SCORNGRAIN: Cyberwarmachine

SCORNGRAIN: Cyberwarmachine

Aus Finnland kommen SCORNGRAIN und definieren ihre Musik als Cyber Thrash Metal. Naja, so ganz kann ich dem nicht zustimmen. Cyberelemente sind wohl genügend vorhanden, aber Thrash Metal ist für mich eine ganz andere Art von Musik. SCORNGRAIN liebäugeln eher mit modernen Death Metal-Elementen und lassen diese mit zahlreichen Industrial-Einflüssen verschmelzen.

Das Debütalbum Cyberwarmachine beginnt viel versprechend mit 24-7 Hell im bangkompatiblen Midtempo mit einfach gehaltenen, aber treibenden Gitarren. Ausgeschmückt wird die Komposition mit futuristisch anmutenden Synthesizer-Effekten, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album ziehen, jedoch auf Dauer recht nervend sind. Hier wäre definitiv weniger mehr gewesen. Die Vocals von TwentynineA werden sowohl fies und teilweise kreischend im Stile eines Alexi Laiho (CHILDREN OF BODOM), als auch grabestief grunzend vorgetragen. Mitten im Song kommt allerdings eine gerappte Sequenz, die zu der Musik passt, als würde man Oliver Kahn im Sturm der Nationalmannschaft spielen lassen. Eine kalte Atmosphäre vermittelt auch der folgende Song Blank, der wiederum im recht behäbigen Tempo intoniert wird und besonders im etwas flotteren und melodischeren Refrain zu gefallen weiß. Der Titeltrack Cyberwarmachine ist endlich etwas flotter mit variableren Klampfen, einem knackigen Groove und einprägsamen Chorus. Schon beinahe tanzkompatibel kommt Flesh Means Pain daher, während bei Killing Breed neben einem stampfenden Polka-Beat blastige Prügelparts eingebaut wurden. Leider wiederholen sich mit zunehmender Spieldauer die Ideen der Band, was etwas schade ist und ermüdend wirkt.

Gute Ansätze sind auf dem SCORNGRAIN-Debüt Cyberwarmachine auf jeden Fall vorhanden, wobei man versuchen sollte sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und das Songwriting straffen. Aber vor allem sollte das Trio die Synthie-Sounds um zwei Drittel reduzieren und tempomäßig abwechslungsreicher agieren.

Veröffentlichungstermin: 25.10.2004

Spielzeit: 40:00 Min.

Line-Up:
Eniac – drums, programming

Dr. Mike – guitars, programming

TwentynineA – vocals

Produziert von Kimmo Perkkiö
Label: Dynamic Arts Records

Hompage: http://www.scorngrain.com

Tracklist:
24-7 Hell

Blank

Cyberwarmachine

Flesh Means Pain

Killing Breed

4-D Religion

New Paradise (bukkake remix)

Dawn Of Hypocrite God

No Funeral For The Last

Psycho