VALBORG: Crown Of Sorrow

VALBORG sind Alchimisten und "Crown Of Sorrow" ist ihr bisher ausgewogenstes und tiefstes Album.

Der Schritt von Glorification Of Pain zu Crown Of Sorrow mag kleiner sein, als der Weg, den VALBORG von Songs For A Year zu Glorification Of Pain zurück gelegt haben. VALBORG haben sich stilistisch nicht arg von dem entfernt, was zuletzt von ihnen zu hören war, aber doch ein kleines bisschen. Und das reicht aus, damit sich VALBORG komplett von ihren Vorbildern emanzipieren. Zwar ist die Richtung, die das Trio aus Bonn betreten hat immer noch gepflastert von den Steinen, auf denen einst CELTIC FROST gewandert sind, aber der Weg ist ein ganz eigener.

Diesen atmosphärischen, schwarzen Berg von einem Album kann man beim bestem Willen nicht mit anderen vergleichen. Crown Of Sorrow ist ein okkultes, zum Leben erwachtes Ritual. Ein Fleisch gewordener Poltergeist. Er kriecht, er lebt, er heult und stöhnt, bäumt sich auf und bricht dann wieder zusammen. Zusammen gehalten von tiefen Riffs, einem im positiven Sinne simplen, polterndem Schlagzeug und tiefen, drückenden Basslinien. Dazu kommen die Gesänge vieler verlorener Seelen, seien es Klagelieder der Gefallenen oder der Zorn des entmachteten Tyrannen. Das alles wird zu relativ einfachen, aber extrem eigenständigen Songs verwoben, die sich in Hirn des Hörers fressen, die aber auch nicht einfach so verstanden werden können. VALBORG sind Alchimisten und Crown Of Sorrow ist ihr bisher ausgewogenstes und tiefstes Album.

Alles folgt einem roten Faden und dennoch sind VALBORG Meister der Verwandlung. Von boshaften Metalsongs wie Wisdom From The Vortex, Thunderbolts und Crying Under The Fortress Of God geht es über leise Momente wie in Tristesse und Transcending The Sorrow Of An Earth Unseen hin zu gänzlich von Synthesizern getragenen Zwischenstücken, die sogar ganz einfach ohne Gesang auskommen können. Mit I Am Space ist das bisher ungewöhnlichste Stück der Laufbahn VALBORGs enthalten – eine Liebeserklärung an den Krautrock der Siebziger, die mit über elf Minuten Länge einerseits aus dem Rahmen fällt, andererseits aber zeigt dies, dass VALBORG tun können, was sie wollen, es klingt alles zweifelsfrei nach ihnen.

Crown Of Sorrow ist nicht nur toll live eingespielt und mit viel Liebe im Detail ausgestattet, die analoge Produktion und der dazugehörige Mix sind sehr originell und authentisch, passen perfekt zur Musik. Das schöne, düstere Artwork gibt der Musik die richtige Verpackung und rundet VALBORGs dritten Streich hervorragend ab. Dies ist eine Scheibe, die mit viel Liebe zum Detail ausgestattet wurde und jedem, der auf morbide, düstere Musik steht schwer ans Herz zu legen ist. Wenn sich die drei aus Bonn so weiter entwickeln, wer weiß, was da noch alles kommen mag?

Veröffentlichungstermin: 19. April 2010

Spielzeit: 35:50 Min.

Line-Up:

Christian Kolf – Guitar, Vocals
Jan Buckard – Bass, Vocals
Florian Toyka – Drums

Produziert von Oliver Weißkopf & VALBORG
Label: Zeitgeister Music

Homepage: http://www.valborg.de

MySpace: http://www.myspace.com/siebengebirge

Tracklist:

1. Wisdom From The Vortex
2. Ancient Horrors
3. Thunderbolt
4. Tristesse
5. Crying Under The Fortress Of God
6. Transcending The Sorrows Of An Earth Unseen
7. I Am Space
8. St. Patrick´s Day