LEASH LAW: Dogface

LEASH LAW: Dogface

Wade Black ist wieder da. Nach leider jeweils nur sehr kurzen Gastspielen bei CRIMSON GLORY und SEVEN WITCHES meldet sich der nicht immer von teils harter Kritik verschont gebliebene Sänger mit einer neuen Band zurück, welche er zusammen mit Gitarrist Rob Renstrom (ROB ROCK) ins Leben gerufen hat. Und der abwechlsungsreiche, melodische, aber gleichzeitig kraftvolle Power Metal amerikanischer Spielart, den die Band uns serviert, weiß durchaus zu gefallen. Der Opener Fight ist zwar noch ein durch die Gitarrenmelodien und -harmonien in Verbindung mit dem typischen Doublebass-Geboller eher in Richtung Euro-Speed Metal tendierendes Stück, ansonsten jedoch gibt es auf Dogface Power Metal zu hören, der den Namen auch verdient. Messerscharfe Riffs und eine gesunde Härte, Power-Drumming von Richard Christy (u.a. ICED EARTH, DEATH) und der exzellente, meist ziemlich hohe aggressive, aber ungewöhnliche Gesang von Wade Black erzeugen ein Gebräu, welches zwar nicht gerade innovativ klingt, das allerdings handwerklich erstklassig ist und zudem heutzutage viel zu selten serviert wird. Dafür, dass die Melodien nicht zu kurz kommen, sorgen Songs wie Stealing Grace, welches mit einem von schnellem Drumming und tollen Gitarrenharmonien unterlegten Ohrwurm-Refrain in mittelhoher Stimmlage zu begeistern weiß. Hail To Blood, inspiriert durch Gladiator, fängt an mit Schlacht-Geräuschen und einem düsteren, schleppenden Intro, um dann in eine treibende Strophe mit Stakkato-Riffing überzugehen und in einem vor Klischees nur so triefenden Shout-Refrain und später in überraschenden majestätischen Fanfaren seinen Höhepunkt zu finden.

Dass Wade Black aber nicht nur ein exzellenter Power Metal-Shouter ist, stellt er bei der völlig unkitschigen Ballade Banyan unter Beweis, sein emotionaler, gleichwohl kräftiger Gesang geht so richtig unter die Haut.

Da auch die anderen Songs qualitativ nicht wirklich abfallen und es an der Produktion der Scheibe auch nichts auszusetzen gibt, ist Dogface für Fans von amerikanischem Power Metal eine Anschaffung wert und alle, die Wade Black eher skeptisch gegenüber standen, sollten ihm mit LEASH LAW nochmal eine weitere Chance einräumen.

Veröffentlichungstermin: 19.04.2004

Spielzeit: 40:33 Min.

Line-Up:
Wade Black – Gesang

Rick Renstrom – Gitarre

Richard Christy – Drums

Stephen Elder – Bass

Emo Mowery – Gitarre

Label: Black Lotus Records

Tracklist:
1. Fight

2. Dogface

3. Stealing Grace

4. Hail To Blood

5. Banyan

6. Betrayed

7. Martial Law

8. Hellhole

9. Paving The Way