Gilby Clarke - Swag Cover

GILBY CLARKE: Swag

Gilby Clarke veröffentlicht mit „Swag“ ein weiteres Soloalbum. Ein typischer Rhythmusgitarrist als Sänger und Komponist? Jedem dürfte eigentlich klar sein, dass der Gitarrero seine Rhythmusaxt lieber bei einer ganz anderen Band schwingen sollte.

Jeder GUNS ‚N‘ ROSES-Fan, der immer noch daran glaubt, diese Band würde wieder auferstehen und an glorreiche Zeiten anknüpfen, lügt sich letztendlich nur in die eigene Tasche. GUNS ‚N‘ ROSES waren mehr als nur Axl Rose, er aber hat GUNS ‚N‘ ROSES in viele Einzelteile zerbrochen. Eins dieser Teile hört auf den Namen GILBY CLARKE, welcher die Tage ein weiteres Soloalbum veröffentlicht. Aber der neue Longplayer des ehemaligen Gunners-Gitarrero ist auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

In seinem Wunsch, eine härtere Version der ROLLING STONES zu sein, driftet er in die Belanglosigkeit ab, das komplette Album plätschert vor sich hin. Die größte Schwäche zeigt Gilbys Stimme auf, er überträgt keine Leidenschaft, sondern singt einfach belanglos vor sich hin. Wären im Studio nicht mehrere Spuren mit Gesang aufgenommen worden, wäre das ohnehin schwache Ergebnis der Aufnahmesessions noch dünner. Auch die geringe Spielzeit von weniger als 40 Minuten und das Aufgebot von Gastmusikern zeugt nicht gerade von echter Kreativität und Kunst.

Auf „Swag“ bleibt kein einziger Song im Ohr hängen

Das komplette Album enthält keinen einzigen Song, der im Ohr hängen bleibt. Der Refrain bei „Alien“ klingt so abgedroschen, dass ich mich genötigt fühle, einen Track weiterzudrücken. Aber jeder neue Song verspricht nur oberflächlich Besserung. Immerhin ist eine kleine Steigerung erkennbar, somit findet das Album seinen Höhepunkt bei der DAVID BOWIE-Coverversion „Diamond Dogs“, dem Abschlusstrack. Lässt man die langweiligen Songaufbauten und den schwachen Gesang weg, gibt es immerhin noch die bluesig angehauchte Gitarre, die als einziges Element des Albums zu gefallen weiß. Und das führt direkt zu einem logischen Schluss: Gilby, lass das Komponieren sein, spiele einfach deine Rhythmusgitarre in einer Band wie GUNS ‚N‘ ROSES!

Jens Koch

Spielzeit: 37:53 Min.

Line-Up:

Gilby Clarke (v./g.)
Tracii Guns (g.)
Johnny Griparic (b.)
Stefan Adika (b.)
Derek Sharinian (synth.)
Teddy Andreadis (harm.)
Tim Karr (back.v.)
Kyle Vincent (back.v.)
Briam Tichy (d.)
David Raven (d.)
Clem Burke (d.)
Erik Singer (d.)
Brent Fitz (d.)

Produziert von Gilby Clarke
Label: Spitfire / Eagle Rock

Homepage: http://www.gilbyclarke.com

GILBY CLARKE „Swag“ Tracklist

  1. Alien
  2. Under The Gun
  3. Crocodile Tears
  4. Broken Down Car
  5. Margarita
  6. I’m Nobody
  7. Judgement Day
  8. Beware Of The Dog
  9. Heart Of Chrome
  10. Warm Country Sun
  11. Diamond Dogs