GRAVESEND: Methods Of Human Disposal

GRAVESEND verpacken auf ihrem Debütalbum “Methods Of Human Disposal” sozialkritischen Grindcore mit Black Metal-Zeitungspapier, um ein heruntergekommenes Bild von ihrer Heimatstadt New York zu zeichnen.

GRAVESEND heißen den Hörer mit ihrem Debütalbum “Methods Of Human Disposal” in Ney York willkommen. Jedoch nicht demjenigen New York, wo sich Touristen tummeln oder Filme und Sitcoms gedreht werden. Sondern dort, wo gebrauchte Spritzen und zerbrochene Flaschen herumliegen. Dort, wo die Ratten die Herrschaft über die Gegend übernommen haben, weil sie den kaputten Geistern den Rang abgelaufen und den Überlebenskampf gewonnen haben. Nein, einladend ist das Bild nicht, welches die erste 2020 gegründete Band aus New York von ihrer Heimatstadt gezeichnet hat und welches sich auch in der hervorragenden Cover-Fotografie zeigt.

GRAVESEND versehen ihren Grindcore mit einem angeschwärzten Topping

Die Thematik und das Cover des Albums sowie die Herkunft und das Logo der Band schreien demnach schon nach Grindcore. Und man liegt nicht so falsch, denn die Basis von “Methods Of Human Disposal” liegt zweifelsohne im Grindcore. Insbesondere, wenn man die Laut-Leise-Dynamik von Songs wie “Unclaimed Remains” heranzieht. Da meint man schon Referenz-Bands wie NAPALM DEATH zu erkennen. Doch legen GRAVESEND über ihre Songs meist eine ordentliche Portion von Black / Death Metal oben drauf. Dieses angeschwärzte Topping kommt zumeist aus der Hand bzw. aus dem Maul von Sänger (und Gitarrist) A. Die Mischung aus Grindcore und Black Metal gibt der Band dann eine gewisse eigene Note, wenngleich ich es in der Hörerfahrung nicht ganz als korrekt erfassen kann. (Unterschwellige) sozialpolitische Kritik hat für mich irgendwie anders zu klingen. Auch Wut gegenüber dem Realen ist bei mir vom Sound her woanders verortet abgespeichert, als es mir GRAVESEND vermitteln wollen. Gut möglich, dass das amerikanische Trio diese Eingefahrenheit aufbrechen möchte, doch bei mir klappt das noch nicht so ganz.

“Methods Of Human Disposal” ist ein kaltes und unbequemes Album

Dennoch, “Methods Of Human Disposal” ist ein kaltes und unbequemes Album, das mit Noise und Samples spielt, wenn man sich etwa in “Eye For An Eye” inmitten von quirligen Ratten fühlt, oder wenn so richtig der Groove ausgepackt wird wie beim schleppenden Instrumental “STH-10” mit dem losgelöstem Drumming von G.. Doch im weiteren Verlauf der vielen zwischen ein und zwei Minuten langen Songs bekomme ich leider nicht den Zugriff auf das, was mir GRAVESEND mit ihren Songs vermitteln wollen.

Veröffentlichungstermin: 19.02.2021

Spielzeit: 27:15 Min.

Line-Up:
A – Gitarre, Gesang & Synth
S – Bass, Backing Vocals & Synth
G – Schlagzeug

Produziert von Nolan Voss (ANICON)

Label: 20 Buck Spin

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/warforgravesend/
Mehr im Netz: https://warforgravesend.bandcamp.com/

GRAVESEND “Methods Of Human Disposal” Tracklist

1. Fear City
2. STH-10
3. Methods Of Human Disposal
4. Ashen Piles Of The Incinerated
5. End Of The Line
6. Subterranean Solitude
7. Unclaimed Remains
8. Verrazano Floater
9. Eye For An Eye
10. Trinity Burning
11. Needle Park (Audio bei bandcamp)
12. Absolute Filth
13. The Grave’s End
14. Scum Breeds Scum
15. Concrete Feet