HANOI ROCKS: Twelve Shots on the Rocks

HANOI ROCKS: Twelve Shots on the Rocks

Unglaublich, dass die deutschen Labels, die sonst so viel Mist unter Vertrag nehmen, es nicht gebacken kriegen, das erste HANOI ROCKS-Album seit dem 84er Two Steps From The Move regulär auf den deutschen Markt zu schmeissen. Wie, Ihr kennt die HANOI ROCKS nicht? Nun, ich denke mal, dass ich nicht (sehr) übertreibe, wenn ich die Finnen als DIE Sleaze-Rock-Pioniere bezeichne. Zwar war man nicht so rock´n´rollig und massentauglich wie z.B. AEROSMITH agierte dafür aber deutlich punkiger und rotziger. Ich bin sogar sicher, dass es Bands wie GUNS ´N´ ROSES, L.A. GUNS oder die ganze Armada skandinavischer Rotzrock-Bands (z.B. HELLACOPTERS, BACKYARD BABIES) ohne die Alben von Michael Monroe und Co. nicht geben würde. Doch andererseits hätten die HANOI ROCKS ohne die STONES und die NEW YORK DOLLS wahrscheinlich auch nie so geklungen wie sie klangen/klingen. Leider beendete am 09.12.1984 ein von MÖTLEY CRÜE-Sänger Vince Neil verursachter Autounfall im kalifornischen Redondo Beach, bei dem HANOI-Drummer Razzle ums Leben kam, wohl mit die Karriere einer Band, die leider nie so gross war, wie sie hätte sein können und müssen. Sänger Michael Monroe veröffentlichte in den letzten neunzehn Jahren etliche Alben mit den unterschiedlichsten Bands bzw. als Solokünstler – und es war wirklich nicht eine einzige schwache Scheibe dabei. Egal, ob es sich um Soloalben wie Not fakin´ it (1989) und Life gets you Dirty (1999) oder Bandalben mit JERUSALEM SLIM (1992, mit HANOI-Basser Sami Yaffa und Billy Idol-Gitarrist Steve Stevens) oder DEMOLITION 23 (1994 – ebenfalls mit Sami Yaffa) handelte – Michael Monroe blieb nicht nur stets seinem Stil treu, sondern lieferte auch IMMER gute (und bessere) Qualität ab. Nach seinem kürzlich veröffentlichten Solowerk Whatcha Want liegt (mir) jetzt das neue HANOI ROCKS-Album vor, auf dem Ur-Basser Sami Yaffa zwar – wie Gitarrist Nasty Suicide auch – überraschenderweise fehlt, doch dafür macht Gitarrist Andy McCoy wieder gemeinsame Sache mit Mr.Monroe, so dass die 2003er-Besetzung von einigen mir unbekannten finnischen Nachwuchskräften komplettiert wird. Komponiert wurden die zwölf Songs (plus Intro, plus Hiddentrack = 53:04 Min.) entweder vom Gespann Monroe/McCoy (z.B. People like me, In my darkest Moment, Gypsy Boots), von Michael zusammen mit seiner am 19.06.2001 verstorbenen Frau Jude Wilder (New York City, Watch this), von Andy McCoy allein (A Day late, A Dollar Short) oder sie stammen komplett aus fremder Feder (Delirious, Winged Bull). Musikalisch dürfte das Album aber JEDEM HANOI ROCKS/Michael Monroe/JERUSALEM SLIM/DEMOLITION 23-Fan gefallen, denn geboten wird dem Hörer die bekannte Mischung aus ehrlichem Rock´n´Roll, den ROLLING STONES, Dreck, Punk, Saxophonklängen, Eingängigkeit, den NEW YORK DOLLS, Mundharmonikasounds und bodenständigem Blues. Es gibt supergeile Songs wie Obscured, Lucky, Whatcha Want oder People like me, geile Songs wie Delirious, Watch this, Designs on you und Gypsy Boots und leider auch einige wenige geile durchschnittliche Songs (Winged Bull, New York City). Alles in allem ein geiles und vor allen Dingen gelungenes Comeback und schon jetzt ein Highlight des noch jungen Jahres 2003! Ihr wollt das Album haben? Quatsch, Ihr MÜSST das Album haben. Dann wendet Euch bitte an www.swampmusic.com

Spielzeit: 53:04 Min.

Line-Up:
Michael Monroe – Vocals, saxophone, harmonica, guitars, synthesizers, percussion
Andy McCoy – Guitars, backing vocals
Costello – Guitars, backing vocals
Timpa – Bass, backing vocals
Lacu – Drums & percussion

Produziert von The Muddy Twins, Petri Majuri & Ian Vincent

Homepage: http://www.hanoirocks.com

Tracklist:
1. Intro
2. Obscured
3. Whatcha Want
4. People Like Me
5. In My Darkest Moment
6. Delirious
7. A Day Late, A Dollar Short
8. New York City
9. Winged Bull
10. Watch This
11. Gypsy Boots
12. Lucky
13. Designs On You