Vielversprechend wird „Surveillance“ von einem geilen Thrashriff eingeleitet, das jedoch nach einer Minute unverständlicherweise abbricht, anstatt dass es nun erst so richtig loslegt. Thrashitus interruptus gewissermaßen, und das könnte fast schon das Motto der ganzen OPERATION COUNTERSTRIKE-CD sein. Der erste richtige Song der CD und zugleich der Titeltrack bietet zwar ebenfalls exzellentes, modernes Thrash-Riffing, ganz so wie beim Intro will das aber nicht knallen. Das liegt vermutlich am, für Undergroundbands nicht ungewöhnlichen Problem: Sänger Meikels Stimme verfügt nicht über das Volumen und die nötige Aggressivität, um das hohe Energielevel der vorzüglichen Riffs – die Gebrüder Haut schütteln sich so manchen Schädelspalter aus dem Handgelenk und verfügen bereits über eine erstaunlich ausgeprägte Handschrift beim Songwriting, man höre nur mal bei „Caged/The Challenge“ rein – zu halten.
Sowohl die Death-Metal-Growls als auch die geshouteten Vocals lassen Kraft und Eigenständigkeit vermissen. Ebenfalls nicht mithalten kann der Mann an der Schießbude, dessen sehr traditionelles, gesichtsloses Drumming dem Material einiges an Tightness raubt. Manch ein Riff verliert so seine Durchschlagskraft, weil das Schlagzeug keinen passenden Groove hinbekommt. Immer wieder wird die aufkeimende Begeisterung von diesem Schwachpunkt ausgebremst. Thrashitus interruptus eben…
„Surveillance“ überzeugt nur bei der Gitarrenarbeit
So bleibt vor allem die starke Gitarrenarbeit, an der man sich auf „Surveillance“ erfreuen kann. Tracks wie „The Cherry Stone Cucumber Massacre“ und „To Fucking Ass To Suffer“ leben von den in den Keller gestimmten, fetten Rhythmen und sich über den Abgrund der Disharmonie gerade so hinüberhangelnden Leadstimmen der Klampfer. Wäre schade um eine vielversprechende, junge Band, wenn ihr Sänger und Drummer nicht bald zum hohen Niveau der Sechssaiter aufschließen könnten. Was bleibt sonst noch zu sagen? Vielleicht, dass mir schleierhaft geblieben ist, was man dem Hörer mit den eben genannten Titeln sagen will? Letzterer lässt zumindest mal auf eine unschöne Begegnung mit vegetarischer Küche schließen…
Spielzeit: 26:35 Min.
Line-Up:
Meikel Rümper – Gesang
Christopher Haut – Gitarre
Stephan Haut – Gitarre
Hendrik Schelenz – Bass
Kai Swillus – Schlagzeug
Produziert von OPERATION COUNTERSTRIKE
Label: Eigenproduktion
OPERATION COUNTERSTRIKE „Surveillance“ Tracklist
- And…
- Surveillance
- Interlude
- Caged/The Challenge
- To Fucking Ass To Suffer
- The Cherry Stone Cucumber Massacre
- Lymp (Thinking Just Means Work And Pain)
- Asses4Masses (Videobonus)