WARFECT: Depicting The Macabre

Voll auf die Mütze gibt`s auf dem Debüt der schwedischen Neo-Thrasher. Wenn man beim nächsten Mal im kompositorischen Bereich etwas mutiger agiert, ist WARFECT durchaus ein großer Wurf zuzutrauen.

Seit 2003 schwingen WARFECT aus Schweden die unverwüstliche Thrashkeule und nach zwei Eigenproduktionen liegt nun mit Depicting The Macabre das Debüt des Vierers vor. Ein Rätsel ist mir, wie einige meiner Kollegen hier alte METALLICA als Haupteinfluss nennen können. Vielleicht habe ja ich Tomaten auf den Ohren, aber da müssen auf alle Fälle Gegenargumente her. Die lauten vor allem NEVERMORE aber auch MACHINE HEAD, SEPULTURA und ein bisschen PANTERA. WARFECT klingen weniger nach Oldschool-Thrash, sondern vielmehr nach dem Neo-Thrash der 90er.

WARFECT knüppeln auf ihrem Debüt was das Zeug hält. Die Doublebass rotiert im Dauerzustand, die Gitarrenwand wütet garstig und unaufhörlich und auch das Organ von Fredrik Wester brüllt sehr oft auf Anschlag, wenngleich es auch ab und an durch cleanen, melodischen Gesang bereichert oder abgelöst wird. Vor allem die Gitarrenarbeit erinnert immer wieder an Warrel Danes Gefolgsleute und auch der Sound klingt schon ein bisschen nach NEVERMORE zu Dreaming Neon Black– und The Politics Of Ecstasy-Zeiten sowie dezent nach dem Urmix von Enemies Of Reality. Insgesamt ist es schwer, einzelne Tracks herauszufiltern, denn oben Beschriebenes gilt für 90% der Songs auf Depicting The Macabre. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass WARFECT zu monoton klingen. Innerhalb ihrer Bandbreite kommen durchaus unterschiedliche Facetten zum Tragen. Man vergleiche nur den Rauschmeißer Atrocity, einen schwerfälligen, düsteren Stampfer, mit Creation, einer brachialen Dampframme par excellence. Da sind durchaus Unterschiede auszumachen. Den größten Sprung wagt man allerdings mit Never to return, quasi dem Believe in nothing von WARFECT, denn bei dieser Powerballade dominieren sanftmütige Klänge und Melodien das Geschehen.

Will man WARFECT letztlich einen Vorwurf machen, dann diesen, dass sie nicht mehrere solche Sprünge in petto haben bzw., dass sie innerhalb ihres Spektrums nicht ganz an die kompositorische Variabilität von NEVERMORE oder aber auch MACHINE HEAD herankommen. Aber, und das sei hervorgehoben, man erkennt deutlich den Willen und das Herzblut, das der Vierer in diese Kompositionen gesteckt hat sowie auch das Potential, denn handwerklich ist Depicting The Macabre wahrlich nicht von schlechten Eltern. Wenn man beim nächsten Mal im kompositorischen Bereich etwas mutiger agiert, ist WARFECT durchaus ein großer Wurf zuzutrauen. Neo-Thrash-Anhängern empfehle ich aber auch schon jetzt, zumindest mal ein Ohr zu riskieren und allen, ich sag mal Knüppelthrashern, die einfach nur auf akustisch auf die Mütze haben wollen, dürfen hier sofort bedenkenlos zugreifen.

Veröffentlichungstermin: 16.11.2009

Spielzeit: 40:25 Min.

Line-Up:
Gesang, Leadgitarre: Fredrik Wester
Rhythmusgitarre, Gesang: Hakan Karlsson
Bass, Gesang: Kristian Martinsson
Schlagzeug: Mattias Kern

Produziert von Fredrik Wester und WARFECT
Label: My Kingdom Music

Homepage: http://www.warfect.com

MySpace: http://www.myspace.com/warfect

Tracklist:
1.Creation
2.Heathen reigns
3.Depicting the macabre
4.Symbol of submission
5.I factor
6.Supervised life
7.Never to return
8.Harvest of trinity
9.Truth untold
10.Atrocity