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NEMESEA: Mana

NEMESEA: Mana

Liegt es an den Tulpen oder am Verzehr von Glashaustomaten? Keine Ahnung; aber irgendwo muss es einen Grund dafür geben, warum eine erstklassige Symphonic/Gothic Metal Band nach der anderen vom niederländischen Flachland zu ungeahnten Höhen empor steigt. Den neuesten Höhenflug strebt die erst seit zweieinhalb Jahren bestehende Band NEMESEA an, die mit Mana ein äußerst beachtenswertes Debüt abliefert.

NEMESEA folgen – wie schon angesprochen – der neuzeitlichen holländischen Tradition des atmosphärischen, symphonischen Metals, der von einer Frontfrau akustisch und optisch mustergültig vorgetragen werden soll. Dass demnach Vergleiche und Parallelen zu AFTER FOREVER, EPICA oder THE GATHERING nicht von der Hand zu weisen sind, liegt in der Natur der Sache. Doch trotz dieser Ähnlichkeiten gehen die Frischlinge von NEMESEA in manchen Bereichen einen eigenen Weg, der sie zu einem gewissen Grad unverwechselbar macht.

Besonders bezeichnend für diese letztendliche Eigenständigkeit ist zum Beispiel das Allroundtalent Hendrik Jan de Jong, der nicht nur alle Songs fast im Alleingang geschrieben hat und die Gitarre bedient, sondern auch für die symphonischen Arrangements und die Produktion verantwortlich zeichnet. Und letztere fällt kristallklar aus: hier scheint alles an seinem richtigen Platz zu sein, Übergänge gelingen perfekt und die verschiedenen klassischen und elektrischen Instrumente ergänzen sich ebenso fantastisch, wie die Chöre mit dem Solo-Gesang. Einzig der Sound von Schlagzeug und Bass hätte etwas kraftvoller ausfallen können. Doch einem unerfahreneren Produzenten von 28 Jahren muss ja schließlich noch motivierender Platz eingeräumt werden, um sich noch verbessern zu können, wenngleich die Produktion ohnehin schon fast an Genialität grenzt.

Doch gehen wir in medias res (auch NEMESEA machen in ihren Texten fleißig vom Lateinischen Gebrauch). Einem gut einstimmenden Intro folgt in fließendem Übergang mit Threefold Law einer der besten Opener, die ich je bei einem Debütalbum zu Ohren bekam. Mit enormer Kraft und Intensität prägen sich Chor, klassische Arrangements und Rhythmus in die Gehörgänge ein. Danach setzt der Gesang von Manda Ophuis ein, die ihren Genrekolleginnen in nichts nachsteht und eine kräftige, wandlungsfähige Stimme ihr Eigen nennt, die sowohl bei Höhen als auch bei Tiefen zu überzeugen weiß. Den Beweis dafür tritt sie im gefühlvollen und mitreißenden Angel In The Dark an, das vom balladesk sentimentalen Beginn in den Mid-Tempo wechselt, um dann ein immer schneller werdendes Feuerwerk abzufackeln, das es vor allem in gesanglicher Hinsicht in sich hat. Abwechslung bieten allerdings auch die übrigen Tracks: fast jedem Song sind schnellere und langsamere Passagen gemein, wie auch Stellen, die von klassischer Instrumentierung dominiert werden bzw. solchen, in denen die Gitarren das Klangbild beherrschen.

Ein dickes Lob will ich schließlich noch dem Artwork aussprechen, das vor allem innerhalb des Booklets richtig Laune macht, darin zu schmökern, die Musik mit den Bildern zu assoziieren und schließlich die Webseite der Gestalter zu besuchen. Somit schließe ich diese CD-Besprechung mit meiner wärmsten Empfehlung: dieses Album hat gehöriges Potenzial; und wer gefühlvolle Musik zu schätzen weiß, sich nach wie vor nicht an klassisch ausgebildeten weiblichen Vocals sattgehört hat und Holländern den Erfolg prinzipiell nicht missgönnt, dem steht mit NEMESEA eine wunderbar duftende Tulpe zum Pflücken oder eine saftige Tomate mit überraschend vollem Geschmack zum Verspeisen parat.

Veröffentlichungstermin: 28.02.2005

Spielzeit: 46:29 Min.

Line-Up:
Manda Ophuis – Vocals

Hendrik Jan de Jong – Guitar

Martijn Pronk – Guitar

Berto Booijink – Keyboards

Sonny Onderwater – Bass

Chris Postma – Drums

Guest appearances:

Sergey Arseniev – Violin

Jan Buizer – Viola

Sietse Jan Weijenberg – Cello

Ido Gerard Kempenaar – Percussion

Chor:

Judith Bouma, Saskia de Vries, Marieke Bouma, Mirjam Leentvaar, Gerard van Beijeren, David van Royen

Produziert von Hendrik Jan de Jong
Label: Ebony Tears

Homepage: http://www.nemesea.com

Email: sonny@nemesea.com

Tracklist:
1. Nemesis (intro)

2. Threefold Law

3. Empress

4. Angel In The Dark

Mortalitas

5. Part I: The Taker

6. Part II: Dies Irae

7. Part III: Moriendum Tibi Est

8. Part IV: From Beneath You It Devours

9. Lucifer

10. Disclosure

11. Beyond Evil

12. Cry

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge