VIRGIN STEELE: The House of Atreus Act 1

VIRGIN STEELE: The House of Atreus Act 1

Allen Nostalgikern zum Trotz möchte ich gleich vorneweg behaupten, daß es sich bei ´The House of Atreus Act 1´ um das bis dato beste Album von VIRGIN STEELE handelt!

Aber hey, dieses Album kann ich auch einfach nicht objektiv bewerten, da ich das Theaterstück ´Klytaimnestra´ gesehen habe, das ja mit der Musik von David DeFeis unterlegt wurde. Auch wenn ich die Songs während des Stücks nur einmal gesehen habe, schwirren mir bei jedem Ton dieses Albums die eindrucksvollen Bilder der kleinen Bühne in Memmingen durch den Kopf und es ist sogar möglich, die einzelnen Titel den Szenen des Stückes zuzuordnen. Soviel zum Wiedererkennungswert der insgesamt 22 Tracks, die jedoch nicht alle für das Theaterstück verwendet wurden (und noch dazu ganz schön aus dem Zusammenhang gerissen).

Daß die Songs sofort hängenbleiben, soll aber in keinster Weise heißen, daß es sich um schnellebige Songs handelt. David DeFeis hat sich auf diesem Album mal wieder viel Mühe gegeben, interessante Arrangements mit einprägsamen Melodien zu verbinden und gleichzeitig bietet ´The House of Atreus Act 1´ einen Spaziergang durch die Geschichte der Band. Auf dem neuen Album sind fast alle Momente des musikalischen Schaffens der Band vertreten (von der poppigen ´Life Among the Ruins´ – Phase zum Glück mal abgesehen) und so kann sich der Fan der neuen Werke über MANOWAR-ähnliches Songmaterial (´Through the Ring of Fire´) genauso freuen, wie der Fan der ersten Stunde, der es lieber etwas powermetallischer mag (´The Fire God´), und vor allem Fans der beiden ´Marriage´-Alben werden von den vielen klassisch inspirierten Songs begeistert sein.

Doch auch ´The House of Atreus Act 1´ ist nicht ganz frei von kleineren Wehrmutstropfen. So klingen die klassischen Arrangements durch den aufdringlichen Keyboardsound erneut zu künstlich. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie sich das ganze mit einem echten Orchester anhören würde…

Desweiteren hätte ich es persönlich doch wirklich gut gefunden, wenn wenigstens bei dem ein oder anderen Song ein Gastsänger aus dem Ensemble des Theaterstücks mitwirken hätte dürfen. Zwar konnte keiner der Akteure mit der übermächtigen Stimme von David DeFeis mithalten, aber gerade Hauptdarstellerin Josephine Weyers verlieh der Ballade ´Child of Desolation´ (Absolute Gänsehaut!) eine ganz besonders ausdrucksstarke Note und auch die Grinsende Maske vermittelte den Songs Charakter.

Da ich jedoch die Gründe von David DeFeis für seine Entscheidung, keine Gastsänger zu verwenden, nachvollziehen kann, will ich es mit der kurzen Anmerkung belassen und freu mich lieber über ein ambitioniertes Werk, dem man anmerkt, wieviel Herzblut darinsteckt.

Der einzige Grund, den ich gelten lassen würde, dieses Album nicht immer und immer wieder anzuhören ist, um die Erinnerungen an diesen ganz besonderen Theaterabend nicht verblassen zu lassen. Da das Stück in nächster Zeit erneut aufgeführt werden soll, kann ich wirklich jedem nur raten, sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen und ´The House of Atreus Act 1´ ist für mich sowieso ein Pflichtkauf 😉

Fierce

Bericht über Klytaimnestra

Spielzeit: 74:03 Min.

Line-Up:
David DeFeis – all vocals, keys, orchestration, keyboard bass/guitar, swords & effects

Edward Pursino – all electric guitars & bass guitars

Frank Gilchriest – drums

Produziert von David DeFeis
Label: Modern Music Records

Hompage: http://www.home-of-virginsteele.com

Tracklist:
1. Kingdom of the Fearless

2. Blaze of Victory

3. Through the Ring of Fire

4. Prelude in A Minor

5. Death Darkly closed their Eyes

6. In Triumph or Tragedy

7. Return of the King

8. Flames of the Black Star

9. Narcissus

10. And Hecate Smiled

11. A Song of Prophecy

12. Child of Desolation

13. G Minor Invention

14. Day of Wrath

15. Great Sword of Flame

16. The Gift of Tantalos

17. Iphigenia in Hades

18. The Fire God

19. Garden of Lamentation

20. Agony and Shame

21. Gate of Kings

22. Via Sacra

Fierce
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