HORIZON ABLAZE: Spawn

HORIZON ABLAZE zeigen ein Gespür für gutes Songwriting, auch die technischen Mittel sind vorhanden. Ebenso das Geschichten-Konzept von Spawn, dem Soldaten, ist wirklich gut. Aber es reicht leider nicht für das ganze Album.

Die Norwegische Band HORIZON ABLAZE hat mit Spawn ihr Debütalbum veröffentlicht. Gespielt wird hauptsächlich Mid-Tempo-Death mit Thrash-Anleihen und teils psychedelischen, leicht dissonanten Parts. Wobei die Band textlich ebenfalls einen sehr interessanten Weg verfolgt. Es geht um einen Soldaten namens Spawn und dessen Geschichte im 2. Weltkrieg, die durch eine Morse-Nachricht (hörbar im Intro) von Track eins bis vierzehn erzählt wird. Das Outro bildet das Ende der Geschichte, dort hört auch gleichzeitig die Morsenachricht auf. Dieses Konzept um den Soldaten Spawn, seiner Lebensgeschichte und Gefühlen wird chronisch erzählt. Ein sehr neuer und unbekannter, aber dennoch interessanter Ansatz.

Nach dem Intro Inception beginnt der erste Streich, das Lied wird Throne of Trepidation genannt und beginnt mit zwei absoluten Ohrwurm-Riffs. Es ist Gott sei Dank eine klare Struktur vorhanden, und der Refrain begeistert ebenfalls mit eingängigen Linien. Da hat die Band HORIZON ABLAZE doch wirklich nur die besten Riffs hergenommen, denn hier ist unter den zehn verschiedenen Riffs wirklich kein einziges nicht gut. Unterstrichen wird das Ganze dann mit einem an Funk erinnernden Mittelteil, welcher sehr psychedelisch und progressiv ist. Hier ist auch stark die überaus Basslastige und klare, aber dennoch druckvolle Produktion zu erkennen. Weiter geht es mit dem Track 1941, welcher ebenfalls wie der erste ausfällt. Klare Struktur, Ohrwurm-Riffs und immer leicht dissonante Riffs und ein erneut sehr gelungener, progressiver Mittelteil. Doch nachdem sich der Hörer schon mit diesem eigenwilligen Stil angefreundet hat und schon wirklich begeistert ist, voll Vorfreude auf den nächsten Track wartet, wird man mehr als enttäuscht.
HORIZON ABLAZE kicken in den letzten elf Tracks alle löblichen Teile der vorigen Lieder richtig in den Wind und versuchen sich an Old-School-Death. Es ist nicht schlecht, nein ganz und gar nicht. Nur nicht mehr typisch HORIZON ABLAZE wie in den ersten Songs, sondern nur eine Durchschnitts-Knüppelband. Dabei war das Konzept von ihnen doch einfach nur einzigartig, neu und brillant anzuhören. Aber nun gibt es fast keine Psycho-Riffs mehr, ebenso bleiben die progressiven und interessanten Mittelteile und eigene Akzente aus. Wie ausgetauscht spielen sie von Black Burden bis zum Outro Deception leider, ja es ist wirklich schade, einen vollkommen anderen Stil. Warum? Man weiß es nicht. Dennoch gibt es zwei bis drei wirklich gute Tracks hier, die einem das enorm gute Gefühl für starkes Songwriting zeigen, und einem wirklich das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Sie machen definitiv Lust auf mehr.

Fazit: Die oben Erwähnten letzten Tracks sind wirklich enttäuschend. Dennoch haben HORIZON ABLAZE ein Gespür für gutes  Songwriting, was sie mehrmals beweisen, auch die technischen Mittel sind vorhanden. Ebenso das Geschichten-Konzept von Spawn, dem Soldaten, ist wirklich gut. Es bleibt abzuwarten und zu hoffen, ob sich der Psycho-Death-Metal bei der nächsten Scheibe über mehrere Tracks zieht.

Veröffentlichungstermin: 24.01.2011

Spielzeit: 60:14 Min.

Line-Up:
Stian Ruethemann – Vocals, Guitar
Kevin Kvale – Drums
Ole Bent Madsen – Bass
Joakim Kvale – Guitar, Backing Vocals

Label: Mayhem Music

Homepage: http://www.horizonablaze.com

MySpace-Seite: http://www.myspace.com/horizonablazeband

Tracklist:
1. Inception
2. Throne Of Trepidation
3. 1941
4. Black Burden
5. Homicidial Reign
6. Barbed Wire Death Band
7. Origin
8. Forged In Hate
9. Enigmata
10. Strychnine
11. Ink & Blood
12. Obxenochrist
13. Predeterminus
14. Deception