KROKUS: Hoodoo

Ein wahres Hard Rock-Meisterwerk. Die Schweizer Legende KROKUS wandelt in ihrer Urbesetzung auf den Pfaden der frühen 80er. Ein absoluter Pflichtkauf!!!

In einer Zeit, in der sowohl Deutschland als auch die Schweiz von Schneemassen bedeckt ist, sprießt der KROKUS trotzdem und läutet zumindest in musikalischer Hinsicht den Frühling ein! Nach ihren ersten Duftmarken in Form des grandiosen Reunionkonzerts im Stade de Suisse in Bern und der Eishockeyhymne Live for the action meldet sich die Urformation des Hardrock-Urgesteins nun auch mit einem neuen, dem ingesamt 16. Album zurück. Hoodoo wurde es getauft, und soviel sei verraten: Wer die alten Klassiker der Schweizer toll fand, dessen Stimmungsbarometer wird nach diesen knapp 45 Minuten Hard Rock in Reinkultur am oberen Anschlag stehen.

Schon der famos rockende Einheizer Drive it in zeigt, die 80er sind im KROKUS-Sound anno 2010 endgültig wieder heimgekehrt. Leute, von der ersten Minute weg ist hier eins klar: Stillhalten geht nicht! Und das gilt für die volle Spielzeit. Die Vorabsingle Hoodoo woman umgarnt den Hörer mit ihrem lässigen ZZ TOP-Groove, In my blood entpuppt sich als legitimer Nachfolger von Rock city, und Ride into the sun vermag ähnlich wie Screaming in the night eine ganz besondere, ja mythisch, sphärische Stimmung zu schaffen. Rock `n` roll handshake und Shot of love rocken straight und lässig ins Ohr und verbreiten im Stile von Rock `n` roll tonight einfach nur gute Laune und dazu dieses gewisse Gefühl von Freiheit.

Aber es gibt noch weitere Verbindungen zur Hochblütephase der Schweizer. Ganz in der Tradition von One Vice At A Time und Headhunter wurde auch für Hoodoo wieder ein alter Rock-Klassiker ins KROKUS-Gewand gepackt. Diesmal fiel die Wahl auf den STEPPENWOLF-Dauerbrenner Born to be wild, den KROKUS ja in Bern schon als Zugabe dargeboten haben. Toll umgesetzt, nicht zu weit weg vom Original, aber doch auch nicht eins zu eins übernommen. Eine Frischzellenkur, die einfach nur rockt! Und meine persönlichen Schmankerl kommen erst noch: Da wäre zum einen das bluesige Dirty street. Mit einem kühlen Bier das Lieblingsplätzchen aufsuchen und einfach nur Seele und Füße baumeln lassen, genau das verbreitet dieser lässige Groover. Einem absoluten Die Hard-KROKUS-Anhänger fällt hier aber womöglich etwas auf. Spätestens beim Refrain wurde mir klar, irgendwo hab` ich das schonmal gehört. Und das stimmt tatsächlich, denn Dirty street ist das Remake der bis heute einzigen KROKUS-Studio-B-Seite namens Bourbon street, die bisher nur auf Vinyl erhältlich war – und zwar auf der 88er Single Wild Love. Absolut in seinen Bann gezogen hat mich aber auch der Good-Vibrations-Rocker Too hot, gesegnet mit einem Refrain bei dem man einfach nur Abheben möchte. Toll, toll, toll!!! Selbiges gilt für die Uptempo-Granate Keep me rolling, quasi dem jüngeren Bruder von Bad boys, rag dolls. Diese Energie ist schlicht der Wahnsinn! A propos Uptempogranate…mit einer derartigen wird man schließlich auch verabschiedet. Firestar spannt aber den Bogen eher zum letzten Album Hellraiser. Ganz konkret kommt mir da die Nummer Spirit of the night in den Sinn. Ja, und dann heißt es erstmal sammeln!

KROKUS sind im Jahr 2010 endgültig in die Fußstapfen ihrer glorreichen Tage in den 80ern getreten und liefern ein wahres Hard Rock-Meisterwerk ab. Und diese Aussage soll sich vor allem an all diejenigen richten, die KROKUS nach Headhunter oder The Blitz aus den Augen verloren haben. Hoodoo trägt nicht nur die Plakette Urkrokus, Hoodoo ist KROKUS im Stile der frühen 80er und konzentriert alle Stärken der Band von Metal Rendez-Vous bis Headhunter, also der Alben an denen die Schweizer immer gemessen werden. Und das sind jetzt keine übertriebenen Promotionsphrasen einer Plattenfirma, sondern die eines zugegeben eingefleischten KROKUS-Anhängers, der aber angesichts dieser Leistung auch völlig von den Socken ist. Die Vorfreude war riesengroß, die Erwartungshaltung immens hoch, aber das was ich hier hören darf, übertrifft das von mir Erhoffte um ein Vielfaches. Die, die ihr mit KROKUS groß geworden seid, Hard Rocker, Biker, Metalheads, Traditionalisten, alle die, die ihr euch, wenn`s ausnahmsweise härter wird, AC/DC auflegt, sprintet am Releasedate zu eurem CD-Händler und kauft euch dieses Album, am besten in der limitierten Version mit visuellen Erinnerungen an den grandiosen Reuniongig! Wer sich nur annähernd mit dieser Musik identifiziert, wird begeistert sein! Waren die früheren Comeback-Scheiben To Rock Or Not To Be und vor allem Rock The Block schon nicht von schlechten Eltern, Hoodoo ist noch besser, Hoodoo hat alles, was ein künftiger Hard Rock-Klassiker braucht. Lautstärke aufdrehen, was die Boxen hergeben und einfach eine Band abfeiern, die endgültig zurück ist!

Veröffentlichungstermin: 26.02.2010

Spielzeit: 42:12 Min.

Line-Up:
Gesang: Marc Storace
Leadgitarre: Fernando von Arb
Rhythmusgitarre: Mark Kohler
Bass: Chris von Rohr
Schlagzeug: Freddy Steady

Produziert von Chris von Rohr
Label: Sony Music

Homepage: http://www.krokusonline.seven49.net

MySpace: http://www.myspace.com/screaminginthenight

Tracklist:
1.Drive it in
2.Hoodoo woman
3.Born to be wild
4.Rock `n` roll handshake
5.Ride into the sun
6.Too hot
7.In my blood
8.Dirty street
9.Keep me rolling
10.Shot of love
11.Firestar