LEGION OF THE DAMNED: Poison Chalice

LEGION OF THE DAMNED setzen auf bewährte Tugenden: Statt Überraschungen halten die Niederländer das Aggressionslevel auf “Poison Chalice” durchgehend hoch.

Ohne Zögern nahm der Philosoph Sokrates im antiken Griechenland den Schierlingsbecher entgegen, der schlussendlich sein Ende herbeiführen sollte. Man mag uns also unser anfängliches Zögern nachsehen, wenn LEGION OF THE DAMNED uns nun selbst den trügerischen Kelch vorsetzen. Immerhin: Der natürlichen Skepsis setzen die Niederländer, die erstmals mit zwei Gitarristen das Studio aufsuchten, zehn Argumente entgegen, welche unmissverständlicher kaum sein könnten.

„Poison Chalice“ zieht uns folglich ohne große Vorankündigung und mit der ganzen Macht der Routine eins über den Schädel: Innovation hat sicherlich ihren Platz, doch hin und wieder darf es gerne der Dampfhammer sein. Fronter Maurice Swinkels spuckt Galle wie eh und je, während seine Kollegen Twan van Geel sowie Fabian Verweij an den Sechssaitern die dominante Thrash-Kante zwischen Groove und Tempo („Progressive Destructor“) in gewohnter Manier mit einer Ladung Death Metal würzen. Zwischendurch blitzt in „Retaliation“ gar ein dezent angeschwärzter Part hindurch, der genauso für Abwechslung sorgt wie das eine oder andere sauber gespielte Solo („Contamination“).

Keine Überraschung: Das Aggressionslevel halten LEGION OF THE DAMNED auf “Poison Chalice” durchgehend hoch

Locker lassen LEGION OF THE DAMNED dennoch nicht: Das Aggressionslevel bleibt durchweg hoch, selbst wenn das Quintett wie in „Chimes Of Flagellation“ und „Savage Intent“ auf vergleichsweise eingängiges Riffing setzt. Für langjährige Anhänger:innen der Band dürfte das Musik in den Ohren sein, schließlich setzt „Poison Chalice“ weiterhin auf jene Tugenden, welche die Formation nun schon seit über drei Dekaden (inklusive der Zeit als OCCULT) prägt. Dass dabei nicht jeder Track in gleicher Weise neue Höhen erschließen kann, trübt das Gesamtbild nicht in entscheidendem Maße.

Als Komplettpaket erfüllt das zeitgemäß und druckvoll produzierte „Poison Chalice“ dennoch seinen Zweck, indem es zuverlässige Abrissbirnen wie den Titeltrack einer potenziell fehlgeleiteten Verjüngungskur vorzieht. Kurzum: ein Kelch, der trotz seines nicht ungefährlichen Inhalts wohl nur unter Protest an uns vorübergehen würde.

Veröffentlichungstermin: 09.06.2023

Spielzeit: 48:00

Line-Up

Maurice Swinkels – vocals
Twan Van Geel – guitars
Fabian Verweij – guitars
Harold Gielen – bass
Erik Fleuren – drums

Label: Napalm Records

Homepage: http://www.legionofthedamned.net/
Facebook: https://www.facebook.com/LOTDOfficial/

LEGION OF THE DAMNED “Poison Chalice” Tracklist

  1. Saints in Torment
  2. Contamination (Video bei YouTube)
  3.  Progressive Destructor
  4. Skulls Adorn the Traitor’s Gate
  5. Behold the Beyond
  6. Retaliation
  7. Savage Intent
  8. Chimes of Flagellation
  9. Beheading of the Godhead (Video bei YouTube)
  10. The Poison Chalice (Lyric-Video bei YouTube)
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