Liegt es nun am Ehrgeiz, der alten Plattenfirma zu zeigen, was diese nun verpasst hat oder war es nur eine logische Weiterentwicklung der französischen Thrasher? Die schon seit 1989 existierenden NO RETURN haben sich im Gegensatz zum Vorgängeralbum „Self Mutilation“ erheblich gesteigert. Waren sie auf „Self Mutilation“ noch sehr Death-/Thrash-orientiert, liefert das Quintett auf „Machinery“ ein astreines Thrash Metal-Album ab. Lediglich die heftigen Vocals von Steeve Petit sind teilweise in die Todesmetall-Abteilung einzuordnen, wobei dieser auf „Machinery“ auch von cleanen Gesängen nicht zurückschreckt.
Positiv ragen vor allem die coolen Gitarrenriffs hervor, welche sogar hin und wieder Bay-Area-Anleihen aufweisen, dann wieder aus der Feder von King/Hanneman stammen könnten. Ein angenehmes Riffgewitter prasselt auf den Hörer nieder. Treibend, aggressiv und doch verspielt. Sehr dienlich werden die Klampfen vom verbesserten Drumming des Fellgerbers Didier Le Baron untermalt, bei welchem Abwechslung mittlerweile ein wichtiges Merkmal darstellt.
NO RETURN zeigen auf „Machinery“ eine deutliche musikalische Steigerung
Zieht euch mal den Opener „Violator“, den Thrash-Hammer „Virus“ oder das leicht an NEVERMORE erinnernde „The Recycler“ zu Gemüte. Eine erfrischende Melange, die jedem Thrash-Fan die Tränen in die Augen treiben dürfte. Gerade beim Track „The Recycler“, und nicht nur dort, wirken die Samples von Malko Pouchin passender als auf dem Vorgängeralbum. Pouchin schafft es bei dieser Veröffentlichung, ein kalte, düstere Atmosphäre aufkommen zu lassen, ohne dabei penetrant zu wirken.
Leider halten NO RETURN das hohe musikalische Level nicht auf der gesamten Scheibe durch und der eine oder andere Lückenfüller hat sich eingeschlichen. Dies macht aber der Bonustrack in Form des DEATH-Covers „Secret Face“ wieder wett. Zwar erreichen NO RETURN nicht die Klasse des Originals, jedoch setzen sie dem Song ihren eigenen Stempel auf (z.B. mit Samples) und gestalten diesen auf ihre Art und Weise interessant.
Wer Bock auf eine Combo der Marke SEPULTURA (zu alten Zeiten) meets SLAYER meets NEVERMORE hat, der weiß, was er am 22.04.2002 zu tun hat…
VÖ: 22.04.2002
Spielzeit: 47:20 Min.
Line-Up:
Steeve Petit – vocals
Benoit Antonia – guitar, bass
Malko Pouchin – samples
Didier Le Baron – drums
Alain Clement – guitars
Label: Nuclear Blast
NO RETURN „Machinery“ Tracklist
- Violator
- The Recycler
- Machinery
- Synthetic
- Disillusion
- Virus
- Resurrection
- Disease
- Dynamo
- The Last Act
- Biomechanoid
- Secret Face