THE BREATH OF LIFE: Silver Drops

THE BREATH OF LIFE: Silver Drops

(Gast Review von Peter Sillaro)

Zwei Jahre hat die Waveband The Breath of Life an ihrem neuen Release gearbeitet. Herausgekommen ist dabei ein ziemlich ruhiges Album, dessen Ausgeglichenheit wohl ihresgleichen sucht.

So sorgt ein geschicktes, abwechslungsreiches Arrangement dafür, daß immer wieder ein anderes Instrument im Vordergrund steht – allerdings nie so weit, daß eines der übrigen deswegen untergeht. Besonders angetan haben es mir zweifellos die zauberhaften Klänge von Giovanni Bartolins Violine, die den Sound der Band ziemlich unverwechselbar machen. Mehr noch gilt dies jedoch für Isabelle Dekeysers folkig angehauchte Vocals, selbst wenn mich ihr Gesangsstil stellenweise an Siouxsie Sioux zu ihren besten Zeiten erinnert.

Ausgeglichen ist das Album aber auch deshalb, weil kein Song musikalisch oder textlich aus dem Rahmen fällt. Allgegenwärtig ist eine träumerische Grundstimmung, die ihre Entsprechung in Texten findet, die von der Sehnsucht nach einer anderen Welt („Her World“), nach einem „Deep Blue Land“, dem „Silver Sky“ bzw. „Blooming Sky“ erfüllt sind. An diesem Silberling dürften demnach zum einen notorische Tagträumer Gefallen finden, zum anderen aber auch Leute, die einfach mal im stillen Kämmerlein vom üblichen Alltagsstreß abschalten wollen – und wer möchte das nicht ab und zu?

Womöglich kann man die Scheibe am besten mit einer Kette aus kleinen, feinen Perlen vergleichen. Ein großer Edelstein (ein absolut geniales Stück) ist nicht dabei, aber wer nicht den großen musikalischen Schatz sucht, wird an ihren unaufdringlichen, sich fast unbemerkt ins Ohr einschmeichelnden Melodien trotzdem seine Freude haben.

Tracklist:

Calican

Silver Sky

Tower

Blooming Sky

Cold Lights

The Valley

Her World

Falling Drops

Around You

Deep Mystery

Deep Blue Land

Line-up:

Isabelle Dekeyser – Gesang

Philippe Mauroy – Gitarre

Benoit Sokay – Baß

Giovanni Bartolin – Keyboards, Violine

Spielzeit: 48:53

Label: Hall of Sermon/East West

VÖ: 12. 06. 2000

Markus
Markus ("boxhamster") hat das Magazin 1999 gegründet und kümmert sich um die Technik und die Weiterentwicklung von vampster, schreibt ab und zu Reviews und fotografiert bei Festivals und Konzerten.