NORHOD: Voices from the Ocean

Gelungener Symphonic / Gothic Metal aus Italien, der abseits von manchen Highlights nur noch an Feinheiten zu arbeiten hat, um durchgehend die Spannung halten zu können.

NORHOD sind nicht die erste Band, die sich dem Gothic / Symphonic Metal widmet (und sicherlich auch nicht die letzte), weshalb sich angesichts der Fülle an Bands und Releases dieses Genres die Frage stellt, ob es für mehr oder minder Newcomer-Bands überhaupt lohnt, gegen die Platzhirrschen des Genres wie EPICA, TRISTANIA oder LEAVES´ EYES anzutreten? Im Falle von Voices from the Ocean kann man diese Frage mit Ja beantworten, denn die Italiener beweisen mit ihrem zweiten Album durchaus Potenzial, im ersten Drittel in Sachen Qualität mitzumischen. In puncto Innovation müssen NORHOD allerdings Federn lassen, was aber auch den Genre-Größen zuletzt immer wieder einmal vorzuwerfen war.

Basis der Musik von NORHOD sind symphonische Elemente, die teilweise mit stimmiger und ruhiger Musik untermalt werden und ein anderes Mal von dramatischeren und härteren Elementen abgelöst werden. Insbesondere bei zweiterer Herangehensweise liefern NORHOD starke Tracks wie Bleeding Path ab, die kraftvoll für Dramatik sorgen und Emotionen zu Tage fördern. Bei von der Grundmelodie müderen Songs wie The Abyss of Knowledge, der dank Violine und flotteren Passagen auch seine starken Phasen hat, oder Balladen wie July Rain fehlt der Band noch das gewisse Etwas, um auch solche Ausflüge ansprechender und fordernder zu vermitteln.

Gesanglich wechseln sich die durchaus guten Growls von Giacomo Jev Casa und der mitunter hohe Klar-Gesang von Clara Ceccarelli ab, die auch schon bei WIND ROSE als Gast-Sängerin in Erscheinung trat. Gelungene Chor-Elemente wie in Son of the Moon (A Moon Tale – Part VI) runden die Vocals-Performance ab. An den Instrumenten wird brav gearbeitet, wenngleich es durchaus zu hören ist, dass auf Gitarre & Co. nicht das Hauptaugenmerk der Kompositionen gelegt worden ist.

Demzufolge ein guter Symphonic / Gothic Metal-Release, der eine fähige Band zeigt, die nur noch an Feinheiten zu arbeiten hat, um durchgehend die Spannung halten zu können. Respekt.

Veröffentlichungstermin: 20.01.2016

Spielzeit: 36:37 Min.

Line-Up:
Giacomo Vannucci – Gitarre
Andrea Bistru Stefani – Gitarre
Michele Tolomei – Keyboards
Giacomo Jev Casa – Gesang
Matteo Giusti – Bass
Clara Ceccarelli – Gesang
Federico Masi – Schlagzeug

Produziert von Jonathan Mazzeo
Label: WormHoleDeath Records

Homepage: http://www.norhod.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/Norhod

Tracklist:
1. Storm
2. Endless Ocean
3. The Abyss of Knowledge
4. July Rain
5. Bleeding Path
6. Son of the Moon (A Moon Tale – Part VI)
7. Farthest Dream
8. Last Chant