V.A.: A Bullet Sounds the Same (In Every Language) [Split]

Hier ist für jeden was dabei: Dreimal kranker Scheiß von Jazz-Chaos bis hin zu Drone.

Dass es in Italien mehr verrückte Bands, als nur EPHEL DUATH gibt, das beweist diese Split mit den lustigen Kapellen INFERNO, PSYCHOFAGIST und OVO. Dabei gehen alle Bands deutlich unterschiedlich zu Werke – dem Titel der Split natürlich entsprechend. Dass es hier extreme Schwankungen zwischen Licht und Schatten gibt, lässt dies zu keinem einfachen Release werden, so manches treibt sogar Hartgesottene in den Wahnsinn.

INFERNO aus Rom jedoch sind der angenehmste Beitrag auf dieser Scheibe. Der selbstbetitelte Sci-Fi Grind ´n´ Roll könnte die Musik nicht besser umschreiben. Mächtig rockender Trommelfell-Terror in Verbindung mit kranken Synthies, die bestens als Soundtrack für Ed Wood-Filme geeignet wären, erschaffen eine sympathische Mischung, die zwar im Zeitalter von Bands wie TRENCHER und GENGHIS TRON nicht wirklich  originell ist, aber durch das deutliche Augenzwinkern eine sehr kurzweilige Angelegenheit darstellt. Zwischen hektischem Geschrei und seltsamen Atmosphären werden Songs wie Pizzianti und Sally Realdeal zu kleinen, leckeren Snacks für Fans von THE LOCUST und Konsorten.

Dann ist aber Schluss mit lustig. PSYCHOFAGIST, ebenso aus der italienischen Hauptstadt, prügeln derart konfus und wirr durch die Gegend, dass selbst PSYOPUS sich nicht mehr auskennen dürften. Das sind acht sehr lange Minuten, bestehend aus oberkrassem Geschrei, verflucht guten Musikern, vor allem an den Drums. Der Gitarrist tobt sich an seinen Effekten aus, der Bassist jazzt gemütlich rum und hier und da wird ein Saxophon darüber gelegt. Ob das genial oder nur einfach totaler Müll ist, ist leider nach drei Songs unmöglich zu beurteilen. Hoffentlich lassen PSYCHOFAGIST bald mehr rüberwachsen, geil ist dieser kranke Scheiß auf jeden Fall.

OVO haben bereits auf Miastenia eindrucksvoll gezeigt, wie man Musik ohne jegliche Daseinsberechtigung macht. Dass sie hier mitmischen ist ärgerlich, die Qualität der Split wird mit diesem 13minütigen Pseudo-Drone-Song deutlich gemindert. Musikalisch wäre der Beitrag vielleicht gar nicht so schlecht, aber die Sängerin schafft es auch hier, dem Hörer den Tag zu verderben. Die weibliche Ausgabe von Attila Csihar wird sie jedenfalls niemals werden. Auch der krude, kurze Tempowechsel nach einiger Zeit ärgert den Hörer mehr, als dass er etwas bringen würde – eine Beleidigung für die gesamte Drone-Szene.

Dreimal kranker Scheiß, davon zweimal sehr gelungen und einmal miserabel. Wer sich die Schädeldecke auslöffeln lassen will, der sollte diese Split aber auf jeden Fall antesten, denn gerade INFERNO und PSYCHOFAGIST machen ordentlich Radau und setzen euch mächtig zu, garantiert.

Veröffentlichungstermin: Ende 2007

Spielzeit: 35:41 Min.

Line-Up:
INFERNO:
Gio – Vocals
V Fisik – Guitar
Dan – Bass
Demian – Drums
Reeks – Synthies

http://www.infernogrindnroll.com

kinkyparty@infernogrindnroll.com

PSYCHOFAGIST:
Marcello – Bass, Vocals
Stefano – Guitar, Backing Vocals, Sax
Marcello – Drums

http://www.psychofagist.com

OVO:
Stefania Pedretti – Vocals, Guitars
Bruno Dorella – Drums, Bass

http://www.myspace.com/ovobarlamuerte
Label: Shove Records / Bar La Muerte / Donna Bavosa Records

Tracklist:
Act I – Courage, Fork & Knife (INFERNO)
1. Intro
2. Pizzianti
3. Murder at the Schnitzelhaus
4. Sally Realdeal
5. Russian Omlette

Act II – The Soft Humanoid Parade (PSYCHOFAGIST)
6. Unstable Parte II
7. Il Rispetto Di Nostro Signore Per GilInvertebrati
8. Veil | Inconsistence

Act III – Epilogue: Narciso (OVO)
9. Narciso