RITI OCCULTI: Riti Occulti [Re-Release]

RITI OCCULTI: Riti Occulti [Re-Release]

Das letzte Mal, als mir eine Band unterkam, die auf Gitarren großzügig verzichten konnte, staunte ich nicht schlecht, was man mit bloßem Bass und Schlagzeug ausrichten konnte: STUKA PARTYs Schmeiser Smasher war abgehobener Grindcore. Nun, ein paar Monate später, scheint wieder eine Band auf den Sechssaiter zu verzichten – nur mit dem Unterschied, dass die Tachometer-Nadel in eine ganz andere Richtung ausschlägt als beim Grindcore-Geballer. Die Rede ist von RITI OCCULTI, deren Melodien von Bass, Bouzouki und Keyboards getragen werden. Und diese werden auch im umgangssprachlichen Sinn getragen intoniert, schließlich hat man es beim remasterten Re-Release des 2012-er Debüts Riti Occulti mit Blackend Stoner Rock / Doom Metal zu tun.

Tempo und Genre machen sich deutlich bei den ersten beiden Tracks bemerkbar, als dass Sängerin Serena Mastracco ihre kehligen Black Metal-Vocals beschwörend und finster einsetzt, während die Musik okkult und schleppend vor sich hin fließt. Erst mit I´m Nobody stößt auch RITI OCCULTIs zweite Sängerin Elisabetta Marchetti hinzu, die mit ihrem klaren und hohen Gesang den Gegenpart zu der im Endeffekt doch präsenteren Serena Mastracco bildet. So richtig zum Duett der beiden Sängerinnen kommt es im Bass-getriebenen, okkulten Stoner Rock-Track Alcyone, einem der besten Songs des Albums, zu dem es auch einen Video-Clip gibt. Aus experimenteller Sicht ist auch Desert of Soul zu erwähnen, dessen Melodie vom verstörenden Zusammenspiel von Bass und Bouzouki lebt und sich in weiterer Folge zu einem coolen Track entwickelt.

Trotz der irgendwie spannenden Ausrichtung und Aufstellung von  RITI OCCULTI gibt es doch einen mangelhaften Punkt, der eine Empfehlung schwer fallen lässt: den Sound. Zwar passt die sehr dreckige Produktion gut zum Stil der römischen Band, doch wird der Bogen dann doch etwas überspannt, als dass das Schlagzeug in seinem Sound doch zu leiden hat (ganz bitter die Becken in It´s All Grey). Mitunter sind auch die hinterlegten Keyboard-Flächen etwas gar zu intensiv abgemischt. Insgeheim will man dann gar nicht wissen, wie das ursprüngliche Album geklungen hat, bevor es remastert wurde. Dennoch bleibt ein intensiver Eindruck von einer experimentellen und düsteren Band, deren Name Programm ist.

Veröffentlichungstermin: 23.02.2015

Spielzeit: 48:00 Min.

Line-Up:
Luciano Lamanna – Keyboards
Elisabetta Marchetti – Gesang (clean)
Niccolò Tricarico – Bass, Bouzouki
Serena Mastracco – Gesang (harsh)
Ivano Mandola – Schlagzeug

Gastmusiker:
Stefano Todarello – Flöte

Produziert von Luciano Lamanna @ Audio Division, Rom (ITA)
Label: Nordavind Records

Homepage: http://ritiocculti.altervista.org

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/RitiOcculti?fref=ts

Tracklist:
1. It´s All Grey
2. Revelation
3. I´m Nobody
4. Alcyone
5. Desert of Soul
6. Bitter Awakening
7. Never a Joy

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.