Suche
Filter
Suche im Titel
Suche im Inhalt
Beiträge & Bilder
Filter by Kategorien
News
CD-Reviews
Interviews
Live-Reviews
Multimedia
Blog
Tourdaten
Suche nach Band

TAAKE: Stridens Hus

TAAKE: Stridens Hus
Herr Hoest aus Bergen macht Black Metal. Einmal malte er sich (wohl geritten von der Alkoholfee) in Deutschland verbotene – da vor 80 Jahren erfolgreich missbrauchte und eigentlich uralte – Symbole auf seinen Bauch und meinte, es sei lustig, so in Essen auf die Bühne zu stehen. Ist es aber nicht (zur Veranschaulichung: Wie viele Deutsche braucht es, um eine Glühbirne auszuwechseln? – Einen. Wir sind effizient und haben keinen Humor.). Das ist ihm aber irgendwie egal und irgendwie ist TAAKE mittlerweile wieder salonfähig geworden. So salonfähig, dass sie am 7. März in Tel Aviv (ja, das in Israel) auftreten und damit dem im Black Metal so wichtigen Wort Ironie eine neue Bedeutungsebene verleihen.
Herr Hoest aus Bergen macht also Black Metal. Und der ist gut. Sehr gut sogar. Drei Jahre nach Noregs Vaapen kredenzt der Misanthrop und Multiinstrumentalist ein neues Werk, Stridens Hus. In seinem Haus wird aber nicht wirklich gestritten, denn die Instrumente existieren fair nebeneinander in einer schwarzmetallisch eleganten, authentischen Produktion. 
Überhaupt, authentisch. Das ist Stridens Hus von Beginn bis Ende. Während SATYRICON in letzter Zeit dazu übergegangen sind, etwa zwei bis drei Knallersongs auf ein neues Album zu packen, in die sie ihre ganze Energie stecken, während sie sich für den Rest des Albums mit gut statt sehr gut zufrieden geben, machen TAAKE das genau nicht. Nein, TAAKE klingen von Alpha bis Omega fies, traditionell norwegisch-schwarzmetallisch und somit roh und episch. Alles zusammen, gleichzeitig, hymnisch, innovativ, eigenständig.
Besonders der Beginn von Stridens Hus – sprich Gamle Norig und Orm klingen so, wie man SATYRICON in Erinnerung hat. Orm mit zurückhaltendem Chor und einsam-melodiös-erhabenem Gitarrenlead, dazu obskurer Gesang – ja, TAAKE wissen noch, wie sich Dark Medieval Times und Shadowthrone anfühlen. Gleichzeitig beweist Hoest auch den Mut, längere Passagen ohne Gesang einzuflechten, hypnotisch zu riffen (überhaupt ein Gitarrensound-technischer Leckerbissen: Stank) oder gar progressiv zu agieren (und zwar so ausgefeilt, dass die Trve-Fraktion nur mit offenem Mund dasteht und gar nicht motzen kann).
Fazit: Als Black Metaller kommt man an Stridens Hus weder 2014 noch 2015 vorbei – TAAKE liefern ein rundum gelungenes, atmosphärisch-dichtes und schlicht sackstarkes Album ab. Trve Norsk Svartmetall in Perfektion. Bravo!

Veröffentlichungstermin: 12.12.2014

Spielzeit: 43:34 Min.

Line-Up:
Hoest – alles

Label: Dark Essence Records

Homepage: http://taake.svartekunst.no/

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/taakeofficial

Tracklist:

1. Gamle Norig  
2. Orm  
3. Det fins en prins  
4. Stank 
5. En sang til sand om ildebrann  
6. Kongsgaard bestaar  
7. Vinger