er OBSCENE EXTREME erinnerte. Wird es dieses Jahr wieder so eine nicht-musikalische Performance geben? Oder war das ein einmaliger Stunt damals?

Reti: Es kann sein, dass wir eine solche Show wieder ins Programm nehmen, dieses Jahr aber nicht. Wir geben das Geld lieber für gute Bands aus.

Nun gibt es das MOUNTAINS OF DEATH schon seit sechs Jahren und bei einer so großen Ansammlung von Sickfucks geschehen sicherlich auch mal bizarre Dinge. Was war das Merkwürdigste, was sich – für euch persönlich jetzt – je am Festival ereignet hat?

Reti: Hm, mich erstaunt es immer wieder, dass man sich so die Kante geben kann, dass man in einer Pfütze oder irgendwo einpennt, am nächsten morgen aber wieder Schnäääpsli bestellt und weitermacht. Die Metalheads sind halt Extremtrinker! Trotz des hohen Alkoholgehaltes bleibt es die ganze Zeit aber sehr friedlich!

Bizarr fand ich einmal, als ein Typ mit einer Platzwunde am Kopf ins Spital eingeliefert wurde, unbedingt aber gleich wieder ans Festival kommen wollte. Er schlief also im Spital ein und übernachtete dort. Am nächsten Mittag tauchte er wieder auf, jedoch mit Krücken. Er hatte im Suff nicht gemerkt, dass er auch noch die Bänder angerissen hatte, haha!

Stefan: Hmm… gute Frage! Nach einigem Grübeln muss ich sagen, dass Einzelheiten für mich dabei weniger eine Rolle spielen als der gelungene Event als Ganzes. Ich finde es einfach fantastisch und genieße es zusammen mit so vielen Metalheads ein solch ausgelassenes und trotzdem friedvolles Fest zu feiern… Cheers! Haha!

Stephan T: Das ist wohl die schwierigste Frage bis jetzt. Ich bin meistens froh, dass Paparazzo Tom Photos macht, auf denen ich dann nachschauen kann, was ich so alles gesehen und wieder vergessen habe und was ich so alles selber gemacht habe. Für mich persönlich eine der besten Aktionen war der Pit im Partyzelt. Während noch Bands spielten, hat eine Handvoll Sickfucks im Partyzelt einen Pit angezettelt inklusive Table-Diving und allem. Legendär.

Wie vorhin schon erwähnt, merkt man beim MOUNTAINS OF DEATH stark, dass viel Herzblut darin steckt. Ebensosehr seid ihr bewusst puristisch in Sachen Bandauswahl. Ist das MOUNTAINS OF DEATH eine Art jährlicher Szenetreff der (Brutal) Death Metal-Anhängerschaft? Herrscht deswegen fast schon familiäre Stimmung oder wie würdet ihr die Atmosphäre beschreiben?

Reti: Genau so kann man es beschreiben. Da das Festival vor allem von (Brutal)Death Metal-Freaks besucht wird, ist es schon so eine Art Szenentreffen, welches sich weit über die Landesgrenzen hinaus zieht. Es hat aber auch einige, die mit dieser speziellen Musik gar nichts am Hut haben, aber trotzdem gerne ans MOD kommen, weil jedes Mal eine super friedliche, geile Party stattfindet!

Stephan T: Als Szene-Treffen würde ich das MOD nur bedingt betrachten, weil es, wider seines Rufes, nicht wirklich ein reines Brutal-Death-Festival ist. Auch dieses Jahr konnten mit Bands wie IMMOLATION, BLOCKHEADS oder MALIGNANT TUMOUR Bands aus dem extremem Metal-Sektor gewonnen werden, welche in keiner Weise dem Brutal Death angehören. Familiär ist das MOD hingegen schon, mit bis anhin, maximal tausend Leuten, welche vorweg aus der Schweiz sind und welche man natürlich aufgrund jahrelanger Szene-Zugehörigkeit kennt. So ist es schon mehr eine Art Familien-Treffen, welches sich aber über die letzten Jahre hinweg mehr und mehr internationalisiert hat.

Stefan: Die Stimmung ist schon als positiver Faktor des MOD herauszuheben. Ich denke, das hat vielleicht auch damit zu tun, dass das MOD langsam gewachsen ist und sehr viele Leute sich seit Jahren immer wieder dort treffen. Daneben denke ich, dass die recht spektakuläre Szenerie, in der das Festival stattfindet, ebenfalls positiv auf das Ganze wirkt. Inmitten senkrecht aufragender Felswände, bewaldeten Hügeln und saftigen Wiesen soll es schon Leute gegeben haben, die sich wärend des Tages mindestens solange auf dem Zeltplatz und in der näheren Umgebung aufgehalten haben wie vor der Bühne.

Der Ticket-Vorverkauf wurde ja kürzlich auf der Festivalwebsite gestartet. Wie sieht es aus mit der Ticketsituation? Und wenn man aus dem Ausland bestellen möchte – welche Zahlungsmethoden bietet ihr an und bis wann muss man sich entschieden haben?

Stefan: Den Ticketvorverkauf über die eigene Homepage anzubieten hat sich langsam aufgedrängt und da unser Web-Meister ohnehin die ganze Page neu gestalten wollte, ließ sich ersteres im selben Arbeitsschritt realisieren. Die Anzahl der verfügbaren Tickets haben wir – aufgrund der letztjährigen Erfahrungen – auf 1200 erhöht. Da das Festivalgelände nicht beliebig vergrößerbar ist und die Anzahl Tickets eine feste Obergrenze hat, empfehlen wir den Leuten die Tickets (nur 2-Tages-Pass) bereits im Vorverkauf zu erwerben. Den Pass bieten wir übrigens im Vorverkauf CHF 10.- (ca. 6 Euro) günstiger an als an der Abendkasse. Der Bestellvorgang gestaltet sich denkbar einfach. Ihr braucht lediglich das Online Formular auszufüllen und erhaltet umgehend eine Bestellbestätigung. Auf dieser findet ihr neben einem Auszug aus den AGBs für die Ticketbestellung unter anderem unsere Kontoinformationen. Ob ihr nun das Geld online oder mit Einzahlungsschein von eurer Poststelle auf unser Konto überweist ist uns grundsätzlich egal. Wichtig ist, dass ihr die folgenden Punkte beachtet:

Tickets werden nur gegen Vorauskasse verkauft bzw. versandt.
Der ganze Rechnungsbetrag muss 15 Arbeitstage nach erfolgter Bestellung auf unserem Konto gutgeschrieben sein.
Allfällige Überweisungsgebühren gehen zulasten des Bestellers!
Tickets werden and die angegebene Adresse mit B-Post / economy-Brief verschickt.
Der Ticketkäufer trägt die Gefahr der postalischen Zustellung.

Um die rechtzeitige Zustellung der georderten Tickets garantieren zu können, werden wir den online Vorverkauf spätestens 15 Tage vor Veranstaltungsbeginn einstellen. Wichtig dabei ist, dass ihr die Überweisung gleich anschließend an die Bestellung in Auftrag gebt. Es dauert eben seine Zeit bis die Kohle auf unserem Konto gutgeschrieben wird und wie bereits erwähnt liefern wir ja nur gegen Vorauskasse.

Eintagestickets werden nur an der Abendkasse angeboten. Über die Ticketsituation werden wir falls nötig über die Homepage informieren.

Fotos: Tom Paparazzo Werr