STORY OF THE YEAR: Tear Me To Pieces

STORY OF THE YEAR bleiben sich treu, ohne zu stagnieren: Selbst im Jahr 2023 wird der Genre-Cocktail von “Tear Me To Pieces” selten so mitreißend umgesetzt wie hier.

Im 20. Jahr nach dem Debüt „Page Avenue“ (2003) darf man schon mal sentimental werden. Der Hauch von Nostalgie, den „Tear Me To Pieces“ in der Folge durchzieht, scheint daher alles andere als Zufall, nehmen doch die US-Amerikaner mit dem Artwork ihres siebten Studioalbums selbst Bezug auf ihren Full-Length-Einstand.

Es passt also ganz gut, dass die elf Tracks genau in der Nische zwischen alt und neu sitzen. Obgleich STORY OF THE YEAR am Puls der Zeit komponieren, reisen wir für eine gute halbe Stunde in eben selbiger zurück. Es gibt eingängige Melodien en masse, ein wenig Kitsch und Pathos, aber auch ganz viel Lebensfreude, wenn der eröffnende Titeltrack mit Elan und Energie die Zügel ungeniert loslässt.

Selbst im Jahr 2023 wird dieser Genre-Cocktail selten so mitreißend umgesetzt wie auf “Tear Me To Pieces”

Der Mix aus Post Hardcore, Pop-Punk und modernem Rock ist aus heutiger Sicht nichts Ungewöhnliches mehr, wird aber selbst im Jahr 2023 nur selten so mitreißend umgesetzt wie auf „Tear Me To Pieces“, wo zwischen glatten und gestriegelten Arrangements eben auch noch die härtere Seite durchschimmern darf. Satte Riffs in „Afterglow“, „Dead And Gone“ und dem Titeltrack flankieren die dosiert eingesetzten Screams Dan Marsalas.

Das Resultat bleibt jedenfalls authentisch, selbst wenn STORY OF THE YEAR zeitweise auf ein synth-gestütztes Fundament setzen und so ein wenig BRING ME THE HORIZON-Flair versprühen („War“). Für Abwechslung sorgen derweil die Akustikgitarren in „Use Me“, „Sorry About Me“ sowie „Take The Ride“, die allerdings – mit Ausnahme des erstgenannten Tracks – früher oder später tatkräftige Unterstützung der Rock-Besetzung erhalten.

STORY OF THE YEAR sind auch zwei Dekaden nach dem Debüt noch relevant

Die Balance stimmt jedenfalls, obgleich das Quartett im sorglosen „2005“ vielleicht doch ein wenig zu dick aufträgt. Für das große Ganze spielt das allerdings keine Rolle, da STORY OF THE YEAR ansonsten eine Blaupause abliefern, wie man diesen bunten Genre-Cocktail im Jahr 2023 immer noch unverbraucht und relevant halten kann. Und überhaupt: Ein wenig Sentimentalität wird zwei Dekaden später doch erlaubt sein, oder?

Veröffentlichungstermin: 10.03.2023

Spielzeit: 33:19

Line-Up

Dan Marsala | Gesang
Ryan Phillips | Gitarre
Adam Russell | Bass, Backing Vocals
Josh Wills | Schlagzeug, Percussion

Label: SharpTone

Homepage: http://www.storyoftheyear.net/
Facebook: https://www.facebook.com/storyoftheyear/

STORY OF THE YEAR “Tear Me To Pieces” Tracklist

  1. Tear Me To Pieces (Video bei YouTube)
  2. Real Life (Video bei YouTube)
  3. Afterglow (Video bei YouTube)
  4. Dead And Gone
  5. War (Video bei YouTube)
  6. Can’t Save You
  7. 2005 (Video bei YouTube)
  8. Sorry About Me
  9. Take The Ride (Lyric-Video bei YouTube)
  10. Knives Out
  11. Use Me
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