KRUGER: 333 [10"-EP]

KRUGER: 333 [10"-EP]

Herzhaft reinhauen, statt artig mit Messer und Gabel zu essen, ist die Devise bei KRUGER. Warum dann Gabeln auf dem Artwork zu sehen sind, wo KRUGER doch ein pures musikalisches Ritteressen veranstalten? Vielleicht um allen, die beim großen Fressen stören, die Augen auszustechen, von ihrem Steak geben sie nicht gerne was ab, das sagen die Lyrics überdeutlich. Die halbmagische, vermeintliche Glückszahl 3, die dreimal im Titel dieser EP vorkommt, mit den 3 Gabeln und jeweils 3 Zacken sollen uns doch nur aufhalten und verwirren, damit KRUGER ihren wilden Brunch mit niemandem teilen müssen. 333 besteht eh nur aus zwei Songs, die Ruckzuck vorbei sind, da hätte es drei Jahre nach dem letzten Album gerne etwas mehr sein dürfen. Trotzdem macht diese kurze EP Spaß – Herbivores beginnt mit schönen Rockriffs und täuscht ein paar Sekunden Frieden vor, bevor ein Sludge-Metal-Punk-Hardcore-Bastard daraus entsteht, in dem gerifft und geprügelt wird, was das Zeug hält. Die großen Hits haben KRUGER aber nicht im Kreuz, immer wieder schalten die Schweizer einen Gang zurück, werden melodiöser, zugänglicher, aber die Mischung aus rockigen ENTOMBED und frühen MASTODON macht Spaß und geht ins Bein, auch wegen der beherzten, derben Grooves. Nummern für die Ewigkeit werden daraus aber nicht.

Die A-Seite mit dem Stück The Wild Brunch ist etwas weniger experimentell und direkter, vielleicht auch gezügelter als Herbivores. Aber dennoch zeigen die beiden Seiten der EP keine zwei völlig unterschiedliche Seiten von KRUGER. Auf 333 geht es eben doch nur um Rock. Wilder, brachialer, animalischer Rock, nicht massentauglich, mit Benzin in den Adern und Feuer im Arsch – und trotzdem schlau und nicht zu grob. 333 macht Lust auf mehr, weckt dir Vorfreude auf das nächste KRUGER-Album, vor allem aber auf deren nächste Tour. Denn so räudig und authentisch, wie die Schweizer auf dieser EP klingen, sind sie auch live, eine wilde Show inklusive. Dass 333 auf eben diese Zahl an physischen Datenträgern limitiert ist, liegt in der Natur der Sache. Schnell sein ist hier von Vorteil, denn diese kleine, schnuckelige EP ist auch für bisher Unbedarfte ideal, um in die Welt von einer raubeinigen Band wie KRUGER zu schnuppern.

Veröffentlichungstermin: 5. April 2013

Spielzeit: 11:20 Min.

Line-Up:
Renaud – Vocals
Margo – Guitar
Raul – Guitar
Blaise – Bass
Raph – Drums

Label: Pelagic Records

Homepage: http://www.kruger.ch/

Mehr im Netz: http://krugerofficial.bandcamp.com/

Tracklist:
Seite A:
The Wild Brunch

Seite B:
Herbivores